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Naschen ausdrücklich erlaubt - Die Dresdner Spezialitätenbäckerei Dr. Quendt möchte gesunden Genuss schaffen

Naschen ausdrücklich erlaubt - Die Dresdner Spezialitätenbäckerei Dr. Quendt möchte gesunden Genuss schaffen

Weihnachtsmusik schallt aus Lautsprechern, frische Stollen, per Hand auf den Ofenwagen gelegt und zur Verpackung gebracht, verbreiten den Duft der Adventszeit: Auf dieses Szenario dürfen sich die Besucher der Langen Nacht der Industrie freuen, wenn sie bei der Spezialitätenbäckerei "Dr. Quendt" Station machen.

Nein, die Veranstaltung findet nicht im Dezember, sondern mitten im Sommer statt. Aber bei Dr. Quendt beginnt die Stollenproduktion eben schon Mitte Juni.

Da das Rosinengebäck sechs bis acht Wochen vor seiner Auslieferung gelagert wird, herrscht im Gewerbegebiet Gittersee ab Mitte des Jahres Hochbetrieb: In drei Schichten wird gearbeitet, wochentags wie am Wochenende. Die Produktion von Dr. Quendt-Klassikern wie Russisch Brot läuft parallel weiter. 200 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen deshalb in der Hochsaison, 100 mehr als üblich.

Mitarbeiter ist eigentlich der falsche Begriff, Geschäftsführer Matthias Quendt bevorzugt die Bezeichnung Mitreisende. Untereinander wird sich geduzt, die Belegschaft versteht sich als eine kleine Gemeinschaft. Naschen ist ausdrücklich erlaubt. Seit 1995 ist Matthias Quendt im Betrieb, seit nunmehr sechs Jahren leitet er das Traditionsunternehmen. Übernommen hat er es von seinem Vater Dr. Hartmut Quendt, der 1989 einen Prototypen zur kontinuierlichen Fertigung von Russisch Brot für den VEB Dauerbackwaren fertiggestellt hatte. Nach Auflösung des Volkseigenen Betriebes rettete er seine Maschine und gründete 1991 die Dr. Quendt Backwaren GmbH, um die Produktion von Russisch Brot in Dresden fortzuführen. Dieser Tradition sieht sich auch sein Sohn verpflichtet, der die GmbH mittlerweile in eine KG umgewandelt hat.

Einer einfachen Unternehmensführung hat er sich verschrieben. Mit Erfolg: 23,5 Millionen Euro Umsatz konnte Dr. Quendt im vergangenen Jahr verbuchen, Tendenz steigend. Die Hauptfrage des geschäftsführerenden Gesellschafters lautet dabei: "Was sind unsere Kernprodukte?" Diese Frage ist recht leicht zu beantworten: In Sachen Stollen und Russisch Brot ist Dr. Quendt Marktführer in Deutschland. Hinzu kommen noch Dinkelchen, Bemmchen oder Dominosteine. "Das bin ich der Stadt schuldig, Dominosteine und Russisch Brot wurden schließlich in Dresden erfunden. Als Dresdner will ich diese Tradition erhalten", sagt er.

Aber auch neuen Bestrebungen verschließt sich Matthias Quendt nicht. "In den nächsten Jahren möchte ich die gesamte Produktion auf Bio umstellen", kündigt er an. Erste Pfade in diese Richtung sind bereits beschritten. So werden Domino-Steine, deren Produktion aufgrund der hohen Herstellungskosten 2008 eingestellt wurde, seit dem vergangenem Jahr als Bio-Version angeboten. Auch neue Produktentwicklungen, etwa mit Kokos und Vanille veredeltes Russisch Brot, werden bereits auf Bio-Basis hergestellt. "Da passen wir uns den neuen Ernährungsrichtlinien an und wollen einen gesunden Genuss erzeugen", sagt der Chef.

Und auch die Tatsache, dass Dresden zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts der größte Waffelhersteller Deutschlands war, findet Eingang in die Produktentwicklung: Seit vergangenem Jahr bietet Dr. Quendt Oblaten, made in Dresden, an.

Probieren kann man diese und auch alle anderen Erzeugnisse seit dem vergangenen Jahr im betriebseigenen Café "Weit-Blick". Der Name ist Programm: In der dritten Etage, über dem Werksverkauf, hat man eine phänomenale Aussicht auf die Stadt. Auch Matthias Quendt selbst langt hier gerne mal zu. Zu viel werden ihm seine Leckereien nie: "Ich habe den absoluten Traumberuf", sagt er und man glaubt es ihm gern.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.04.2013

Grödel, Christin

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