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Neue Hoffnung für Verbleib der ägyptischen Steindorff-Sammlung in Leipzig

Neue Hoffnung für Verbleib der ägyptischen Steindorff-Sammlung in Leipzig

Die Universität Leipzig will nach der Niederlage vor Gericht weiter um den Verbleib der historischen Steindorff-Sammlung im Ägyptischen Museum kämpfen. Wie Kustos Dietrich Raue am Mittwoch ankündigte, werde es in den nächsten Tagen ein Treffen mit der Jewish Claims Conference (JCC) in Berlin geben.

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Kämpft weiter um den Verbleib der Steindorff-Sammlung in Leipzig: der Kustos des Ägyptischen Museums, Dietrich Raue.

Quelle: Andreas Döring

„Wir hoffen sehr, dass wir in unseren Gesprächen eine gemeinsame Entscheidung im Sinne von Georg Steindorff sowie seines Nachfahren treffen können“, sagte Raue.

Ziel der Hochschule sei es, dass die 163 Stücke aus der Privatsammlung von Georg Steindorff (1861-1951) auch weiterhin im Ägyptischen Museum am Augustusplatz gezeigt werden könnten. Die Gegenseite habe ihm dabei bereits Entgegenkommen signalisiert. „Primärziel der JCC ist es nicht, mit der Spedition nach Leipzig zu kommen und die Sachen abzutransportieren“, stellte Raue klar. Dafür sei die Universität auch bereit, der jüdischen Vereinigung finanziell entgegenzukommen.

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Dr. Dietrich Raue - Kustos des Ägyptologischen Institut erklärte am 8. April 2011 den anwesenden Pressevertretern, um welche Ausstellungsstücke es sich handelt.

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Uni bewertet Sammlung mit einem Euro

„Wir wollen eine Lösung finden, die für die Uni machbar ist“, erklärte der Kustos. Über einen möglichen Preis machte er keine Angaben, die Universität habe die Sammlung jedoch inzwischen mit einem Euro bewerten lassen. „Denn eigentlich ist sie nichts anderes als Kalkstein, Ton und Scherben“, so Raue. Dass die Stücke im modernen Kunsthandel einen deutlich höheren Preis erzielen würden, stehe außer Frage. Unter diesen Voraussetzungen sei man jedoch nicht bereit zu verhandeln, betonte der Ägyptologe.

Vor rund drei Wochen hatte das Berliner Verwaltungsgericht eine Klage der Universität abgewiesen, wonach die Steindorff-Sammlung an die JCC zurück zu übertragen ist. Nach Ansicht des Gerichts konnte die Universität nicht widerlegen, dass der jüdische Professor Steindorff seinen Fundus im Jahr 1937 aus Angst vor den Nationalsozialisten unter Wert an das Ägyptische Museum verkaufte. Das Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen hatte deshalb die Rückgabe an die jüdische Vereinigung gefordert, wogegen sich die Uni juristisch erfolglos zur Wehr setzte.

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Unter den Gästen war auch der Ägyptische Botschafter Ramzy Ezzeldin Ramzy.

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Facebook-User sprechen sich für Erhalt der Sammlung in Leipzig aus

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Georg Steindorff (1861-1951) war einer der Wegbereiter des Ägyptischen Museums in Leipzig. Nun kämpft die Universität gegen den Erhalt seiner Sammlung in der Messestadt.

Quelle: Armin Kühne

„Dieses Urteil muss man akzeptieren“, sagte Raue. Er hofft jedoch, „eine Einigung auf einer vernünftigen Ebene zu erzielen, so dass es nicht zu einem Fortspinnen des Streits kommt“. Dies sei auch im Sinne von Steindorffs Erben Thomas Hemer. Der 88-jährige Enkel des Archäologen war zum Gerichtsprozess extra aus der USA angereist, um die Universität in ihrer Argumentation zu unterstützen. „Die Zurückgabe ärgert ihn nach wie vor sehr“, berichtete Raue. „Er versteht es nicht, dass an ihm als Haupterben vorbei entschieden wurde.“ Bis heute tragen das Ägyptologische Institut in Leipzig sowie das angegliederte Museum den Namen seines Großvaters.

Zuspruch erhält die Universität inzwischen von einer Gruppe im Online-Netzwerk Facebook. Unter dem Namen „Georg Steindorff Initiative“ sprechen sich dort bereits knapp 300 Mitglieder aus aller Welt für einen Erhalt der Sammlung in Leipzig aus.

Sollten die Verhandlungen mit der JCC scheitern, schließt die Hochschule weitere juristische Schritte nicht aus. Das Gericht hatte in seinem Urteil Ende Mai den Leipzigern die Einlegung einer Revision verwehrt, eine Beschwerde dagegen ist jedoch möglich. „Ob man so etwas in Erwägung ziehen muss, wird vom Ergebnis der Gespräche abhängen“, sagt Raue. Wünschen würde er es sich nicht.

Robert Nößler

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