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Multiresistente Keime im Krankenhaus Dresden-Neustadt - keine Lebensgefahr für Patienten

Multiresistente Keime im Krankenhaus Dresden-Neustadt - keine Lebensgefahr für Patienten

Dresden. Im Krankenhaus Dresden-Neustadt sind multiresistente Keime aufgetaucht. Von den sechs betroffnen Patienten der Unfallchirurgie sei keiner lebensbedrohlich erkrankt, einer habe bereits das Krankenhaus wieder verlassen, teilte der Ärztliche Direktor Tobias Lohmann am Mittwoch mit.

Seit Sonntag gelte auf der Station ein Aufnahmestopp, neue Fälle habe es seither nicht gegeben. Konkret geht es um Bakterien, die unter dem Kürzel MRSA bekannt sind: Methicillin-resistente Staphylococcus aureus-Stämme. Eine Gefahr für die Öffentlichkeit bestehe nicht, sagte Lohmann.   Entwarnung will das Krankenhaus aber erst geben, wenn die Zahl auf ein bis zwei Fälle gesunken ist. Die Betroffenen werden isoliert in Einzelzimmern betreut.

Auch das Personal bis hin zur Reinigungskraft musste sich einem Screening unterziehen. Bisher lägen noch nicht alle Ergebnisse vor, hieß es. Laut Lohmann infizierten sich in den letzten Jahren im Schnitt zwei oder drei Patienten im Krankenhaus mit den MRSA-Bakterien. Darüber hinaus nehme man etwa 70 bis 80 Kranke auf, bei denen MRSA schon vorher bekannt ist. Als Konsequenz aus der Häufung verschob die Unfallchirurgie geplante Operationen.  

Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums werden viele Infektionen im Krankenhaus von diesen Staphylokokken verursacht. Sie besiedeln vor allem die Haut und die Schleimhäute. Die Besonderheit der MRSA-Bakterien besteht darin, dass sie oft gegen mehrere Antibiotikagruppen resistent sind. „MRSA stellen weltweit vor allem in Kliniken eine Gefahr dar. Besonders betroffen sind die chirurgischen Intensivstationen, Abteilungen für Brandverletzungen und Neugeborenenstationen“, heißt es in einer Information des Bundesgesundheitsministeriums.  

Nach den Worten von Lohmann ist der Staphylococcus aureus ein typischer Erreger für Wundinfektionen. In Deutschland seien etwa 20 Prozent der Bevölkerung ständig und etwa 60 Prozent zeitweise mit diesem Keim „besiedelt“ - vorwiegend in den Nasenvorhöfen. Die Medizin unterscheidet zwischen Infektionen und Besiedlung. Infiziert hat man sich dann, wenn die Bakterien über Wunden oder Risse in den Körper gelangen. Die konkreten Quellen für eine Ausbreitung des Keims lassen sich nur schwer finden.

Beim aktuellen Dresdner Fall wollte Lohmann nicht ausschließen, dass nur ein Patient Auslöser war.   MRSA-Stämme traten erstmals vor 50 Jahren und schon während der klinischen Erprobung des Antibiotikums Methicillin zunächst in England, in den nachfolgenden Jahrzehnten auch weltweit auf. Bis Mitte der 1990er Jahre tauchten die gefährlichen Keime fast ausschließlich in Krankenhäusern auf, seither auch im ambulanten Bereich.

dpa/sn

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