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Neue Diabetes-Therapie aus Dresden ist Thema auf weltgrößtem Diabetes-Kongress in Leipzig

Neue Diabetes-Therapie aus Dresden ist Thema auf weltgrößtem Diabetes-Kongress in Leipzig

Hoffnung für Diabetes-Kranke: Dresdner Forscher haben eine Kapsel entwickelt, die unter der Haut eingepflanzt wird und Insulin produzieren soll. Damit könnten, so die Forscher, bestimmte Patientengruppen in Zukunft leichter therapierbar sein.

Diese und weitere Forschungen stehen im Mittelpunkt auf dem heute in Leipzig beginnenden Diabetes Kongress - mit über 6000 Teilnehmern der größten seiner Art in Deutschland.

Die Zahl der Zuckerkranken im Land steigt drastisch. "Rund 270000 Neuerkrankungen verzeichnen wir pro Jahr", sagt der Medizinprofessor Harald H. Klein, Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). Etwa sechs Millionen leiden an der Volkskrankheit.

Mit Therapiekosten von rund 6,4 Milliarden Euro pro Jahr ist Diabetes nach Angaben der DDG eine der teuersten chronischen Erkrankungen. Die Kosten steigen, auch weil die Zahl der Erkrankten wächst: In der Gruppe der 60- bis 69-Jährigen sei mittlerweile jeder Siebte betroffen, bei den 50- bis 59-Jährigen jeder Elfte, sagt Klein, Direktor der Medizinischen Klinik am Uni-Klinikum Bergmannsheil in Bochum.

Vor allem für Patienten mit Diabetes Typ 1 ist der Therapieaufwand hoch. Betroffen sind überwiegend Kinder und Jugendliche, bei denen die körpereigene Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse versagt. Eine Transplantation der Bauchspeicheldrüse ist in Spezialfällen zwar möglich, aber sie verbessert die Lebensqualität ohne zu heilen. In dem jetzt von Forschern am Dresdner Uniklinikum entwickelten Behälter, der unter der Haut Insulin produzieren soll, sieht Klein einen "Durchbruch". Allerdings würden noch Jahre vergehen, "bis eine solche Kammer möglicherweise einmal im größeren Maßstab bei Patienten angewandt wird". Sehr weit sei die Forschung auch bei Typ-2-Diabetes. Es könnte gelingen, so Klein, den Funktionsverlust der insulinproduzierenden Zellen zu verhindern und geeignete Maßnahmen gegen Übergewicht und Insulinresistenz zu finden.

Geforscht wird in dieser Richtung auch an der Kinderklinik der Uni Leipzig. "Unsere Diabetesambulanz betreute 1998 rund 150 Kinder mit Diabetes, heute sind es bereits 320 Kinder", sagt Klinikdirektor Wieland Kiess. In Deutschland gebe es rund 30000 Kinder und Jugendliche mit der genetisch bedingten Autoimmunerkrankung Diabetes Typ 1, auch Jugenddiabetes genannt. Der Professor zeigte sich besorgt, dass immer mehr Kinder in immer jüngeren Jahren betroffen sind. "Die Zahlen wachsen mit einer Frequenz von ein bis zwei Prozent pro Jahr."

Am Rande des Kongresses wollen Ärzte, Berater und Diabetes-Betroffene morgen gegen Defizite in Versorgung und Forschung protestieren. Die Demo auf dem Leipziger Markt richtet sich gegen drohende Zuzahlungen für moderne Insuline. Außerdem wird eine Nationale Diabetes-Strategie für Deutschland gefordert.

gst/ade

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