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Neue Dampfschiffahrt-Chefin Karin Hildebrand sieht keinen Grund, das Ruder abrupt herumzureißen

Neue Dampfschiffahrt-Chefin Karin Hildebrand sieht keinen Grund, das Ruder abrupt herumzureißen

Der überraschende Wechsel an der Spitze der Sächsischen Dampfschiffahrt (SDG) ist die Personalie des zu Ende gehenden Jahres. Karin Hildebrand will die SDG etwa zwei Jahre führen.

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Karin Hildebrand, die nach dem Freistaat die meisten Anteile an der Dampfschiffahrt-GmbH hält, will das Unternehmen etwa zwei Jahre lang führen. Dann soll ein neuer Chef gefunden sein.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dann soll ein neuer Chef gefunden sein. Ihr 2010 verstorbener Mann Klaus Hildebrand hatte die Dampfschiffahrt 1992 für die Conti Reederei von der Treuhand gekauft und das Unternehmen saniert. Er war auch Gesellschafter und Geschäftsführer der SDG. DNN-Redakteur Christoph Springer sprach mit der neuen Kapitänin auf der Brücke des Traditionsunternehmens.

Frage: Wann sind Sie zum letzten Mal mit einem Schiff gefahren und welches Schiff war das?

Karin Hildebrand: Ich bin in Dresden zum letzten Mal mit der "Diesbar" gefahren, das war am 1. Mai.

Können Sie Backbord (links in Blickrichtung Schiffsbug) und Steuerbord unterscheiden?

Damit habe ich Schwierigkeiten, das gebe ich ganz ehrlich zu. Das muss ich noch lernen.

Sie sind Dampferfan?

Ich bin Schiffsfan und insbesondere Dampferfan. Ich bin wahnsinnig gern auf dem Wasser, weil ich das Gefühl habe, es entschleunigt tatsächlich gerade in unserer heutigen hektischen Welt.

Wie kommt man als Münchnerin zu einer solch großen Affinität zu Schiffen wie Sie?

Mein Mann war ein großer Schiffliebhaber. Wir haben uns im Studium kennengelernt und es gab keinen Urlaub, bei dem nicht mindestens eine Hafenrundfahrt dabei war. Er hat dann bei der Conti (einer 1979 in München gegründeten Reederei, zu der auch die SDG gehört/Anmerk. d. Red.) in der Hochseeschifffahrt mit Containerschiffen angefangen, machte sich dann mit der Passagierschifffahrt selbstständig, mit Flusskreuzfahrtschiffen, und ich fand das spannend. Ich selbst wollte ursprünglich in die Gastronomie, entschied mich dann aber fürs Betriebswirtschaftsstudium und fand das dann ganz schön, dass ich über die Passagierschiffe wieder einen engen Bezug zur Gastronomie bekam.

Sie haben nicht ausschließlich Beifall für die Entscheidung bekommen, das Steuerruder der Dampfschiffahrt zu übernehmen. Woran liegt das?

Ich bin ein No-name. Ich habe mein Leben überwiegend als Hausfrau und Mutter verbracht, als Familienfrau. In unserer heutigen Welt sind Referenzen ganz wichtig - da finde ich es nicht erstaunlich, dass solche Bedenken kommen. Aber die kann man im Laufe der Zeit entkräften.

Sie haben auch laut hörbaren Beifall für die Übernahme des Geschäftsführerpostens bekommen, zum Beispiel von Ex-Dampferchef Michael Lohnherr. Können Sie etwa von ihm auf Rat, auf Zuarbeit hoffen?

Ich kenne Herrn Lohnherr viele Jahre und er hat mir das angeboten. Dafür bin ich sehr dankbar. Es wird sicher solche Gespräche zwischen uns geben.

Was hat ihr Vorgänger Dr. Meyer-Stork falsch gemacht, dass Sie das Ruder übernehmen mussten?

Das ist eine Frage, die ich nicht beantworte. Wir haben Stillschweigen über die Hintergründe des Geschäftsführerwechsels vereinbart.

Aber Sie können sagen, ob das ein Prozess gewesen ist oder eine sehr kurzfristig getroffene Entscheidung.

