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Nanocenter Klotzsche: Fraunhofer erwägt Ausbau

Nanocenter Klotzsche: Fraunhofer erwägt Ausbau

Das städtische Nanoelektronik-Zentrum in Klotzsche wird voraussichtlich noch mal erweitert: Wie Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) mitteilte, verhandeln "Nano Center" und Fraunhofer-Gesellschaft über die Übernahme und Sanierung eines weiteren ZMD-Gebäudes an der Maria-Reiche-Straße, damit die Forschungsinstitute mehr Platz erhalten.

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Während der vordere Teil zur Grenzstraße schon saniert ist, strahlen andere der alten ZMD-Gebäude noch DDR-Charme aus.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dabei handelt es sich um etwa 4000 Quadratmeter in den Häusern Maria-Reiche-Straße 5 und 7, deren Umbau wohl einen Millionenbetrag kosten dürfte.

Von Heiko Weckbrodt

Entschieden ist die Übernahme aber noch nicht - es werde verhandelt, betonten "Nanocenter"-Chef Andreas Schmidt und Ines Schedwill, Sprecherin des Organikelektronik-Zentrums "Comedd" von der Fraunhofer-Gesellschaft. Allerdings gebe es in der Tat weiteren Platzbedarf der Klotzscher Institute, sagte Schedwill.

Sollte der Deal zu Stande kommen, könnte das Nanoelektronikzentrum nahezu im ursprünglich geplanten Umfang realisiert werden - bisher ist davon erst etwa ein Viertel fertig gestellt. Ohnehin hatte das Projekt eine schwere Geburt gehabt: 2007 kaufte die Stadt auf Betreiben Hilberts die damals stark sanierungsbedürftigen Gebäude der früheren DDR-Chipschmiede "Zentrum für Mikroelektronik Dresden" (ZMD) an der Maria-Reiche-Straße - das heutige "ZMDi" hat sich längst einen neuen Campus ein Stück weiter östlich errichtet. Zunächst wollte das Rathaus 19 Millionen Euro investieren, um dort Elektronikfirmen ansiedeln zu können. Nach zähen Verhandlungen mit dem Fördermittelgeber, dem Freistaat, strich die Stadt das Projekt auf etwa 13 Millionen Euro zusammen, und erst nach 2009 - da lag die Auslastung des ersten Abschnitts bei gerade mal 30 Prozent - ging der Ausbau richtig los.

Fünf Millionen investiert

Inzwischen sind die ersten 4000 Quadratmeter in der Maria-Reiche-Straße 1 fertig und laut Schmidt zu 70 Prozent ausgelastet. Stadt und Freistaat investierten rund fünf Millionen Euro. Angesiedelt haben sich hier zum Beispiel "Heimann Sensor" (Wärmebildkameras auf Chips), "Suragus Saxray" (Nanotechnologie-Ausgründung der TU) und Semisol (Qualitätskontrolle von Siliziumscheiben im Reinraum).

Weitere acht Millionen Euro fließen in das Haus Nummer 3, das auch als Technologiepark für junge Nanotech-Firmen gedacht ist. Dieser ebenfalls 4000 Quadratmeter große Abschnitt soll Mitte 2013 fertig sein. Für beide Abschnitte gibt der Freistaat rund 7,4 der insgesamt 13 Millionen Euro Sanierungs- und Ausbaukosten aus dem Programm "Gemeinschaftsaufgabe - Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" dazu.

Parallel dazu haben sich die Fraunhofer-Institute für Photonische Mikrosysteme (IPMS) und für zerstörungsfreie Prüfverfahren (IZFP), die auf der anderen Seite der Maria-Reiche-Straße sitzen, das Haus Nummer 5 mit 2500 Quadratmetern Fläche gesichert und es für 3,5 Millionen Euro auf eigene Kosten saniert. Diese Instituts-Erweiterung ist fast fertig, auch die frühere ZMD-Hausbrücke über der Straße ist wieder hergestellt.

OLED-Nachfrage beflügelt Ausbau

Zudem hat sich ein Forschungsgebiet des IPMS inzwischen als besonders erfolgreich erwiesen: Die Nachfrage für organische Leuchtdioden (OLEDs), organische Solarzellen (OPV) und Kunststoff-Elektronik steigt weltweit. Daher hat das IPMS nun diese Abteilung als selbstständige Fraunhofer-Einrichtung "Comedd" ausgegründet (Wir berichteten) - und auch dies schafft neuen Platzbedarf nebst einigen Firmenausgründungen, die bereits geplant sind.

Generell hat sich die Nähe des Nanoelektronikzentrums zu Fraunhofer sowie zum Chipauftragsfertiger "X-Fab" und zur Halbleiterdesign-Firma ZMD als vorteilhaft herausgestellt, wie Nanocenter-Chef Schmidt betont: "Das Interesse auch von Firmenseite an Ansiedlungen im Nanocenter ist gut", sagte er. "Gerade für junge Unternehmen und vor allem Ausgründungen kann es entscheidend sein, zunächst die Labore, Reinräume und die andere Infrastruktur der Fraunhofer-Institute erst mal mitnutzen zu können, bevor eigene Investitionen möglich sind."

Mehr Infos im Netz: computer-oiger.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.07.2012

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