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Nanozentrum in Dresden soll mit Millionenaufwand gerettet werden

Wirtschaftliche Krise Nanozentrum in Dresden soll mit Millionenaufwand gerettet werden

Seit 2007 besteht das Nanoelektronische Zentrum der Stadt. Wirtschaftlich kam das Gründerzentrum für Unternehmen der Branche nie so recht auf die Beine. Jetzt plant die Stadt den Befreiungsschlag. Anderenfalls drohe die Insolvenz.

Im Fall einer Insolvenz, die spätestens 2017 drohe, müsste die Stadt für die Kredite gerade stehen und die gewährten Darlehen und Kapitaleinlagen wären auch weg.

Quelle: dpa

Dresden.  Jetzt soll es der Befreiungsschlag werden: Die Stadt will Millionen in die Rettung des Nanoelektronischen Zentrums auf der Maria-Reiche-Straße im Dresdner Norden stecken. Anderenfalls droht wohl die Insolvenz. Dafür muss die Stadt aber erhebliche Summen bereitstellen.

Das Zentrum wurde 2007 vor allem auch auf Betreiben des damaligen Wirtschaftsbürgermeisters Dirk Hilbert (FDP) ins Leben gerufen, richtig zum Laufen kam es wirtschaftlich aber bis heute nicht. So kaufte es an der Maria-Reiche-Straße vier Gebäude für 4,4 Millionen Euro, Bedarf besteht dafür aber nicht. In der Gesellschaft, an der die Stadt inzwischen mit mehr als 90 Prozent beteiligt ist, herrschte unter den Augen der Stadtspitze lange Misswirtschaft. Das ging soweit, dass das Zentrum zeitweise bilanziell überschuldet war und in den letzten zwei Jahren bereits mehrere Finanzspritzen der Stadt brauchte, um flüssig zu bleiben. Nach nunmehr fast zehn Jahren will die Stadt eine „Durchfinanzierung der Gesamtinvestition“ auf den Weg bringen.

Für das Gesamtprojekt mit einem Umfang von 13,4 Millionen Euro hatte der Freistaat Sachsen Fördermittel in Höhe von 7,4 Millionen bewilligt, die Eigenmittel der Gesellschaft sollten bei knapp sechs Millionen Euro liegen. Weil es nach 2007 zunächst überhaupt nicht richtig losging, Förderanträge immer wieder nachgebessert werden mussten, Geschäftsführerwechsel nötig waren, liefen in den ersten Jahren bereits erhebliche Fehlbeträge auf. Das Zentrum hat Kredite von aktuell 4,8 Millionen Euro, für die die Stadt zu 80 Prozent bürgt. Mit Gesellschafterdarlehnen und Kapitaleinlagen hat die Stadt schon 4,7 Millionen Euro im Nanozentrum stecken. Vergeblich versuchte die Stadt bislang, zwei nicht benötigte Häuser (Nummern 5 und 7) zu verkaufen.

„Die wirtschaftliche Betreibung ist nur bezogen auf die Häuser 1 und 3 möglich“, heißt es jetzt in der Vorlage von Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann. Bis auf wenige Büroflächen seien Anfang des Jahres alle bisher nutzbaren Flächen in den beiden Häusern vermietet gewesen. Das liegt aber auch daran, dass große Teile noch nicht nutzbar sind. Im Haus 1 sind noch 23 Prozent im Rohbauzustand und im Haus Nummer 3 sind es sogar 60 Prozent. Daraus ergibt sich jetzt der Finanzbedarf zu Rettung. Allein für die Fertigstellung der Flächen sind 4,6 Millionen Euro notwendig. Insgesamt kalkuliert die Stadt mit einem Rettungsbedarf von 4,8 Millionen Euro. Davon sollen 2,4 Millionen zwar aus einer Förderung der Landes kommen, mit der wird jedoch nicht vor 2018 gerechnet. Daher muss die Stadt diesen Betrag zunächst selbst aufbringen. Zur Rettung sollen Gesellschafter Darlehen einschließlich Zinsen von insgesamt mehr als drei Millionen Euro in eine Kapitaleinlage umgewandelt werden. Damit würde die Rückzahlung der Darlehen an die Stadt entfallen. Um die Vorgänge in den Griff zu bekommen, sollen das Nanozentrum sowie die Technologie- und Gründerzentren der Stadt eine gemeinsame Geschäftsführung erhalten.

Im Fall einer Insolvenz, die spätestens 2017 drohe, müsste die Stadt für die Kredite gerade stehen und die gewährten Darlehen und Kapitaleinlagen wären auch weg. Zu den Risiken des Rettungsversuchs gehören mögliche Rückzahlungsforderungen für Fördermittel des Freistaats, der fragliche Verkauf der beiden Häuser oder auch die Nichtbewilligung der erwarteten neuen Fördermittel.

Von Ingolf Pleil

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