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Nanotubes aus Dresden gewinnen Ideenwettbewerb "futureSAX"

Nanotubes aus Dresden gewinnen Ideenwettbewerb "futureSAX"

Sie sind 20000 mal dünner als ein Haar, waren damit die mit Abstand die kleinste der beim "futureSAX" Ideenwettbewerb eingereichten Innovationen.

Dresden.

Aber ein Wissenschaftlerteam der TU Dresden hat mit so genannten Nanotubes dennoch den ganz großen Wurf gelandet und den mit 15000 Euro dotierten Hauptpreis gewonnen.

Die 1985 entdeckten Kohlenstoffröhrchen die sich teils wie Halbleiter, teils wie Metalle verhalten, revolutionieren bereits seit einigen Jahren die Computerbranche und leiten damit den Übergang von der Mikroelektronik zur Nanoelektronik ein. Effekt sind schnellere und energiesparende Rechner. Nun haben die Ingenieurin Dr. Yevgeniya Bezugla, der Physiker Dr. Viktor Bezugly, der Chemiker Dr. Vyacheslav Khavrus, und der wissenschaftliche Mitarbeiter Denis Krylow eine Methode zur Reinheitskontrolle entwickelt, die es erlaubt, Nanotubes mit ganz gezielten elektrischen oder thermischen Eigenschaften herzustellen. Die Weltneuheit soll es ermöglichen, dass die Winzlinge aus Dresden künftig auch in der Photovoltaik, in Bildschirmen, medizinischen Geräten und neuartigen Oberflächen stecken.

Das Spin-off "ProNT"aus der TU-Professur für Materialwissenschaft und Nanotechnologie von Professor Dr. Gianaurelio Cuniberti hat sich mit der Diplomkauffrau Tatiana Brand Kompetenz für Marketing und Vertrieb ins Team geholt und bereits den Halbleiterhersteller Infineon als Kunden gewinnen können, wie Projektleiterin Yevgeniya Bezugla verkündete, als Sachsens Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP) den Preis übergab. Die Gründer wollen ProNT zügig als Zulieferer der Nanoelektronik-Industrie etablieren. Das Preisgeld wollen sie in eine detaillierte Marktanalyse, die Erstellung eines Businessplanes sowie Coaching und Beratung für ihre Unternehmensgründung stecken.

Morlok lobte die große Anzahl und Branchenvielfalt der über 70 Bewerbungen beim diesjährigen Ideenwettbewerb und bekräftigte die Strategie der Staatsregierung, innovative Unternehmen zu unterstützen. "Wir werden die Forschungsabteilungen der DAX-Konzerne nicht nach Sachsen holen können", sagte er. Deshalb müsse man den Boden für eigene Dax-Konzerne bereiten.

Rahmen für die Preisverleihung war der 4. Sächsische Innovationsgipfel. Rund 200 Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Forschung und Politik diskutierten im Hygienemuseum, wie Innovationsprozesse erfolgreicher gestaltet werden können. Das Motto des Gipfels, "Open Innovation", ist auch für die Gründerteams von großer Bedeutung. Es geht darum, wie Kunden bereits bei der Produktentwicklung stärker einbezogen werden können.

Studien belegen, so "futureSAX"-Projektleiter Dr. Andreas Stricker, dass über die Hälfte aller neu eingeführten Produkte, in sie gesetzte Erwartungen nicht erfüllen. Wolf Lotter, Mitbegründer des Wirtschaftsmagazins "brand eins" und bekannt als einer von Deutschlands scharfzüngigsten Kommentatoren (siehe Interview) heizte mit einem polarisierenden Vortrag eine Podiumsdiskussion an, bei der er auch Widerspruch erntete. Einigen konnten sich die Gesprächspartner schließlich auf die Formel: Open Innovation bedeutet nicht, Kunden Innovationen so zu verkaufen, als ob es ihre Idee gewesen wäre, sondern weil es ihre Idee war. Das hat nichts mit Demokratie zu tun oder damit, andere die eigene Arbeit machen zu lassen - ein Vorwurf Lotters mit Blick auf aktuelle Versuche.

Giordano Koch, Geschäftsführer der HYVE Innovation Community GmbH aus München, brachte es schließlich eindrucksvoll auf den Punkt. Als der Konzern Beiersdorf um Hilfe bei der Entwicklung eines neuen Deos bat und dabei vor allem die Verlängerung der Wirkdauer im Blick hatte, so Koch, habe sein Unternehmen recherchiert, was die Nutzer sozialer Netzwerke im Zusammenhang mit Deo-Sprays diskutieren: "Das waren die hässlichen Flecken, die sie auf der Kleidung hinterlassen." Auf den Markt kam schließlich ein Spray, das diese Flecken vermeiden konnte - auch wegen der vielen Fleckentfernungstipps aus dem sozialen Netz. Es sei der größte Erfolg nach der Niveacreme gewesen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.07.2014

Holger Grigutsch

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