Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
Google+
Mit dem Joystick in die E-Mobilzukunft - Dresdner Forscher arbeiten am E-Auto der Zukunft

Mit dem Joystick in die E-Mobilzukunft - Dresdner Forscher arbeiten am E-Auto der Zukunft

Vor dem Fahrersitz befindet sich ein ganz normales Lenkrad, aber das spielt bei dieser Testfahrt keine Rolle. Mit einem Joystick dirigiert Christoph Barz, Wissenschaftler am Dresdner Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI, die 18 Meter lange „AutoTram“ über einen abgesperrten Teil der ATP-Autoteststrecke im niedersächsischen Papenburg.

Voriger Artikel
Ein Cockpit mitten im Terminal - Am Dresdner Flughafen eröffnet am 28. Oktober ein Flugsimulator
Nächster Artikel
Stadtrat entscheidet heute über Neuordnung des Dresdner Wochenmarktwesens

Das Elektroauto gilt als Fortbewegungsmittel der Zukunft.

Quelle: dpa

Das Gefährt sieht aus wie eine Straßenbahn, braucht zum Fahren aber keine Schienen, sondern fährt wie ein Bus. Die „AutoTram“ sei ein rollendes Versuchslabor für Elektromobilität, erläutert Institutsleiter Matthias Klingner.

Die deutsche Autoindustrie muss nach Expertenansicht große Anstrengungen unternehmen, damit sie den Anschluss beim Thema Elektromobilität nicht verliert. Elektroautos sind noch deutlich teurer als Wagen mit Verbrennungsmotoren, bei der Reichweite hinken sie hinterher. Batteriebetriebene Fahrzeuge brauchen Stunden, bis sie wieder komplett aufgeladen sind, und es gibt noch kaum öffentliche Ladestationen in den Städten. Nicht zuletzt läuft die deutsche Industrie einer neuen Studie von Roland Berger Strategy Cosultants zufolge dem Wachstumsmarkt der Batterien für Elektroautos hinterher.

Um diese offene Flanke zu schließen, hat die Bundesregierung Industrie und Forschungseinrichtungen aufgefordert, sich verstärkt um das Thema Elektromobilität zu bemühen. Bis 2020 sollen mindestens eine Million Elektrofahrzeuge in Deutschland fahren. Derzeit ist unter den gut 42 Millionen zugelassenen Fahrzeugen nur eine kleine vierstellige Zahl Elektroautos.

Im Juni 2009 startete das vom Bundesforschungsministerium mit insgesamt 47 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket geförderte Projekt „Fraunhofer Systemforschung Elektromobilität“, an dem sich deutschlandweit 33 Institute der Forschungsorganisation beteiligten.

Die Ergebnisse lassen sich nun besichtigen - so anhand der „AutoTram“. Die Forscher entwickeln und testen zum Beispiel neuartige Energiespeicher mit dem dazugehörigen Management der Batterien. Nutzfahrzeuge wie ein Bus oder eine Bahn sind den ganzen Tag unterwegs, damit besteht kaum Zeit, leere Akkus über Stunden hinweg aufzuladen. Um das Problem zu lösen, haben die Dresdner Forscher ein neuartiges Schnellladesystem entwickelt: Beim Stopp an der Haltestelle fahren aus dem Dach Stromabnehmer heraus, die innerhalb einer halben Minute so viel Energie abzapfen, dass die Fahrt laut Klingner zur nächsten oder übernächsten Haltestelle gesichert ist.

In Sachsen soll ab Dezember eine 30 Meter lange Variante der „AutoTram“ im Praxisversuch laufen. Damit dieses lange Gefährt für den Fahrer gut beherrschbar ist, entwickelten die Wissenschaftler eine Mehrachslenkung. Anders ließe sich ein Radfahrzeug von diesen Ausmaßen nicht mit der gewünschten Präzision steuern. „Für den Fahrer lässt sich das Fahrzeug dann genauso fahren wie ein ganz normaler Bus“, erklärt Klingner.

Die Fraunhofer-Forscher beschäftigten sich nicht nur mit E-Mobilität bei Nutzfahrzeugen, sondern auch bei Personenwagen. Basisfahrzeuge für die „Frecc0 1“ und „Frecc0 2“ genannten Autos sind Sportcoupés der Marke Artega. Damit sei die Botschaft verbunden, dass es bei Elektromobilität nicht nur um Alltagsnutzen, sondern auch um Fahrspaß gehe, sagte Professor Matthias Busse, Institutsleiter des Bremer Fraunhofer-Instituts für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM.

So schnurrt der „Frecc0 2“ fast lautlos über die Teststrecke. Der Antrieb steckt in den Hinterrädern: Zwei suppenschüsselgroße Elektromotoren sitzen direkt in der Radnabe und sorgen für schnellen Vortrieb. Wenn Autos weder Platz für einen Motorraum noch für einen Kardantunnel oder ein Getriebe brauchen, könnten sich neue Perspektiven für die Gestaltung von Fahrzeugen ergeben, sagt Busse. „Damit eröffnen sich vollkommen neue Fahrzeugkonzepte“, erläutert er.

Bis zum Serieneinsatz der Radnabenmotoren dauere es sicherlich noch zwei Autogenerationen. In Oberklasselimousinen sehe er die Technik nicht unbedingt, eher in kleinen Kompaktwagen, die als Zweitwagen laufen, sagt Busse. „Denkbar wären aber auch Nachrüstlösungen für leichte Nutzfahrzeuge, die vielleicht in einigen Jahren mit ihren Dieselmotoren nicht mehr in die Innenstädte fahren dürfen.“ Dank zuschaltbarer Elektromotoren blieben sie auch bei verschärften Abgasvorschriften in den Ballungsräumen mobil. # dpa-Notizblock ##

Elmar Stephan, dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr

  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.