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Mitarbeiter der Dresdner Stadtreinigung fahren Sonderschichten - "Mülltourismus" wie 2002

Mitarbeiter der Dresdner Stadtreinigung fahren Sonderschichten - "Mülltourismus" wie 2002

Zur Ruhe kommen die Menschen in den Überflutungsgebieten der Elbe nur sehr langsam. Nachdem sich der Fluss zurückgezogen hat, beginnt nun das große Aufräumen und Saubermachen.

Dresden.

Tonnenweise wird überspülter und unbrauchbar gewordener Hausrat aus den Häusern geräumt. Manche Zeitgenossen wollen die Situation ausnutzen.

An den Straßen stehen Möbel, Elektrogeräte, Haushaltswaren und müssen entsorgt werden. Die Stadt hat, wie schon 2002, in den betroffenen Gebieten eine kostenlose Sperrmüllentsorgung organisiert. Eine große Hilfe für die Anwohner - eine Herausforderung für die Stadtreinigung. Neben dem normalen Tagesgeschäft, und da blieb wegen der Straßensperrungen ja auch viel Müll liegen, müssen nun die Sondertouren bewältigt werden. "Die Männer erledigen am Vormittag ihr normales Tagesgeschäft und fahren dann am Nachmittag noch einmal raus", erzählt Uwe Ehrlich, Gruppenleiter Systemabfuhr bei der Stadtreinigung.

Frank Karnak und Matthias Seidel sind zwei der Mitarbeiter, die gestern nach Feierabend noch einmal auf Tour gingen. Seit sechs Uhr sind sie auf den Beinen und immer noch gut drauf. "Der Müll muss weg", sagen sie. Die Zentrale sammelt die Informationen, wo Sperrmüll herumsteht, und organisiert dann die Einsätze. Die beiden Männer und ihr Müllauto werden nach Alttolkewitz abkommandiert. Die Fußwege dort sind gut gefüllt. Auf den engen Straßen ist die Kurverei mit dem Müllauto ziemlich nervig. Matthias Seidel nimmt es gelassen. "Wenn eine Bahn kommt, muss ich eben wegfahren."

Links und rechts der Straße stehen ganze Müllberge, zum Teil ist alles noch feucht und schmutzig und es müffelt. Ein unangenehmer Geruch liegt in der Luft, aber zimperlich sind die Männer nicht, die packen an. "Wir nehmen nur Sperrmüll mit", sagt Frank Karnak. "Farben, Metall und Elektrogeräte holen andere Kollegen, das kommt alles auf andere Deponien." So schauen sie ganz genau in Tüten und Kartons, damit nichts Falsches aufgeladen wird. An den Straßenrändern stehen aber auch Dinge, die nicht vom Wasser überspült wurden - Bauschutt oder ganz trockene Möbel. Da versuchen manche Zeitgenossen, die gar nicht von der Flut betroffen waren, kostenlos ihren Müll los zu werden, vermuten die Männer. Solche "Mülltouristen" gab es schon 2002 reichlich.

Es dauert nur wenige Minuten und der erste Müllberg ist im Auto verschwunden. Der Sperrmüll wird grob zerlegt und gepresst. Etwa 18 Tonnen passen in das Auto. In zwei Stunden, so vermuten die Männer, ist das Fahrzeug voll. Sie fahren dann zur Deponie und danach noch einmal los - zwei Touren wollen sie schaffen. Morgen geht das Ganze von vorn los. "Wir fahren, bis der Müll alle ist."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.06.2013

ml

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