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Mobile Schallschleuse für den Kulturpalast

Lärmschutzproblem Mobile Schallschleuse für den Kulturpalast

Das Lärmschutzproblem am Neumarkt ist so gut wie gelöst. Das erklärte Berndt Dietze, Geschäftsführer der Baywobau Dresden GmbH, auf Anfrage der DNN. "Ich bin zuversichtlich, dass wir in etwa drei Monaten eine ausführungsfähige Lösung vorliegen haben", so der Bauexperte.

Beim unmittelbar neben dem Kulturpalast entstehenden Quartier VII/2 ist das Problem gelöst. Geschlossene Fenster strebt Berndt Dietze aber nicht an.

Quelle: Anja Schneider

Dresden. Das Lärmschutzproblem am Neumarkt ist so gut wie gelöst. Das erklärte Berndt Dietze, Geschäftsführer der Baywobau Dresden GmbH, auf Anfrage der DNN. "Ich bin zuversichtlich, dass wir in etwa drei Monaten eine ausführungsfähige Lösung vorliegen haben", so der Bauexperte, der mit seinem Unternehmen das Quartier VII/1 am Neumarkt errichten will.

In diesem Quartier plant das Unternehmen den Bau von Wohnungen und Geschäften. Das Baufeld ist nur wenige Meter vom Kulturpalast entfernt, und dort kann es nachts manchmal laut zugehen. Nach größeren Konzerten wird die Bühnentechnik in den Nachtstunden abgebaut und auf Sattelschlepper verladen. Das kracht und donnert. Der Lärmpegel ist dann zu hoch für Wohngebäude in der näheren Umgebung, wenn nichts passiert.

Die Stadtverwaltung hat eine eigenwillige Lösung des Problems vorgelegt: Sie gestattete der Kimmerle GbR, die das benachbarte Quartier VII/2 errichtet, den Bau von Wohnungen und einem Hotel. Bedingung: Die Fenster dürfen nicht geöffnet werden. Im Hotel dürfen die Fensterhebel nur von der Reinigungsfirma zum Öffnen benutzt werden, die Wohnungen sollen gleich eine Festverglasung erhalten (DNN berichteten). Lärmschutzproblem gelöst! Nur: Wer mietet eine Wohnung in allerbester Innenstadtlage, wenn er in seinen eigenen vier Wänden die Fenster nicht öffnen darf?

Für Dietze war klar: Es muss eine andere Lösung her. Die Stadt hatte den Bau eines lärmdämmenden Häuschens für die Anlieferzone des Kulturpalastes nie erwogen. Als die Lärmschutzproblematik auf die Tagesordnung kam, war es dann zu spät: Das Häuschen hatte nachträglich nur errichtet werden können, wenn das Raumkonzept für den Kulturpalast gründlich über den Haufen geworfen worden wäre. Das hätte zu großem Zeitverzug bei der Sanierung geführt.

Wenn ein festes Häuschen nicht mehr geht, warum dann nicht eine Umhausung der Anlieferzone, die sich auf- und abbauen lässt?, fragte sich Dietze und suchte den Kontakt zur Stadtverwaltung. Er ließ ein Schallschutzgutachten anfertigen und weiß jetzt: Auch mit einer mobilen Schallschleuse lassen sich die geforderten Werte für eine Wohnbebauung unterbieten. "Die Schallschutzwerte werden mit unserer Idee eingehalten", so Dietze.

Nun geht es um den zweiten Teil des Problems: Auch wenn es sich nur um eine mobile Umhausung handelt, erwartet die Stadt eine hohe architektonische Qualität. "Wir haben uns jetzt an den Architekten für den Umbau des Kulturpalastes gewandt und um Vorschläge gebeten." Dietze schwebt eine Variante mit Glaselementen vor, die optisch ansprechend ist. "Wir bräuchten auch einige Stützen, die fest installiert werden", erklärte er.

Wenn die Vorschläge zur Architektur vorliegen würden, könnte das Vorhaben zur Genehmigung eingereicht werden. An den Kosten der Schallschutzschleuse würden sich die Kimmerle GbR und die Baywobau beteiligen, so Dietze. Ob die Stadtverwaltung eine Möglichkeit zur Förderung des Vorhabens findet, sei ungewiss.

Baubürgermeister Raoul Schmidt Lamontain (Bündnis 90/Die Grünen) bestätigte einen intensiven Austausch zwischen Dietze und dem Stadtplanungsamt sowie weiteren Fachinstitutionen. "Neben den Kriterien für eine Funktionalität muss die Lösung an diesem sensiblen Standort ein gestalterisch angemessenes Gesamtkonzept bieten. Wir erwartet jetzt einen funktionalen und gestalterischen Lösungsvorschlag", so der Baubürgermeister.

Thomas Baumann-Hartwig

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