Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Google+
Nach der Panne am Samstag: Dresdner Striezelmarktfichte steht endlich auf dem Altmarkt

Nach der Panne am Samstag: Dresdner Striezelmarktfichte steht endlich auf dem Altmarkt

Weihnachten ist gerettet: Die Dresdner Striezelmarktfichte steht seit Sonntagabend nun endlich auf dem Altmarkt. Nach einem wahren Drama um die diesjährige Striezelmarktfichte konnten sich die Dresdner am Sonntagabend endlich über ihren Weihnachtsbaum auf dem Altmarkt freuen.

Voriger Artikel
Frau mit Überblick besorgt neue Fichte: Sigrid Förster ist die Striezelmarktverantwortliche der Stadt Dresden
Nächster Artikel
Dresdner Stollensaison ist offiziell eröffnet
Quelle: dpa

Was war passiert? Ein kurzer Knack und aus war der Traum von glitzernden Tannenbaum auf dem Dresdner Striezelmarkt. Der Stamm der ursprünglich für die 580. Ausgabe vorgesehenen Kammfichte aus Kreischa brach am Samstagmorgen gegen 8.30 Uhr. Die Fichte hing bereits am Kran und sollte auf den Transporter gelegt werden. In einer Höhe von etwa 13 Metern gab ein Frostriss nach. Sigrid Förster vom Dresdner Marktamt vor Ort war trotzdem ein wenig erleichtert: "Erst einmal sind wir sehr froh, dass keiner der Mitarbeiter zu Schaden kam. Der Baum wiegt immerhin fünf Tonnen. Natürlich sind wir sehr traurig, diesen stolzen Baum nun nicht mehr auf dem Dresdner Striezelmarkt präsentieren zu können. Wir haben aber schnell eine Alternative gefunden. Der neue Baum kommt aus Klipphausen".

php13b1b090ad201411021714.jpg

Der Striezelmarktbaum ist endlich in Dresden angekommen

Zur Bildergalerie

Auch die Besitzer der Unglücksfichte waren im wahrsten Sinne des Wortes geknickt. „Als ich das Knacken hörte, war ich erstmal geschockt. So etwas gab es noch nie und nun ausgerechnet bei unserem schönen Baum“, bedauert Christian Garten. Seine Frau Monika und er hätten den ganzen Abend an dem Ereignis zu knabbern gehabt, berichtet der Kreischaer. Am Sonntagnachmittag ließen es sich die beiden aber nicht nehmen, auf dem Altmarkt vorbeizuschauen. Der Retterbaum kam zwar unter die ersten zehn beim Baumcasting, für einen der vorderen Plätze reichte es aber nicht, weil er an einem Hang steht.

Der Klipphausener Baum benötigte nach Stadtangaben keine zusätzlichen Straßensperrungen. Das wäre bei dem zweitplazierten Baum in Dresden-Langebrück der Fall gewesen und hätte deshalb zusätzlich Zeit gekostet. Für den logistischen Aufbau des Dresdner Striezelmarktes sei der Baum in der Marktmitte besonders wichtig, so die Verwaltung.

„Ich ging gerade ins Wohnzimmer als ich das Telefon klingelt hörte – Frau Förster von der Stadt war am Telefon. 'Sitzen oder Stehen Sie, Frau Zschoche', fragte die Dame“, so erzählt Erika Zschoche vom wohl aufregendsten Samstag in diesem Jahr. Die 74-Jährige ist die Besitzerin des Retterbaum aus Klipphausen.

Die 22 Meter hohe und fünf Tonnen schwere Fichte steht seit 80 Jahren auf dem Grundstück des Elternhauses ihres Mannes. „Als wir gefragt wurden, ob wir unsere Fichte nun doch spenden wollen, haben wir sofort zugesagt, ist doch Ehrensache“, stellt die stolze Baumspenderin klar. Und wenn das eigene Schmuckstück schon mal so berühmt wird, muss man das natürlich auch live bewundern. Am Sonntagabend machte sich das Ehepaar Zschoche auf den Weg in die große Stadt, um ihren Baum auf dem Altmarkt glänzen zu sehen.

Bis es soweit war, dass das Ehepaar ihren Baum bewundern konnten, war es ein abenteuerlicher Weg. Wie Barbara Knifka von der Stadt Dresden auf Anfrage von DNN-Online mitteilte, war das Fällen und der Abtransport des Baumes gar nicht so einfach. Der am Abhang stehende Baum machte es den Arbeitern schwer, den Kran richtig zu positionieren. So hatte man am Samstagnachmittag die Arbeiten zunächst abgebrochen, um sich am Sonntagfrüh um 7.30 Uhr mit neuer Technik und frischer Kraft ans Werk zu machen. „Wir mussten alle Äste zunächst abbinden und den Kran sehr gut stabilisieren, um den Baum auf den Laster verladen zu können“, erzählt Andreas Deppner von der Baumpflegefirma Deppner. 

Nach dem geglückten Verladen war der Baum am Sonntagmittag von etwa 13 bis 16.30 Uhr auf dem Weg nach Dresden. Rund 200 Schaulustige und die erleichterten Mitarbeiter der Stadtverwaltung begrüßten den Baum auf dem Altmarkt. „Das waren für uns zwei aufregende Tage. Das einzige was ich heute bisher gegessen habe, war ein Pfannkuchen von gestern“, schmunzelt Barbara Knifka. Um 17 Uhr war es dann endlich soweit: die Striezelmarktfichte stand in ihrer ganzen Pracht inmitten des Altmarktes. Am Montag soll die Retterfichte mit unzähligen Lämpchen geschmückt werden.

 

Auch Dresdens Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert war erleichtert: „Es blieb spannend bis zuletzt. Bisher gab es nie die Notwendigkeit einer Variante B. Aber ich danke allen, die uns hier so unkompliziert und schnell am Sonnabend und Sonntag unterstützt haben. Sie haben auf ihre Freizeit verzichtet, damit der Dresdner Striezelmarkt einen Weihnachtsbaum bekommt“.

Am Montag soll mit dem Aufbau des 580. Striezelmarktes begonnen werden. Bereits im Aufbau befinden sich das Riesenrad und das Etagenkarussell. Am Montag folgen der Aufbau der weltgrößten erzgebirgischen Stufenpyramide mit einer Höhe von 14,62 Metern und insgesamt 233 Hütten sowie der Weihnachtskrippe, so die Stadt. Ab Montagmorgen soll um den Altmarkt ein etwa 410 Meter langer und zwei Meter hoher Bauzaun errichtet werden. Die umliegenden Gehwege können genutzt werden. Die Zugänge zur Tiefgarage und zum Aufzug sind weiter frei zugänglich und entlang der Absperrung ausgeschildert. Der Striezelmarkt wird am 27. November eröffnet und endet am 24. Dezember.

Julia Vollmer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr

  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.