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Nach Grundstücksauktion macht sich bei Kleingärtnern an der Salzburger Straße Unsicherheit breit

Nach Grundstücksauktion macht sich bei Kleingärtnern an der Salzburger Straße Unsicherheit breit

Bunte Blumen und leuchtende Kürbisse: Einen spätsommerlichen Tag konnten die Gartenfreunde des Kleingärtnervereins Salzburger Straße e. V.

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Heinz, Jean und Marianne Zimmer (v. l.) bewirtschaften ihren Kleingarten an der Salzburger Straße im Stadtteil Dobritz schon seit etwa 30 Jahren. Vom gestrigen Besitzerwechsel ihrer Pachtfläche wussten sie nichts.

Quelle: Dietrich Flechtner

Von Stefan Schramm

gestern noch einmal genießen. Doch in das Idyll platzte eine Nachricht, die einige Beunruhigung bei den Gartenfreunden auslöste. Die TLG Immobilien GmbH ließ ein 53 400 Quadratmeter großes Grundstück versteigern, auf dem sich auch ein nicht unwesentlicher Teil der Dobritzer Gartensparte, die sogenannte Anlage 2, befindet. Sie ist rund 12 400 Quadratmeter groß, erstreckt sich westlich des Trümmerbergs neben der Leubener Kiesgrube und besteht aus rund 300 einzelnen Parzellen. Nun fragen sich die Laubenpieper, ob sie mehr Pacht zahlen oder ihre Gärten in absehbarer Zeit vielleicht ganz abgeben müssen.

Dem Höchstbietenden der Auktion, die gestern in Berlin stattfand, war die Fläche immerhin 26 000 Euro wert. Das Mindestgebot lag bei 9000 Euro. "Etwa zehn Parteien haben sich mit ihren Geboten beteiligt", sagte Katja Heringshausen von der Deutsche Grundstücksauktionen AG gestern gegenüber DNN. Die Jahrespachteinnahmen liegen netto bei etwa 1089 Euro. Somit würde sich der Kauf für den Investor erst nach rund 25 Jahren amortisieren. Das aber bringt zum Beispiel die Eheleute Grimm, die eine 300-Quadratmeter-Parzelle bewirtschaften, ins Grübeln. "Vielleicht wird es unter dem neuen Eigentümer eine Pachterhöhung geben", befürchten sie.

Genau wie sie wurden auch viele andere Laubenpieper des Vereins erst gestern von den Neuigkeiten mit der Versteigerung überrascht. "Wir wussten von nichts", zeigt sich Jean Zimmer erstaunt, während er einen Gartenweg vom Herbstlaub befreit. Seine Eltern hegen den Garten schon seit 30 Jahren. Was nun passieren wird, weiß er nicht. "Wir warten ab, was der neue Eigentümer vor hat", sagt Zimmer.

Wolfgang Herrmann vom Vorstand des Kleingartenvereins sieht die Sache gelassener. "Wir sind eine Dauerkleingartenanlage", sagt er, "und als solche sind wir durch das Bundeskleingartengesetz geschützt." Pro Quadratmeter müssen die Kleingärtner jährlich 8,8 Cent pro Quadratmeter Pacht bezahlen. "Dieser Wert gilt in der ganzen Stadt und erhöht sich nicht", beruhigt Frank Hoffmann, Erster Vorsitzender des Stadtverbandes "Dresdner Kleingartenfreunde". Zudem bestehe für die 1927 gegründete Kleingartenanlage seit 1951 ein unbefristeter Pachtvertrag. Laut Flächennutzungsplan ist das Gelände als Grün- und Freifläche mit der Zweckbestimmung als Gartenland ausgewiesen. Es liegt zudem im Landschaftsschutzgebiet (LSG) "Dresdner Elbwiesen und -altarme".

Ebenfalls versteigert wurde ein knapp unter 50 000 Quadratmeter großes Flurstück in der Nähe. Es liegt nördlich der Kiesgrube Leuben an der Tauernstraße. Unter anderem befindet sich auf einem kleinen Teil des Areals ein Tauchcenter. Nach Angaben des Auktionshauses wechselte diese Fläche sogar für 78 000 Euro den Eigentümer. Beide Grundstücke waren für die TLG offenbar bedeutungslos geworden, weil sich abzeichnete, dass in absehbarer Zeit darauf nicht gebaut werden könne. Beim Jahrhunderthochwasser im August 2002 standen weite Teile des Gebiets mannshoch unter Wasser und zählen somit zum Überschwemmungsgebiet der Elbe. Nicht zuletzt durch den in den 1950er Jahren aufgeschütteten Trümmerberg sind die Grundstücke auch im Altlastenkataster erfasst. Für Gartenbau und Erholung reichen die Flächen aber allemal. Und das wird wohl auch zukünftig so sein.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.09.2011

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