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Mutter des Dresdner Findel-Babys hat sich bislang nicht gemeldet

Mutter des Dresdner Findel-Babys hat sich bislang nicht gemeldet

Das Findelkind, das vor reichlich zwei Wochen im Diakonissenkrankenhaus entdeckt worden ist, wird sein erstes Weihnachtsfest voraussichtlich ohne seine leiblichen Eltern feiern.

Von christoph Springer

Bisher hat sich die Mutter des Neugeborenen weder bei der Polizei noch bei der Stadt gemeldet, teilten Polizeisprecher Thomas Geithner und Jugendamtssprecherin Evelin Hipke-Schulz auf DNN-Anfrage mit.

Der Junge ist unterdessen längst nicht mehr im Krankenhaus. Nach der zweiten Vorsorgeuntersuchung, der sogenannten "U2", wurde er in eine Familie gegeben, die ihn womöglich adoptieren wird. Ob es dazu kommt, hängt von der leiblichen Mutter des Neugeborenen ab. Meldet sie sich binnen acht Wochen nach der Geburt, kann sie ihr Kind zurückbekommen.

Der Junge wurde am 28. November um 5.15 Uhr im Diakonissenkrankenhaus nahe einem Nebeneingang gefunden. Er war wohlauf und warm eingepackt in ein Handtuch und eine orangefarbene Decke. Im Krankenhaus war schnell klar: Er war erst wenige Stunden alt. Das Kind wurde daraufhin von den Fachkräften des Diakonissenkrankenhauses untersucht und bis zur "U2" versorgt, die üblicherweise zwischen dem dritten und dem zehnten Lebenstag eines Neugeborenen stattfindet.

Wie vom Jugendamt schon am Geburts-Tag des Jungen angekündigt, wurde er danach in eine Adoptivfamilie gegeben. "Seit drei Jahren werden solche Kinder nicht mehr in eine Pflegefamilie gegeben, sondern gleich in eine Adoptivfamilie, in der das Kind vielleicht dauerhaft bleibt", sagte Hipke-Schulz. Dies sei für die Bindung der Kinder "ganz wichtig". Acht Wochen lang bleibt der Junge, dessen Name laut dem Jugendamt nicht in der Öffentlichkeit bekannt werden soll, auf Abruf in dieser Familie. "Mit dieser Unsicherheit müssen die neuen Eltern leben", so Evelin Hipke-Schulz. Hat sich die Mutter bis dahin nicht gemeldet und ihr Neugeborenes zurückverlangt, bleibt das Kind dauerhaft in der neuen Familie.

Unterdessen hat die Staatsanwaltschaft geprüft, ob sich die Mutter des Jungen strafbar gemacht hat. Das wäre der Fall, wenn ihr eine Aussetzung vorgeworfen werden müsste. Laut Strafgesetzbuch ist davon auszugehen, wenn eine Person in einer hilflosen Lage im Stich gelassen wird und dabei in Todesgefahr gerät oder schwere Gesundheitsschäden davon trägt. "Wir haben unsere Prüfung noch nicht abgeschlossen", sagte Lorenz Haase, der Sprecher der Staatsanwaltschaft. "Wenn sich nichts mehr ändert, gehen wir aber davon aus, dass das nicht strafbar ist", so Haase weiter.

Bei der Polizei haben sich im Zusammenhang mit dem Fund des Kindes nur zwei Personen gemeldet. "Eine Frau hat angeboten, für das Kind zu sorgen", sagte Polizeisprecher Thomas Geithner. Außerdem sei ein Hinweis zu einer Frau eingegangen, die womöglich schwanger war, aber nie mit ihrem Kind gesehen wurde. "Als die Beamten sie zu Hause besuchten, hatte sie den Beweis dafür, dass alles in Ordnung ist, in den Armen", so Geithner. Sie stand den Fahndern mit ihrem Neugeborenen gegenüber. Von der Mutter des Findelkindes aus dem Diakonissenkrankenhaus fehlt weiter jede Spur.

Die Mutter des Jungen kann sich beim Verein "Kaleb", Bautzner Straße 54, melden. Für Mütter in Notlagen steht dort die Telefonnummer 01804/23 23 23 zur Verfügung (20 Cent pro Festnetzanruf).

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.12.2012

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