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Mit bunten Steinen zum Erfolg - Dresdner verkauft Legosteine übers Internet

Mit bunten Steinen zum Erfolg - Dresdner verkauft Legosteine übers Internet

Alle Eltern, die ihren Kindern ein Weihnachtsgeschenk verweigern, sollten sich das gut überlegen. Vielleicht ist es ja gerade dieses Präsent, das den Filius später zu einer guten Geschäftsidee inspiriert.

Von STephan Hönigschmid

Bei dem 30-jährigen Dresdner Christoph Blödner war es so. Seine Eltern schenkten ihm 1989 vom Begrüßungsgeld eine Ritterburg aus Lego. Die Wirkung muss nachhaltig gewesen sein, denn heute verdient Blödner mit den bunten Plastesteinen seinen Lebensunterhalt. "Bricksy" heißt das von ihm gegründete Unternehmen, mit dem er einen Jahresumsatz von einer halben Million Euro erzielt.

Doch wie kam es eigentlich, dass der studierte Wirtschaftsingenieur den Weg in die Selbstständigkeit wagte? "Obwohl ich während des Studiums Praktika bei großen Firmen wie zum Beispiel Bosch absolviert habe, wollte ich nicht unter einem Chef arbeiten", erinnert sich der 30-Jährige. Eine Geschäftsidee hatte er zunächst aber noch nicht. Diese kam ihm erst, als er einmal Geld brauchte und seine alten Legosteine verkaufte. Dabei machte er eine interessante Beobachtung: "Ich habe gemerkt, dass es eine deutliche Preisdifferenz zwischen den einzelnen Legosteinen und den fertigen Sets gibt." Daraufhin habe er für 1000 Euro, die er in seinen Praktika verdient hatte, 100 Kilogramm Legosteine gekauft und diese, nachdem er sie gewaschen und sortiert hatte, als fertige Sets für 3000 Euro weiterverkauft. Auf diese Weise wuchs die 2006 gegründete Firma stetig und Christoph Blödner konnte schnell seinen ersten 40 Quadratmeter großen Firmenraum verlassen und in ein 240 Quadratmeter großes Domizil umziehen.

Mittlerweile beschäftigt der Jungunternehmer vier fest angestellte Mitarbeiter sowie 50 Schüler und Studenten, die die Legosteine anhand von Teilelisten zu fertigen Sets komplettieren. Obwohl auch Christoph Blödner nichts geschenkt wurde, hatte er niemals Angst vor der Selbstständigkeit. "Meine Großeltern haben zwar gesagt: 'Jetzt hat der Junge fleißig studiert und handelt auf einmal mit gebrauchten Legosteinen.' Dennoch wusste ich immer, dass es klappt", so Blödner. Um das Risiko zu minimieren, kümmerte sich der 30-Jährige zunächst parallel zum Studium um seine Firma. Doch Anfang 2008 wurde es ernst. Ab diesem Zeitpunkt war er hauptamtlich Unternehmer. Mit einem Existenzgründungsdarlehen in Höhe von 20 000 Euro von der Sächsischen Aufbaubank (SAB) stürzte er sich ohne Furcht ins Geschäftsleben.

Zugute kam Christoph Blödner, der die Käufe und Verkäufe über die Online-Handelsplattform "eBay" abwickelt, dass die Branche recht stabil ist und es kaum Einbrüche gibt. "Das Geschäft ist über das Jahr sehr konstant, wobei die Sammler in der kalten Jahreszeit am meisten kaufen." Wer allerdings denkt, dass die Kunden von Christoph Blödner nur aus Sachsen oder Deutschland kommen, der irrt gewaltig. 60 Prozent seines Umsatzes erwirtschaftet die in Dresden-Löbtau ansässige Firma im Ausland, vor allem in Australien, Italien und den USA.

Reichlich eine Tonne Legosteine verkauft "Bricksy" pro Monat in alle Welt. Mit dem aktuellem Lego-Angebot gerät der 30-Jährige dabei nicht in Konflikt, weil er mit seiner Firma nur Sets verkauft, die bis 2003 hergestellt wurden. Beliebte Produkte sind unter anderem Piraten-, Eisenbahn- oder Rittersets. Sie erzielen je nach Größe Preise zwischen drei und hundert Euro.

Obwohl Christoph Blödner heute ein erfolgreicher Unternehmer ist, hätte er für sein Unternehmen niemals das Studium abgebrochen. "Mein Studium war für mich immer eine Absicherung. Außerdem kenne ich mich dadurch sehr gut in der Buchhaltung aus, was sehr wichtig ist."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 04.12.2012

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