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Nach dem Hochwasser: 120 Dresdner Kleingärtner müssen der Elbe weichen

Nach dem Hochwasser: 120 Dresdner Kleingärtner müssen der Elbe weichen

Dresden zählt in Deutschland zu den Kleingartenhochburgen. Die sächsische Landeshauptstadt belegt mit ihren 23 400 Parzellen nach Berlin, Leipzig und Hamburg immerhin Platz 4. 13 Haushalte konkurrieren in Elbflorenz um einen Kleingarten.

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Quelle: Regina Katzer

In Neubrandenburg sind es nur 5, in Bergisch-Gladbach dagegen 319. All das sind die Ergebnisse einer Kleingartenstudie des Reisebuchungsportals ab-in-den-urlaub.

de, das die Zahlen der 131 größten deutschen Städte verglich.

Doch Frank Hoffmann, Vorsitzender des Stadtverbandes der Dresdner  artenfreunde, stehen trotz dieser erfreulichen Zahlen tiefe Sorgenfalten auf der Stirn. Denn viele Kleingärten in Dresden wird es in absehbarer Zeit nicht mehr geben – sie müssen der Elbe Platz machen. Frank Hoffmann rechnet mit mindestens 120 Gärten, die wohl künftig aufgegeben werden müssen. Konkret betrifft das Parzellen in der Spitze der Kleingartenanlage „Ostragehege“, in der Anlage „An dem Zschierbach I“, im Verein „Die Ufergärten“ in Lockwitz sowie große Teile der Anlage „Leubener Wiesen“, weil sie im Hochwasserfall im Durchströmungs- oder im Abflussbereich der Elbe liegen. Betroffen waren im Juni dieses Jahres vom Hochwasser bzw. vom dadurch  verursachten Anstieg des Grundwassers insgesamt rund 1500 Gärten. Eine konkrete Forderung der Stadt, die Gärten zu beseitigen, gibt es  allerdings noch nicht

. „Die Stadt wird uns auch nicht kündigen, weil sie uns nicht entschädigen kann“, ahnt der Chef der Kleingärtner. Und trotzdem werden die Gärten weichen müssen. Zum Beispiel weil nach der Flut 2002 erteilte, aber bis 30. Juni 2014 befristete  wasserrechtliche Sondergenehmigungen zur Reparatur bzw. zum Wiederaufbau von Lauben mit großer Wahrscheinlichkeit nicht verlängert werden. „Das Umweltamt will keine Verlängerung pro forma vergeben.“ Das hat Hoffmann schon schriftlich. Er geht davon aus, dass die

Lauben abgerissen werden müssen. Zur Disposition stehen allein dadurch 83 Gartenhäuschen in den Anlagen „Elbtal II“, „Berchtesgadener Straße“, „Altleuben“, „Neu-Leuben“ und „An dem Zschierbach I“.

„Zudem dürfen weitere Lauben, die jetzt durch das Hochwasser im Juni beschädigt oder zerstört wurden, nicht mehr repariert, geschweige denn aufgebaut werden“, weiß Hoffmann aus einem Schreiben des Umweltamtes Dresden. „Es wurde auch darauf hingewiesen, dass im Gewässerrandstreifen – beidseitig zehn Meter ab  Löschungsoberkante – keine Gehölze angepflanzt und Baulichkeiten oder andere Abflusshindernisse errichtet werden dürfen.“ Dadurch werden weitere Kleingärten in den Vereinen „Ostragehege“, „An dem Zschierbach I“, in den „Leubener Wiesen“ und in den „Ufergärten“ keine Zukunft haben. In manchen Gartenanlagen entstehe dadurch ein Flickenteppich. In der Kleingartenanlage „Ostragehege“  werden von 79 Gärten voraussichtlich nur 19 erhalten bleiben. Gegenwärtig tourt der Vorsitzende des Stadtverbandes der Kleingärtner durch die betroffenen Vereine, um mit den Pächtern der Parzellen über die Zukunft zu diskutieren. 120 Kleingärtner warfen schon von sich aus das Handtuch.

Sie kündigten ihren Pachtvertrag, weil sie keine Kraft mehr haben, wieder von vorn anzufangen. „Die Stadt hat uns ihre Bereitschaft zugesagt,

die Beräumung der aufgegebenen Gärten zu übernehmen“, ist Frank Hoffmann froh. Doch das reicht ihm und den Dresdner Kleingärtnern nicht. „Meine Forderung an die Stadt ist, den Dresdner Kleingärtnern Ersatzflächen zur Verfügung zu stellen.“

Catrin Steinbach

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