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Neubauzahlen decken derzeit nicht den Wohnungsbedarf in Dresden

Prognosen Neubauzahlen decken derzeit nicht den Wohnungsbedarf in Dresden

Die Stadt lässt derzeit den Bedarf an Wohnungen für Flüchtlinge mit hoher Bleibeperspektive untersuchen. Ergebnisse liegen noch nicht vor. Die Neubauzahlen in der Stadt decken derzeit nicht den jährlichen Bedarf.

Symbolfoto

Quelle: Ralf Hirschberger

Dresden. Die Stadt lässt derzeit den Bedarf an Wohnungen für Flüchtlinge mit hoher Bleibeperspektive untersuchen. „Die Studie befindet sich noch in der Erarbeitung und soll Ende November 2016 an die Landeshauptstadt übergeben werden, so dass bisher noch keine Erkenntnisse daraus vorliegen“, teilte das Stadtplanungsamt auf DNN-Anfrage mit.

Somit sollen Ende des Jahres „spezifische Aussagen zum Wohnbedarf aufgrund der Zuwanderung Geflüchteter beziehungsweise für anerkannte Asylbewerber möglich sein“, heißt es in einem Schreiben von Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) an die Stadträte. Damit sollen Zahlen aus einer Studie des Instituts empirica ergänzt werden, die für 2016 von einer Zuwanderungszahl von 6000 Flüchtlingen ausgegangen war. Aktuellere Zahlen gehen inzwischen von einer Zuweisung von 4100 Flüchtlingen in diesem Jahr aus.

Nach Zahlen des Sozialamtes lebten im Februar 2016 in Dresden 4700 Asylbewerber, die sich im Asylverfahren befanden, in Unterbringungseinrichtungen der Stadt – darunter 4200 Asylbewerber, die im Jahr 2015 nach Dresden zugezogen waren. Mit den 4100 Asylbewerbern in diesem Jahr ergebe sich in der Summe eine Zahl von 8800 Asylbegehrenden bis Jahresende 2016. Bei Annahme einer Anerkennungsquote von 65 Prozent und unter Berücksichtigung der Bearbeitungskapazitäten beim zuständigen Bundesamtes BAMF schätzt die Stadt ab, dass von den im Asylverfahren befindlichen Personen bis Ende 2016 etwa 3000 einen Anerkennungsstatus erhalten. Daher werde von einer Wohnungsnachfrage in Dresden von 3000 Asylberechtigten ausgegangen, schreibt der Bürgermeister in einer sogenannten Beschlusskontrolle an die Stadträte. Der Stadtrat hatte im Februar die Verwaltung aufgefordert, die Prognosen für den Wohnungsbedarf zu überarbeiten. Ein möglicher Familiennachzug werde in dieser Schätzung nicht berücksichtigt. Unter Berücksichtigung der Haushaltsstruktur der Flüchtlinge (65 Prozent Ein-Personen-Haushalte) ergebe sich bis Ende 2016 ein Wohnungsbedarf von 2200 Wohnungen.

Empirica hatte zuvor eine auf der Bevölkerungs- und Haushalteprognose von 2015 aufbauende Wohnbedarfsprognose für die Zeiträume bis 2020, 2025 und 2030 erstellt. Der Wohnungsbedarf (sogenannte Zusatznachfrage) beträgt demnach für die drei Zeiträume 2015 bis 2020 rund 15 500 Wohnungen, 2015 bis 2025 rund 22 800 Wohnungen und 2015 bis 2030 rund 30 000 Wohnungen. Aufgrund der noch bestehenden Leerstände wird davon ausgegangen, dass bis 2020 rund 6000 leer stehende Wohnungen aktivierbar sind und bis 2025 weitere 3300 aktiviert werden können.

Unter Berücksichtigung dieser aktivierbaren Leerstände ergebe sich bis zum Jahr 2030 ein erforderlicher Neubaubedarf von 20 800 Wohnungen, davon: 2015 bis 2020 rund 9500 Wohnungen, 2021 bis 2025 rund 4000 Wohnungen und 2026 bis 2030 rund 7300 Wohnungen. Dies entspreche Neubauzahlen pro Jahr von 1600 Wohnungen (2015 bis 2020), 800 Wohnungen (2021 bis 2025) und 1500 Wohnungen (2026 bis 2030). Das aktuelle Neubauvolumen habe 2015 bei 1513 Fertigstellungen gelegen. Im ersten Halbjahr 2016 sind 581 Wohnungen fertiggestellt worden, 306 mehr als im Vorjahreszeitraum. Da die Zahlen stark durch einzelne Großprojekte beeinflusst werden können, lassen sie sich nicht einfach auf das ganze Jahr hochrechnen.

Die Stadt leitet davon unter anderem folgende Maßnahmen ab: Schnelle Umsetzung des vom Freistaat Sachsen ab voraussichtlich November 2016 eingerichteten Programms zur Förderung des Wohnungsneubaus und der Sanierung zur Schaffung von preiswerten Wohnungen sowie schnelle Umsetzung der Wohnungsneubauvorhaben der Stadttochter Stesad beziehungsweise der neu zu gründenden kommunalen Wohnungsgesellschaft. Außerdem sollen die der Stadt zur Verfügung stehenden Wohnungen sowohl für die Unterbringung von Asylbewerbern und Geflüchteten als auch für die Anmietung durch anerkannte Asylberechtigte genutzt werden. Das zielt auf die sogenannten Gewährleistungswohnungen zur Unterbringung von Asylbewerbern, für die Verträge mit privaten Anbietern geschlossen wurden. Aufgrund der aktuell rückläufigen Anzahl unterzubringender Asylbewerber gibt die Landeshauptstadt bis Anfang 2018 Schritt für Schritt bis zu 680 Flüchtlingswohnungen mit 3536 Plätzen auf. Anerkannte Asylberechtigte könnten diese Wohnungen, die wieder dem allgemeinen Wohnungsmarkt zur Verfügung stehen, mieten oder im belegungsgebundenen Wohnungsbestand eine Wohnung finden, teilte die Stadt mit.

Von Ingolf Pleil

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