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Naschen ist bei Dr. Quendt ausdrücklich erlaubt

Naschen ist bei Dr. Quendt ausdrücklich erlaubt

Auf das "M" verzichtet man beim Russisch Brot und auch aufs "W". "Die Buchstaben würden zu schnell zu Bruch gehen, weil sie größer sind als die anderen", erklärt Rosita Hösel.

Seit 29 Jahren verpackt sie das leckere Gebäck - zu DDR-Zeiten im VEB Dauerbackwaren an der Kaitzer Straße, jetzt in der Dr. Quendt KG in Coschütz. "Und es schmeckt mir immer noch", fügt sie schmunzelnd hinzu.

Heute stellt die Dresdner Spezialitätenbäckerei neben Russisch Brot Süßgebäck wie Dinkelchen und Waffeln her, natürlich Christstollen in Größenordnungen, außerdem das gesalzene Knabbergebäck "Bemmchen" und Dominosteine als Pralinen. In Sachen Dresdner Stollen und Russisch Brot hat Dr. Quendt eine führende Position in Deutschland. "Wir verwenden hochwertige Rohstoffe", beschreibt Geschäftsführer Matthias Quendt die Firmenphilosophie. Er hat das Geschäft 2006 von seinem Vater Dr. Hartmut Quendt übernommen. Dieser wiederum hatte noch im Wendejahr 1989 einen Prototypen zur Fertigung von Russisch Brot für den VEB Dauerbackwaren entwickelt, seine Maschine nach der Auflösung des volkseigenen Betriebs gerettet und 1991 die Dr. Quendt Backwaren GmbH gegründet. Der kleine Betrieb mauserte sich nach und nach zum mittelständischen Unternehmen, das sich der Tradition verpflichtet fühlt.

1999 dann übernahm der Betrieb die Produktion von Dominosteinen der Firma Herbert Wendler, die bereits 1996 Konkurs anmeldete. Doch auch Dr. Hartmut Quendt musste schmerzliche Erfahrungen machen. Um sich gegen die Konkurrenz zu behaupten - es gab damals immerhin fünf Hersteller von Dominosteinen zum Teil billigster Art - hat er von 1999 bis 2008 Verluste gemacht. "Die Kosten konnten nicht gedeckt werden", erinnert sich sein Sohn. Heute verkauft Dr. Quendt kleine Mengen Dominosteine als Pralinen in Spezialitätenläden.

Geschäftsführer Matthias Quendt legt großen Wert auf gesunden Genuss. "In unsere Schokolade kommen keine Emulgatoren", nennt er ein Beispiel. Und für Lebkuchen werde Lagerteig genommen. Das Getreide, das Quendt verwendet, kommt aus der Region - aus der Dresdner Mühle beispielsweise. Neun Millionen Hühnereier würden verbraucht pro Jahr.

Wie viele Stollen und Beutel Russisch Brot das im Jahr 2000 in Betrieb gegangene Werk an der Offenburger Straße pro Jahr verlassen, mochte Quendt nicht verraten. Er verweist auf einen Umsatz von 20 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Zum Vergleich: Der Umsatz auf dem Süßwarenmarkt beträgt deutschlandweit jährlich zwölf Milliarden Euro.

"Gegenüber 2012 haben wir allerdings zwei Millionen Euro verloren", sagt er. Das habe vor allem an der verspätet eingetroffenen neuen Verpackungsmaschine für die Stollen gelegen. "Sie hat erst im September richtig funktioniert", berichtet Quendt. Zu spät für die Stollenproduktion, die bereits im Juni startet. In der Vergangenheit sind die Stollen per Hand verpackt worden. Noch aus einem anderen Grund war 2013 für Quendt ein wirtschaftlich schwieriges Jahr. "Die Rohstoffpreise für Butter, Mandeln, Zucker und Mehl sind deutlich gestiegen", erklärt der Geschäftsführer.

Dass die Firma Dr. Quendt bereits zum zweiten Mal bei der "Langen Nacht der Industrie" mitmacht, hat seinen Grund: "Wir wollen den Dresdnern die Möglichkeit geben sich anzuschauen, wie wir unsere Dinkelchen, Bemmchen und das Russisch Brot herstellen", sagt der Geschäftsführer. 100 Stammmitarbeiter beschäftigt Matthias Quendt heute. In der Saison - sprich von Juni bis Dezember - sind es doppelt so viele. Naschen ist ihnen ausdrücklich erlaubt. Die Spezialitätenbäckerei beliefert vor allem hiesige Kunden. "In den neuen Bundesländern, vor allem in Sachsen und Thüringen, haben wir einen Bekanntheitsgrad von rund 30 Prozent", nennt Matthias Quendt eine Zahl. Der Exportanteil liege bei zwei Prozent. "Wir liefern unsere Produkte nach Österreich, Polen, aber auch in die USA und sogar nach Australien", so der Chef. Und im Oktober vergangenen Jahres hat Quendt zum ersten Mal eine Palette Russisch Brot nach Russland geliefert.

Und warum heißt Russisch Brot eigentlich Russisch Brot? "Ein Dresdner Bäckergeselle soll das Rezept Mitte des 19. Jahrhunderts aus St. Petersburg mitgebracht haben", erzählt Quendt. Der Mann habe später hier in Dresden eine Deutsch-Russische Bäckerei eröffnet und das erste selbst gebackene Russisch Brot verkauft.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 12.03.2014

Katrin Richter

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