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Mit Software gegen Schummler: TU Dresden richtet Prüfstelle gegen Plagiate ein

Mit Software gegen Schummler: TU Dresden richtet Prüfstelle gegen Plagiate ein

Die Universitäten in Sachsen versuchen mit für Studenten und Wissenschaftler verpflichtenden Satzungen Plagiate bei Doktorarbeiten zu verhindern. Das hat eine Umfrage bei den Technischen Universitäten (TU) in Dresden und Chemnitz sowie der Universität Leipzig ergeben.

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Die Universitäten in Sachsen versuchen mit für Studenten und Wissenschaftler verpflichtenden Satzungen Plagiate bei Doktorarbeiten zu verhindern.

Quelle: dpa

Die TU in der Landeshauptstadt richtet momentan außerdem eine zentrale Prüfstelle ein, die eine volle Personalstelle erhalten und unter anderem mit Software zum Erkennen von Plagiaten ausgestattet werden soll, wie die Sprecherin der Hochschule, Kim-Astrid Magister, ankündigte.

„Die Technische Universität Dresden setzt auf den Dreiklang von Prävention, struktureller Koordination und Überprüfung im Verdachtsfall“, sagte Magister weiter. „So werden alle Studenten von Beginn des Studiums an im richtigen Umgang mit gedruckten und elektronischen Quellen geschult.“ Zugleich würden die Dozenten und Professoren zum Umgang mit wissenschaftlichem Fehlverhalten weitergebildet. „Dadurch sollen sie befähigt werden, bei Verdachtsfällen zunächst selbst aktiv zu werden“, erläuterte die Sprecherin. In Dresden werde außerdem derzeit ein „ethischer Kodex für gute wissenschaftliche Praxis“ erstellt, der ab Oktober im Wintersemester gelten und von jedem Studenten und Wissenschaftler unterschrieben werden soll.

Satzungen schon mehr als zehn Jahre in Kraft

Die Satzungen, mit denen Fälschungen bei Promotionen verhindert werden sollen, sind an den Universitäten Sachsens schon vor einer Zeit eingeführt worden, als die prominenten Fälle von Plagiaten bei Doktorarbeiten noch nicht bekannt gewesen waren. Der wohl bekannteste Fall der Fälschung einer Doktorarbeit betraf die Universität Bayreuth, die vor zwei Jahren den 2007 an den früheren Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) verliehenen Doktorgrad aberkannte.

Zuletzt trat im Februar Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) zurück, weil ihr die Universität Düsseldorf den Doktortitel entzog. An der TU Dresden sind die „Grundsätze guter wissenschaftlicher Praxis und Regeln zum Umgang mit wissenschaftlichem Fehlverhalten“ seit dem Jahr 2000 in Kraft, an der TU Chemnitz und der Universität Leipzig jeweils seit 2002. An allen drei Universitäten können Zweifel an korrektem wissenschaftlichen Arbeiten Ansprechpartnern mitgeteilt werden, zusätzlich existieren Kommissionen, die solche Fälle dann untersuchen.

Die Sprecher aller drei Universitäten berichteten davon, dass an ihren Hochschulen bisher keine Doktortitel aberkannt worden sind. Allerdings wurden auch schon im Freistaat prominente Fälle von wissenschaftlichem Fehlverhalten publik. Dem Leipziger Jugendamtsleiter Siegfried Haller (SPD) entzog die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg im vergangenen Jahr den 2003 verliehenen Doktortitel, wogegen der Amtsleiter vor dem Verwaltungsgericht Halle klagt. An der TU Dresden legte ebenfalls 2012 Nina Haferkamp am Institut für Kommunikationswissenschaft ihre Juniorprofessur nieder, nachdem Zweifel an ihrer Promotion von 2009 aufgetaucht waren, die sie an der Universität Duisburg-Essen eingereicht hatte.

Sven Eichstädt, dapd

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