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Mit der Sanierung der Fachbibliothek für Kybernetik in Dresden gelingt Gratwanderung zwischen Geschichte und Gegenwart

Mit der Sanierung der Fachbibliothek für Kybernetik in Dresden gelingt Gratwanderung zwischen Geschichte und Gegenwart

Einst galt sie als eine der bedeutendsten Sammlungen der Akademie der Wissenschaften der DDR. Die im Jahr 1957 gegründete Dresdner Fachbibliothek für Technische Kybernetik und Regelungstheorie bot nicht nur eine Vielzahl hochaktueller forschungsrelevanter Literatur.

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Raum für Ideen und Austausch: Die sanierte Fachbibliothek in der Zeunerstraße will mit offener Atmosphäre eine Plattform zum Querdenken bieten.

Quelle: Elke Sähn/PR

Mit ihren zahlreichen russischen Publikationen stellte sie den Wissenschaftlern der ehemaligen DDR auch die Forschungsergebnisse ihrer Kollegen direkt zur Verfügung. Jetzt ist die Fachbibliothek des heutigen Fraunhofer-Instituts für Verkehrs- und Infrastruktursysteme (IVI) sowie der Einrichtung für Entwurfsautomatisierung des Fraunhofer-Instituts für integrierte Schaltungen (IIS/EAS) umfassend saniert worden. Die Vermittlung zwischen bedeutungsvoller Vergangenheit und moderner Gegenwärtigkeit ist dabei so gelungen, dass die neuen Räume zum Dresdner Tag der Architektur - Thema: "Architektur bewegt" - für Besucher geöffnet werden.

Eine rot-schwarze Möbelgruppe lädt zum Sitzen ein, eine Wendeltreppe führt zur Empore, und Bücher - fein säuberlich geordnet - runden das bibliothekarische Ensemble ab. Der neue Raum bewegt sich in einem Ambiente zwischen Wohnzimmer, Beratungsraum und innovativer Fachbuchsammlung. "Die Idee war, in dem komplett mit Regalen und anderen Einrichtungsgegenständen zugestellten, zweigeschossigen Raum eine großzügige, gemütliche Lobby-Atmosphäre zu schaffen", sagt Architektin Michaela Hoppe. Die Bibliothek sollte wieder als Raum erfahrbar sein, als Ort zum Lesen, Verweilen und für Gespräche. Die Regale als Haupteinrichtungselemente stehen für Klarheit und Zurückhaltung. "Denn die Stars und die Seele der Bibliothek sind die Bücher", erklärt Hoppe.

"Wir wollten diesen wunderbaren Raum wieder mehr nutzen", sagt auch IIS-Sprecherin Elke Sähn. Die fortschreitende Digitalisierung habe wissenschaftliche Fachbibliotheken stark verändert. Sei früher die Lesesaal-Recherche der Mittelpunkt der Bibliotheksarbeit gewesen, zögen heute viele Forscher Informationen aus E-Book-Portalen, Online-Datenbanken, E-Journals und Newslettern. "Diesem Wandel wollten wir Rechnung tragen", erklärt Sähn das Konzept. Um die historisch gewachsene Fachbibliothek lebendiger werden zu lassen, sei sie als Ort des Austauschs konzipiert worden. "Wir möchten eine offene Atmosphäre und auch Raum für Ideen bieten", sagt Sähn. Die Wissenschaftlichkeit solle den Hintergrund bilden.

Aus einer geschichtsträchtigen Bibliothek mit deckenhohen Regalen, engen Gängen und ganz viel Erinnerung ist also nun ein heller offener Raum mit gepolsterten Sitzen, weißen Vorhängen und modernen Bildschirmen geworden. Einst verharrte die alte Sammlung im Status quo der späten DDR-Zeit. Jetzt rangiert die neue Fachbibliothek auf den vorderen Plätzen moderner Vorbild-Werke. Als einziges Dresdner Beispielprojekt ist sie bei der Sächsischen Architektenkammer gelistet. Nicht alles Alte muss weg. Das Früher retten und neue Eigenwertigkeit entwickeln - das hatte sich das eigens zusammengestellte Team bei der Erarbeitung der Bibliotheksstrategie auf die Fahnen geschrieben.

Im April des vergangenen Jahres begannen die Bauarbeiten. In nur vier Monaten wurde die alte Bibliothek nicht nur komplett umgestaltet, sondern auch die populäre Sammlung neu sortiert. Aktuelle Fachpublikationen und Standardliteratur sind jetzt wohlgeordnet in hellen Regalen schnell zugänglich, die überholten, doch historisch wertvollen russischen Exemplare lagern im Archiv. Etwa 100 Fachzeitschriften haben Platz im neu gestalteten Foyer gefunden. Ein Bildschirm am Kopfende des Raumes steht für Präsentationen zur Verfügung.

"Der neue Ort wird gut als Treffpunkt angenommen", erklärt Bibliothekarin Kathy Lindt. Zusammen mit Kollegin Steffi Huste betreut sie die Forscher, die täglich von 6 bis 22 Uhr dort arbeiten können. Ausleihen funktionieren selbstständig. Der elektronische Katalog ermöglicht eine schnelle Suche - die Standorte der Bücher werden auf einer elektronischen Panorama-Abbildung der Bibliothek farblich gekennzeichnet. Finanziert wurde das Vorhaben aus Eigenmitteln der Forschungsinstitute, zur Höhe der Investition machten diese keine Angaben. Etwa 300 Nutzer greifen heute auf 20 000 Bücher, E-Books, Zeitschriften, CDs und DVDs zu. Architektin Michaela Hoppe erklärt Sonnabend, 28. Juni, 11 bis 13 Uhr, wie sie Vergangenheit und Gegenwart vereint hat.

Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme (IVI), Zeunerstraße 38, http://tda2014.aksachsen.org/index.php?ObjID=126&typ=obj&ort=Dresden

Zum Tag der Architektur finden Sie morgen in Ihrer DNN eine Doppelseite mit Service, Bildern und vielen Adressen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 25.06.2014

Katrin Tominski

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