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Neue Runde im Ringen um Dresdner CEWE-Color-Standort

Neue Runde im Ringen um Dresdner CEWE-Color-Standort

Die Weiterführung des von Schließung bedrohten Dresdner Fotolabors der CEWE Color AG ist weiter ungewiss. Nun haben die Arbeitgeber die seit dem 6. März laufenden Verhandlungen über einen Interessenausgleich und Sozialplan für die rund 90 Beschäftigten für gescheitert erklärt.

"Der Arbeitgeber konnte bis zum heutigen Tag nicht überzeugend erläutern, warum das 1991 gegründete Dresdner Labor geschlossen werden soll und welche Alternativen bis dato geprüft wurden", erklärte Thorsten Sommer, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates und Mitglied im Verhandlungsgremium der Arbeitnehmerseite.

Wie berichtet, hatte CEWE Color mit Hauptsitz in Oldenburg seine Schließungspläne damit begründet, dass das Geschäft mit Fotoentwicklungen stagniere, der Markt für Online-Druckereien hingegen wachse. Im Raum stand aber das Angebot, dass die rund 90 Beschäftigten des Labors in die vor einem Jahr übernommene Dresdner Online-Druckerei "Saxoprint" wechseln könnten.

"Mal abgesehen davon, dass Arbeitsbedingungen und Entlohnung bei Saxo-print deutlich schlechter sind als bei CEWE, liegt bis heute auch kein einziges Angebot der Online-Druckerei vor, auf das sich Beschäftigte bewerben können", erklärte Norbert Winter von der Gewerkschaft IG BCE gestern auf DNN-Anfrage. Zum Vergleich: Ein Saxoprint-SchichtMitarbeiter verdiene ungefähr 1300 Euro brutto, bei CEWE liegt das Einstiegsgehalt für Ungelernte bei 1463 Euro. Da das Unternehmen nach Tarif entlohne, erhalten Mitarbeiter mit über 25 Jahren 1866 Euro brutto. "In den Verhandlungen mit CEWE hat es auch keine Rolle gespielt, wie die absehbaren Verschlechterungen finanziell aufgefangen werden sollen" sagte Winter.

Auch die fünf bis acht Stellen-Offerten von anderen CEWE-Standorten in München, Oldenburg, Freiburg oder Mönchengladbach seien für insgesamt 90 Dresdner - darunter viele Frauen mit kleinen Kindern - keine Alternative.

In den Verhandlungen war es nicht gelungen, akzeptable Bedingungen für einen Sozialplan festzuzurren. Die Arbeitnehmerseite hatten nach den CEWE-Rekordzahlen im Jahr 2012 - der Konzerngewinn lag bei 18,8 Millionen Euro - und den absehbaren Einsparungen durch die Schließung des Dresdner Labors mit rund drei Millionen Euro gerechnet, die in den Sozialplantopf hineingehörten. Die Arbeitgeberseite hingegen habe lediglich Ausgleichsummen in Höhe der üblichen Abfindungen nach Betriebszugehörigkeit angeboten.

Beide Seiten hoffen, mit der Anrufung einer Einigungsstelle bessere Konditionen zu erstreiten. Sollte auch hier kein für beide Seiten tragfähiges Ergebnis erzielt werden, so entscheidet der Spruch des Einigungsstellen-Vorsitzenden - in der Regel ein Arbeitsrichter.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.04.2013

Barbara Stock

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