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Monitor an der Semperoper bleibt

Denkmalschützer sprechen von zeitlich befristeter Duldung Monitor an der Semperoper bleibt

Von einem sechs mal drei Meter großen Monitor auf dem Balkon der Semperoper flimmern engagierte Botschaften gegen Fremdenfeindlichkeit. Doch der Bildschirm an der historischen Fassade kollidiert mit dem Denkmalschutz. Jetzt deutet sich eine Lösung an.

Die Mitarbeiter der Semperoper zeigen Flagge gegen die Pegida-Bewegung.

Quelle: dpa

Dresden. Für den Monitor auf dem vergoldeten Kuppelbalkon über dem Haupteingang der Semperoper deutet sich eine Lösung an. Wie die Landeshauptstadt Dresden den DNN auf Anfrage mitteilte, eröffne das Denkmalschutzgesetz dem städtischen Amt für Denkmalschutz im Rahmen der Ermessensausübung die Möglichkeit einer temporären Duldung, gegebenenfalls unter Auflagen. Zu gut Deutsch: Der Monitor an der Fassade eines der bedeutendsten Bauwerke der Stadt darf vorerst bleiben, aber nicht zum Dauerzustand werden.

Mitte Mai werde ein abschließendes Gespräch zwischen der Intendanz der Semperoper, Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Die Linke) und Manfred Wiemer, Amtsleiter für Kultur und Denkmalschutz, stattfinden teilte die Stadt mit. Dabei dürfte es auch um einen Termin gehen, bis wann der Monitor wieder abmontiert werden muss.

Die Mitarbeiter von Dresdens berühmtesten Kulturtempel hatten den Monitor im Oktober 2015 installiert (DNN berichteten). Über den sechs mal drei Meter großen Bildschirm positionieren sich Mitarbeiter aus allen Sparten des Hauses mit deutlichen Aussagen gegen Fremdenfeindlichkeit. Der Bildschirm wurde als Reaktion auf die Pegida-Kundgebungen angebracht, die sich regelmäßig auf dem Theaterplatz formierten.

Im Februar ging die Anzeige eines Bürgers wegen eines Verstoßes gegen das Denkmalschutzgesetz im Rathaus ein. Der Anzeige hätte es nicht bedurft: Schon am 20. Oktober 2015 forderte die Stadt die Semperoper auf, einen Antrag auf denkmalschutzrechtliche Genehmigung für den Monitor zu stellen. Die Intendanz der Semperoper erklärte darauf hin in einer Stellungnahme, es handele sich um eine Kunstaktion, für die keine Erlaubnis erforderlich sei. Diese Auffassung teilten die Denkmalschützer der Stadt nicht. Nach intensiver rechtlicher Prüfung und mehreren weiteren Schriftwechseln gehen sie aber von der Möglichkeit einer zeitlich befristeten Duldung aus.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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