Für mich war das schon ein Prozess. Ich bin in der Marktforschung groß geworden. Ich schaue mir die Dinge an, beobachte, hinterfrage und bilde mir dann eine Meinung. Und dann kommt es zu Entscheidungen. Ich treffe diese nicht aus einer Laune heraus, sondern ich sehe mir die Dinge sehr genau an. Das ist auch jetzt der Fall. Ich unterhalte mich mit allen hier sehr intensiv, um dann zu entscheiden, in welche Richtung wir gehen werden.

Gibt es Dinge, die Ihr Vorgänger absolut richtig gemacht hat?

Ja. Wir haben zum Beispiel schon Überlegungen dazu angestellt, was wir mit unseren Maschinisten machen, wenn sie über das 65. Lebensjahr hinaus arbeiten müssen. Dabei geht es darum, wie wir die Arbeitszeit verändern können, damit das auch tragbar ist, schließlich müssen sie schwerste körperliche Arbeit leisten. Da hat Herr Dr. Meyer-Stork gute Überlegungen angestellt. Er ist ein hervorragender Analytiker, der sich viele Gedanken gemacht hat, die durchaus weiterzuspinnen sind.

Wie wollen Sie das Unternehmen aus den roten Zahlen führen?

Es wäre unlauter, diese Frage nach so kurzer Zeit beantworten zu wollen. Es gilt zunächst, sich sorgfältig in die Thematik einzuarbeiten, um dann entsprechende Konzepte zur Ergebnisverbesserung zu entwerfen

Haben Sie bereits Ideen oder eine Vorstellung darüber, in welche Richtung Sie das Ruder umlegen?

Ich weiß noch gar nicht, ob ich das Ruder umlege. Es sind viele gute Entscheidungen gefallen, die man durchaus weiter verfolgen kann.

Nachdem nun doch einige Dinge bereits festgezurrt sind für das nächste Jahr wie etwa Linien und Preise - ist dennoch denkbar, dass es da Änderungen gibt?

Den Fahrplan 2014 werde ich nicht angreifen.

Dresden hat derzeit keine funktio- nierende Werft. Die letzte Nachricht war, dass im Januar in Laube- gast ein Dampfer für die üblichen Ar- beiten in der Winterpause aus dem Wasser geholt werden soll. Bleibt es dabei?

Wir sind zur Zeit in Verhandlungen, ich habe dazu ein Telefonat mit Herrn Saal (dem neuen Eigentümer der Werft, dessen Dresdner Vertreter Gottfried Schaaf hatte gleich nach dem Interview einen Termin bei der neuen SDG-Chefin/Anmerk. d. Red.).

Es gab Kritik an der Entscheidung, die Gastronomie auf den Schiffen als Geschäftsbereich der SDG einzuverleiben. Ist das ein Thema, das man noch mal prüfen müsste oder bleibt es dabei?

Ich war bei dieser Entscheidung dabei und sehe keine Veranlassung, sie zurückzunehmen. So haben wir ganz andere Möglichkeiten, uns spezielle Angebote gerade für das Chartergeschäft zu überlegen.

Haben Sie dafür eine konkrete Idee?

Man könnte zum Beispiel Seminare auf Schiffen machen, also ein Schiff als Seminarschiff konzipieren als Ergänzung zum Tagungsort Dresden.

Bei der SDG gibt es noch nicht die Möglichkeit, Fahrkarten per Internet zu kaufen. Wird sich das ändern?

Wir bieten bereits die Möglichkeit der Onlinebuchung und des Onlineticketverkaufs an, sind jedoch gerade dabei, diesen Bereich zu überarbeiten und zu verbessern.

Sind Sie schon nach Dresden umgezogen oder wollen Sie umziehen?

Ich ziehe um. Ab Januar will ich permanent hier sein, eine Wohnung werde ich wahrscheinlich ab dem 1. März haben. Wie ich die zwei Monate dazwischen überbrücke, wird man sehen. In einer solchen Position kann man nicht pendeln. Und ich will auch nicht nur von Montag bis Freitag hier sein.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 09.12.2013

Christoph Springer

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