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Netz der Nachbarschaft: Gemeinschaftswohnverein AWIG organisiert ehrenamtliche Hilfe in Dresdner Stadtvierteln

Netz der Nachbarschaft: Gemeinschaftswohnverein AWIG organisiert ehrenamtliche Hilfe in Dresdner Stadtvierteln

Zusammen mit anderen leben wie in einer Wohngemeinschaft (WG), und zwar bis ins hohe Alter. Diese Alternative zum Seniorenwohnheim praktiziert in Dresden "AWIG - Verein für gemeinschaftliches Wohnen".

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Bärbel Baubkus, Manfred Leonhard, Mitarbeiterin Annette Lange und Helga Lehbach (v.l.) im Gemeinschaftsraum des AWIG-Projekts.

Quelle: Dietrich Flechtner

Nun will er sich neu orientieren: Keine weiteren Wohnprojekte mehr, dafür selbst organisierte Hilfe ausbauen. Wie das aussehen soll, darüber wollen Vertreter des Vereins am kommenden Dienstag informieren. Von 10 bis 14 Uhr im Ortsamt Dresden-Altstadt an der Theaterstraße 11-15.

Sechs Wohnprojekte hat der Verein, dessen erste vier Buchstaben für "Alt werden in Gemeinschaft" stehen, wie Annette Lange berichtet, stellvertretende Vereinsvorsitzende. Die meisten in Dresden, eines in Coswig. Insgesamt 71 AWIG-Mitglieder leben in den Wohnprojekten. In Häusern oder auf einer Etage. Jeder in einer Ein- oder Zweizimmerwohnung, für die er Miete zahlt. Dazu Gemeinschaftsräume, für die jeder einen Anteil entrichtet.

Dass die Älteren nicht unter sich bleiben, sondern Verbindungen zu ihren jüngeren Nachbarn halten, gehört zum Konzept von AWIG. Dieses Netz zur gegenseitigen Hilfe zwischen verschiedenen Generationen im Stadtteil will der Verein nun erweitern. Beim Informationstag am 4. Februar können sich zum einen Frauen und Männer melden, die Hilfe brauchen. Zum anderen jene, die Hilfe anbieten können, wie Annette Lange erläutert.

Ermittelt werden solle zunächst, was überhaupt an Hilfeleistungen gebraucht werde. "Das könnte beispielsweise Hilfe im Haushalt sein, Fahrten mit dem Auto, Begleitung zum Arzt, Unterstützung in Behördenangele- genheiten, kleinere Reparaturen im Haushalt, für die man nicht gleich einen Handwerker benötigt." Was es an Dienstleistern gebe, solle damit nicht ersetzt werden, sondern ergänzt, betont Annette Lange. "Da gibt es Lücken im Angebot. Die wollen wir schließen."

Alle, die mitmachen wollen - Hilfsbedürftige wie Helfer - müssen dem Verein beitreten. Dann könne geschaut werden, wer am besten mit wem zurechtkomme. Alles läuft ehrenamtlich. Für Hilfe könne jeder sich die übliche Ehrenamtspauschale auszahlen lassen oder sich auch die geleisteten Hilfsstunden gutschreiben lassen, um von diesem Konto zu anderer Zeit selber Unterstützung in Anspruch nehmen zu können. Vorteil der Mitgliedschaft, so Annette Lange: "Bei der Hilfeleistung ist man über unseren Verein versichert."

In anderen Städten, etwa in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, auch in Österreich wird so etwas bereits praktiziert. "Seniorengenossenschaft" heißt es etwa im baden-württembergischen Riedlingen. "Wir haben uns zunächst für den Begriff 'Seniorengemeinschaft' entschieden", sagt Annette Lange.

Ein weiterer Grund für diese Neuausrichtung des Vereins ist der Dresdner Wohnungsmarkt. "Aus dem Mietermarkt ist ein Vermietermarkt geworden", konstatiert Annette Lange. Wohnungen sind begehrter, knapper, auch teurer geworden. Schlecht für Wohnprojekte wie dieses. Auch die Stadt könne hier nicht mehr mit weniger teuren Wohnungen helfen. Denn ihren eigenen Bestand, den der Woba, hat sie 2006 an die amerikanische Investmentgesellschaft Fortress veräußert. Seither ist die Woba Tochterunternehmen der börsennotierten Gagfah.

@www.awigverein.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 31.01.2014

Tomas Gärtner

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