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Nazifrei geht am 13. Februar wieder auf Täterspuren-Rundgang

Mahngang erstmals mit thematischem Schwerpunkt Nazifrei geht am 13. Februar wieder auf Täterspuren-Rundgang

Das Bündnis Dresden Nazifrei geht am 13. Februar erneut auf die Spurensuche nach Orten der NS-Herrschaft in Dresden. Der inzwischen fünfte Mahngang hat dabei erstmals einen thematischen Schwerpunkt.

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Zum sechsten Mal ist ein Mahngang Täterspuren geplant
 

Quelle: S. Lohse

Dresden.  Das Bündnis Dresden Nazifrei geht am 13. Februar erneut auf die Spurensuche nach Orten der NS-Herrschaft in Dresden. Der inzwischen fünfte Mahngang hat dabei erstmals einen thematischen Schwerpunkt. In diesem Jahr befasst sich das Bündnis speziell mit dem Thema Euthanasie.

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Der Mahngang Täterspuren 2015

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Euthanasie sei ein wichtiges Element der NS-Rassenideologie gewesen, erklärt der neue Bündnissprecher Albrecht von der Lieth. Bis zu 200.000 Menschen hatten die Nazis bis 1945 ermordet, weil sie als psychisch und geistig krank und damit als „unnütze Esser“ angesehen worden. Auch in Pirna-Sonnenstein starben so fast 14.000 Menschen. Der Mahngang soll zum einen an die Orte der damaligen Täter erinnern. Zum anderen soll er mahnen, was passieren kann, wenn man sich einer Rassenideologie verschreibt, so von der Lieth.

Die Täterspuren-Route 2016. Unterwegs sind mehrere Kundgebungen geplant.

Quelle:

Start ist 14.30 Uhr auf der Südseite des Hauptbahnhofes. Mit mehreren Zwischenstationen geht es über die St. Petersburger Straße zum Pirnaischen Platz, über die Wilsdruffer Straße zum Postplatz und weiter zum Theaterplatz. Dort möchten sich die Organisatoren ganz dem Thema Pirna-Sonnenstein widmen und dabei auch von Schicksalen der dortigen Opfer berichten. 17.30 Uhr soll die Veranstaltung beendet sein, auch um die danach geplante Menschenkette nicht zu behindern.

Vorbereitet auf Nazi-Aufmärsche

Neben dem eigenen Rundgang will Dresden Nazifrei auch in diesem Jahr dafür sorgen, dass rund um den 13. Februar keine Neonazi-Demonstration ungestört durch die Stadt laufen kann. Bisher sei keine Demo angezeigt, dem traue man aber nicht, so Sprecher Silvio Lang. Dagegen spricht, dass die Rechtsextremen massiv Werbung für den 13. Februar machen, so auch am Mittwoch mit einem Stand am Dresdner Altmarkt und schon am Samstag im Rahmen der Pegida-Kundgebung.

Von Freitag bis Sonntag stehe das Bündnis daher in Bereitschaft, um auch kurzfristig einen Gegenprotest und wenn möglich eine Menschenblockade der Neonazi-Demo zu unterstützen. Man gehe davon aus, dass sich die Neonazis im Geheimen vorbereiten und wie in den Vorjahren kurzfristig mit 400 bis 600 Teilnehmern durch die Altstadt laufen wollen.

Der angezeigten AfD-Demonstration wolle Nazifrei hingegen keine Aufmerksamkeit widmen. „Wir kümmern uns nicht um die AfD-Demo“, so Silvio Lang, der aber nicht ausschließen wolle, dass nicht andere gegen die Rechtspopulisten demonstrieren würden. Nazifrei konzentriere sich aber auf den eigenen Täterspuren-Rundgang und den befürchteten Neonazi-Aufmarsch.

Lob und Tadel für die Stadtverwaltung

Nach viel Kritik in den vergangenen Jahren gibt es von Seiten des Bündnisses in diesem Jahr sogar Lob für die Dresdner Stadtverwaltung. Dresden Nazifrei unterstütze Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) ausdrücklich bei seiner Entscheidung, keine offizielle Gedenkveranstaltung auf dem Heidefriedhof abzuhalten. Der sei weiterhin völlig ungeeignet. Die stattdessen geplante Diskussionsrunde der AG 13. Februar werde von Dresden Nazifrei ausdrücklich befürwortet.

Allerdings gab es auch Kritik: So sei es problematisch, dass die Stadt versuche, den Täterspuren-Mahngang zu vereinnahmen. Dieser werde von offizieller Seite inzwischen als Selbstverständlichkeit vorausgesetzt, kritisierte Silvio Lang. AG-Moderator Jochen Klose habe den Mahngang schon beworben, bevor er angemeldet war. Und das ohne Nachfrage beim Bündnis selbst.

Lang erneuerte noch einmal den Anspruch des Bündnisses, von einem Gedenken wegzukommen. Der 13. Februar müsse ein ganz normaler „Tag unter vielen“ sein, sagte er.

Von Stephan Lohse

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