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Nach dem Hochwasser: Facebook-Helfer sind neue Herausforderung für die Krisenstäbe

Nach dem Hochwasser: Facebook-Helfer sind neue Herausforderung für die Krisenstäbe

Während das Juni-Hochwasser immer weiter anstieg, schufteten in Dresden und Umgebung Tausende von früh bis spät. Sie stapelten Sandsäcke, organisierten Versorgung und als das Wasser weg war, packten viele noch an und entrümpelten die Wohnungen von teils wildfremden Menschen.

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Tausende freiwillige Helfer im Einsatz - Planen lässt sich das jedoch nicht.

Quelle: Julia Vollmer

Organisiert wurden die Helferkolonnen aber nicht von den offiziellen Krisenstäben sondern vor allem von privaten Facebook-Gruppen. Für die offiziellen Stellen birgt das jede Menge neue Herausforderungen.

Schon während des Hochwassers hatte es bei den privat organisierten Fluthelfern immer wieder Probleme gegeben. Verschiedene Initiativen veröffentlichten widersprüchliche Aufrufe. An manchen Stellen kam zu viel oder die falsche Hilfe an, an anderen Stellen zu wenig. Was sich zudem vor Ort zeigte: Den Freiwilligen fehlte es an professioneller Anleitung: So mancher Sandsack-Damm war gut gemeint, aber nicht unbedingt gut gebaut.

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Auch rund um das Blaue Wunder rücken die Anwohner dem Schlamm zuleibe.

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„Eine einheitliche Koordinierungsstelle garantiert einen Überblick über alle verfügbaren Helfer und über alle Personen, Haushalte, Firmen, Einrichtungen etc., die Hilfe benötigen. Die Helfer können in verschiedene Gruppen unterteilt werden“, wünschen sich zum Beispiel die Macher des Fluthilfezentrums Dresden. „Wünschenswert wäre es, wenn sich die Stadt mit dem Erfolg der sozialen Netzwerke und dem daraus resultierenden Fluthilfezentrum Sachsen auseinandersetzt“, hofft die Initiative, die wochenlang am Glücksgas-Stadion eine regelrechte Basis mit Kleiderkammer, Möbellager und Einsatzzentrale unterhalten hatte.

Das Problem für die Krisenstäbe ist jedoch: Die freiwilligen Helfer sind nicht planbar. Während Feuerwehr, Bundeswehr und Technisches Hilfswerk (THW) krisensicher auf Abruf stehen, kann niemand vorhersagen, ob sich bei einem nächsten Hochwasser wieder Tausende Dresdner finden, die zum Beispiel auf der Leipziger Straße mit anpacken. So wurde in der Vorwoche beispielsweise auch über die geplante Hafencity diskutiert, die mitten im Überflutungsgebiet stehen würde. „Dort packe ich definitiv nicht an“, war ein Tenor der Diskussion.

„Die Beteiligung einer unbekannten Anzahl an Freiwilligen ist nicht zu planen, dennoch können die Behörden durchaus aufgrund von Schätzungen Konzepte entwickeln“, schlägt die Piratenpartei vor. „Eine gewisse Flexibilität und Reaktionsschnelligkeit muss von bezahlten Kräften erwartet werden können. Eine Option wäre zum Beispiel, eine Voranmeldung als Fluthelfer zu ermöglichen und dies über die sozialen Netzwerke publik zu machen.“

Das Fluthilfezentrum schlägt vor, eine Helfer-Datenbank anzulegen, um die Verfügbarkeit Freiwilliger halbwegs verlässlich planen zu können. Zudem solle sich die Stadt am Fluthilfezentrum beteiligen und geeignete Räume und Lager zur Verfügung stellen. „Weiter wäre es auch wünschenswert, dass die Stadt sich mit ihrem Krisenmanagement auseinandersetzt und dieses auf eventuelle Schwachstellen untersucht. Sollte es der Stadt nicht möglich sein, vorgeschlagene Maßnahmen umzusetzen oder sollte die Untersuchung des Krisenmanagements zeigen, dass kein Verbesserungsbedarf besteht, wäre es schön, wenn der Austausch zwischen den Helfern und der Stadt ein fester Bestandteil der Notfall-Kommunikation wird“, heißt es weiter.

Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) hatte schon während des Hochwassers angekündigt, genau zu überlegen, wie das „Anpacken 2.0“, so der Minister, in das offizielle Vorgehen integriert werden könne. Manche Dinge, wie die Versorgung mit Kleinigkeiten, würden die Freiwilligen besser hinbekommen als die Profis.

sl / cg

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