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Mit seiner gestrigen Investitur hat der Kunsthistoriker Matthias Flügge die Amtsgeschäfte als Rektor der HfBK Dresden übernommen

Mit seiner gestrigen Investitur hat der Kunsthistoriker Matthias Flügge die Amtsgeschäfte als Rektor der HfBK Dresden übernommen

Das Finale war ungewöhnlich. Selbst für einen Ort wie das Oktogon, einen der immer noch meistunterschätzten Ausstellungsräume der Stadt. Als der aus London stammende Komponist und Performancekünstler Chris Newman zehn neu komponierte kurze Lieder vortrug, zeigte sich manch einer der reichlich 100 Gäste irritiert wegen der Verknüpfung von Minimal Music und eigenwilligem Gesang.

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Sie teilten sich gestern das Rednerpult: der neue HfBK-Rektor Matthias Flügge, Kunstministerin Sabine von Schorlemer, Flügges Vorgänger Christian Sery und Joachim Hoof, Vorsitzender des HfBK-Hochschulrates (v.r.).

Quelle: Matthias Blumhagen

Zuvor hatten der neue Rektor der Hochschule für Bildende Künste Dresden (HfBK), Matthias Flügge, und sein Vorgänger Christian Sery unisono die Eigenständigkeit der Kunst betont - und damit auch die der Kunsthochschulen. So gesehen, gab Newman dem vorher Gesagten Form und damit spürbares Gewicht.

Flügge hatte den befreundeten Künstler eingeladen. Anlass war die Investitur des neuen Rektors, der Ende Juni 2012 gewählt worden war und sein Amt im Oktober übernommen hatte. Flügge, Jahrgang 1952, sticht auf dieser Position mit seiner Vita heraus: Er ist kein Künstler, sondern Kunsthistoriker, Kritiker und Kurator.

Die offizielle Einführung ins Amt war, wie zu solchen Anlässen nicht ungewöhnlich, Zeitpunkt für Rückschau und Ausblick. So blieb es Sery vorbehalten, noch einmal auf die strukturellen Änderungen zu verweisen, die das Haus während seiner siebenjährigen Amtszeit zu durchlaufen hatte. Allen voran stand die Umsetzung des Bologna-Prozesses, als dessen Kritiker Sery immer galt. In diesem und weiteren Punkten sind sich der Ex- und der amtierende Rektor Flügge einig: Dass in Dresden die Kunsthochschule nach wie vor mit Diplom abgeschlossen wird und nicht mit Bachelor oder Master, befürworten beide. Sery hatte zudem schon im vergangenen September darauf hingewiesen, dass die immer wieder betonte Kompatibilität von Studiengängen, wie im Bologna-Prozess vorgesehen, in der Praxis oft genug nicht existiere. So habe die HfBK für das neue "Schools of Art"-Stipendienprogramm zwar mit der School of Arts Manchester kooperieren können (auch mit Paris und Linz, wie er gestern anfügte), ähnliche Pläne mit den Hochschulen in Den Haag oder Rotterdam hätten sich aber als nicht machbar erwiesen, kritisierte er damals.

Die Hochschule sei ein "Terrain freien Denkens und Handelns", das gestützt und geschützt werden müsse, betonte Sery gestern. In diese Kerbe schlug ähnlich auch sein Nachfolger. Man müsse sich der Tendenz widersetzen, "das freie Spiel durch Formalien einzuhausen". Mit Blick auf die 2012 in Kraft getretenen Änderungen des Sächsischen Hochschulfreiheitsgesetzes kündigte Flügge an: "Wir werden das Wort Gesetz genau so wichtig nehmen wie das Wort Freiheit."

Er könne nach den ersten Monaten ("die 100 Tage sind vorbei") sagen, dass er ein wirklich gut bestelltes Haus übernehme, zog der Neue ein kurzes Fazit. Flügge machte andererseits auch Mängel aus: zu wenig Lehrende, zu wenige Stellen im sogenannten Mittelbau. Ein Problem, das die HfBK mit vielen anderen Hochschulen teilt. Wie ihm begegnet wird, muss mit den Verantwortlichen auf der anderen Elbseite, sprich im Kunst- und Finanzministerium, immer wieder diskutiert und auch ausgehandelt werden. Bautechnisch hofft Flügge auf einen baldigen Umbau der Bildhauerwerkstätten auf der Pfotenhauerstraße. Ausstellungsvorhaben im Oktogon sollen zudem helfen, "Defizite in der öffentlichen Wahrnehmung" zu beheben. Sery hatte übrigens kurz zuvor en passant darauf hingewiesen, dass der Ausstellungsraum unter der Kuppel der "Zitronenpresse" "fortwährend Begehrlichkeiten seitens der Staatlichen Kunstsammlungen" ausgelöst hätte, derer er sich habe erwehren müssen.

Flügge will auf jeden Fall die Sichtbarkeit der Hochschule stärken, "in Dresden, national und international". Das im Februar 2014 liegende Doppeljubiläum (250 Jahre) der beiden Kunstakademien Dresden und Leipzig werde gemeinsam begangen, kündigte er an. Die Traditionen seien dabei wichtig, stünden aber nicht im Vordergrund. "Die Studenten sollen die Akteure sein. Wir wollen nicht uns feiern, sondern die Kunst." Dazu passte die Aussage von Kunstministerin Sabine von Schorlemer (parteilos), die Kunsthochschulen "gehören zu Sachsens Tafelsilber wie die Staatlichen Kunstsammlungen und die Semperoper". Der neue Rektor wird diesen Satz gut abgespeichert haben. Torsten Klaus

www.hfbk-dresden.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 22.01.2013

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