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Neue Technik am Brustzentrum des Diakonissenkrankenhauses Dresden vermeidet Zweit-OP

Neue Technik am Brustzentrum des Diakonissenkrankenhauses Dresden vermeidet Zweit-OP

Jährlich werden in Deutschland 70000 neue Brustkrebsfälle diagnostiziert. Schätzungsweise müssen 30 bis 60 Prozent der Frauen ein zweites Mal operiert werden, weil in der Nachuntersuchung am Schnittrand weitere Tumorzellen gefunden werden.

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Professor Andreas Werner, Chefarzt der Frauenklinik im Diakonissenkrankenhaus, zeigt das MarginProbe-Gerät, mit dem bereits während der Operation bösartige Tumorzellen an den Schnittstellen erkannt werden können.

Quelle: Dietrich Flechtner

Auch im Brustzentrum des Diakonissenkrankenhauses wurden im vergangenen Jahr 140 Patientinnen operiert. Allerdings gibt es hier eine neue intra-operative Technik, die Zweit-OP's vermeiden kann.

Das MarginProbe-Gerät wird seit 2008 in Europa eingesetzt. In Sachsen wird dieses System nun auch seit genau einem Jahr im Diakonissenkrankenhaus von Professor Andreas Werner, Chefarzt der Frauenklinik und Brustoperateur, verwendet. "Mit dem MarginProbe können wir bereits während der Operation überprüfen, ob wir das befallene Gewebe umfassend entfernt haben oder ob wir noch einmal nachresezieren müssen", erklärt Werner. Dabei wird mit einer Sonde das Gewebe an der Schnittstelle angesaugt und mit Hilfe von elektromagnetischen Wellen untersucht. Sind die Zellen gutartig schlägt auf dem Monitor des MarginProbe ein blauer Streifen aus, sind sie bösartig ein roter. "Sollten wirklich noch Tumorzellen vorhanden sein können wir sofort einen weiteren Schnitt setzten, um das restliche Gewebe zu entnehmen", so der Chefarzt.

An insgesamt 22 Patientinnen wurde im vergangenen Jahr das neue System angewendet, acht Frauen konnte eine Zweit-OP erspart werden. "Die MarginProbe-Technik ist ein Fortschritt für die brusterhaltende Chirurgie. Mittlerweile ist bekannt, dass wir in unserem Brustzentrum diese Technik einsetzen. An Brustkrebs erkrankte Freuen suchen uns gezielt auf und fragen nach dem Einsatz des Gerätes", berichtet Werner.

Grundsätzlich wird das System laut Werner bisher vor allem bei zwei Kategorien von Brustkrebs eingesetzt. Zum einem ist das eine ungünstige Brust-Tumor-Relation, sprich wenn ein großer Tumor eine kleine Brust befällt oder beim sogenannten invasiven Karzinom. Dabei haben die bösartigen Zellen bereits die Milchgänge der Brust zerfressen und sich im umliegenden Gewebe eingenistet. Mit der neuen Methode kann dieses Gewebe erkannt und sauber entfernt werden.

Doch kann überhaupt jede betroffene Frau die neue Methode in Anspruch nehmen? Allein die Sonde, die immer nur einmalig eingesetzt wird, kostet 600 Euro. "Die Krankenkassen kalkulieren für Brustkrebspatienten rund 4000 Euro ein. Darin sind allerdings auch der Aufenthalt im Krankenhaus, die Personalkosten, das Essen und vieles weiteres mit eingerechnet. Das heißt für die neue Technik ist kaum noch Spielraum", erklärt der Chefarzt. Doch immerhin hat das Bundesministerium für Gesundheit das MarginProbe-System zum 1. Januar 2012 in den Katalog der medizinischen Leistungsabrechnungen aufgenommen, so dass der erste Schritt hin zu der Bezahlung durch die Krankenkassen gegangen ist.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.03.2013

Nadine Steinmann

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