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Mit abgeschalteten Straßenlaternen spart die Stadt 685.000 Euro im Jahr

Streit ums Licht Mit abgeschalteten Straßenlaternen spart die Stadt 685.000 Euro im Jahr

Bauchlandung für die CDU: Der Antrag der Christdemokraten, auf die Abschaltung jeder zweiten Straßenlaterne im gesamten Stadtgebiet ab 23 Uhr zu verzichten, scheiterte jetzt an der rot-grün-roten Stadtratsmehrheit.

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Bevor alle Lampen hell erstrahlen, wird erst einmal geprüft.

Quelle: Flechtner/Archiv

Dresden. Bauchlandung für die CDU: Der Antrag der Christdemokraten, auf die Abschaltung jeder zweiten Straßenlaterne im gesamten Stadtgebiet ab 23 Uhr zu verzichten, scheiterte jetzt an der rot-grün-roten Stadtratsmehrheit. Dafür setzte sich die SPD mit ihrer Idee durch, die Stadtverwaltung erst einmal prüfen zu lassen, ob es überhaupt einen Bedarf für mehr Beleuchtung in der Stadt gibt. "Wir sollten in Erfahrung bringen, wo kriminalpräventiv gewirkt werden muss", erklärte SPD-Fraktionsvorsitzender Christian Avenarius. Insgesamt sei Dresden nämlich eine "ausgesprochen sichere" Großstadt und der Grund für den CDU-Antrag nicht besonders einleuchtend.

Rund 685 000 Euro Energiekosten fallen laut Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Bündnis 90/Die Grünen) an, wenn die Stadt künftig auf die Nachtabschaltung verzichten sollte. Eine Summe, die die CDU in ihrem Antrag nicht erwähnt hatte. Entsprechend hart fiel das Urteil von Linke-Fraktionsvorsitzendem André Schollbach aus: "Wir haben lange Jahre Oppositionsarbeit gemacht. Aber wir hätten es uns nie gewagt, mit so einem Wisch im Stadtrat aufzukreuzen. Ich bin fassungslos, was für eine unwürdige Qualität die CDU hier abliefert. Der Antrag ist einfach nur schlecht recherchiert."

Gunter Thiele, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, hatte den Antrag mit dem subjektiven Sicherheitsempfinden der Dresdner Bürger begründet. Mehr Licht gerade in der dunklen Jahreszeit könne an Kriminalitätsbrennpunkten der Stadt für mehr Sicherheit sorgen, so Thieles Kalkül. "Ich denke an eine Verringerung von Autodiebstählen und Übergriffen in bestimmten Stadtteilen", erklärte der CDU-Mann.

Der Verzicht auf die Nachtabschaltung sei zwar teuer, aber Dresden als schuldenfreie Stadt könne sich ein Mehr an Sicherheit für die Bürger leisten. Den Prüfvorschlag der Sozialdemokraten lehne die CDU ab, erklärte Thiele. "Wir wollen das im ganzen Stadtgebiet haben und nicht in einzelnen ausgewählten elitären Vierteln", so der CDU-Stadtrat. Doch gegen die Stadtratsmehrheit konnten die Christdemokraten nichts ausrichten. Jetzt ist die Stadtverwaltung gefordert: Bis zum 1. März soll sie den Stadträten Stadtteile vorlegen, in denen sich ein Verzicht auf die Nachtabschaltung der Straßenlaternen im Sinne des CDU-Vorschlags anbieten würde.

Ob mehr Licht in der Nacht wirklich etwas bringt, ist umstritten. In Großbritannien und den USA wurden bei mehreren Studien keine Belege dafür gefunden, dass es einen Zusammenhang zwischen Straßenbeleuchtung und Kriminalitätsquote gibt.

Thomas Baumann-Hartwig

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