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Modell Mini-Betriebskita macht in Dresden Schule

Modell Mini-Betriebskita macht in Dresden Schule

Die Dresdner Prüftechnik-Firma FSD hat ihre Mini-Betriebskita ausgebaut: Statt fünf Mitarbeiter-Kinder betreuen drei angestellte Tagesmuttis nun acht Mädchen und Jungen im Alter bis zu drei Jahren.

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Nicht nur Selma, Luis und Elise (v. l.) finden die Betriebs-Kita gut, auch FSD-Techniker und Vater Jens Grohmann schätzt das Betreuungsangebot.

Quelle: Dietrich Flechtner

"Dieses Angebot hilft uns, Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten", erklärt FSD-Chef Jürgen Bönninger. Zudem sei es "höchst belebend", von Kinderlachen empfangen zu werden, wenn man auf Arbeit komme.

Auch FSD-Prüftechniker Jens Grohmann, der in der kleinen Betriebskita am Unternehmenssitz seine achtmonatige Tochter Selma in Betreuung geben hat, ist angetan: "Diese Lösung ist für mich sehr angenehm: Man spart sich Umwege zu einer Kita und kann auch mal tagsüber nach dem Kind gucken", betont er. Nur 14 Tage habe er auf den Platz warten müssen, nachdem er den Antrag in der Personalabteilung abgegeben hatte - davon können andere Eltern in Dresden angesichts des Krippenmangels nur träumen.

Die an der Winterbergstraße ansässige FSD beschäftigt 120 Mitarbeiter und realisierte im vergangenen Jahr 26 Millionen Euro Umsatz mit Automobil-Tests und -Prüfgeräten - Tendenz: steigend. Einen Teil seiner Gewinne verwende die Firma, um ihre Kindertagespflegestelle zu finanzieren, sagt Bönninger. Die FSD war Mitte 2008 das erste Unternehmen in Dresden gewesen, dass auf diese betriebsnahe Zwischenform zwischen klassischer Tagespflege und Krippe setzte. Das Konzept: Statt sich für viel Geld eine eigene Kita zu bauen, mietete die Firma damals eine Wohnung an der Comeniusstraße an, stattete sie mit Kindermöbeln und Spielzeug aus und stellte zwei Frauen an, die sich um fünf Mitarbeiter-Kleinkinder kümmerten.

Inzwischen sind es drei ausgebildete Tagesmütter, die acht Kinder kümmern, deshalb sind die Kleinen nun auch in die FSD-Unternehmenszentrale umgezogen, wo mehr Platz für sie ist. Die Firma bezahlt die Ausstattung und einen kleineren Teil der laufenden Kosten. Den größeren Teil der Betriebskosten tragen Stadt, Land und Eltern. Die Tagesmütter selbst wissen das Modell zu schätzen. Anders als ihre freiberuflichen Kolleginnen sind sie beim Unternehmen angestellt, bekommen entsprechend Urlaubstage und Krankengeld. "Das ist ein echter Vorteil für uns", meint die 35-jährige Tagesmutter Veronique Ritscher.

Mittlerweile hat das Modell in Dresden Schule gemacht: Neun weitere Firmen haben sich für den Tagesmutti-Weg als preiswerten Einstieg in den eigenen Betriebskindergarten entschieden, Sie haben in Summe 16 Tagesmütter mit 55 Plätzen angeheuert. Weitere 620 Plätze haben sich Unternehmen, Behörden und Institute als Belegungsrechte in bestehenden Kitas oder in den neuen Container-Krippen gesichert - eine andere Alternativform zur Betriebs-Kitas.

Heiko Weckbrodt

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 22.02.2013

Heiko Weckbrodt

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