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Mit Protonen gegen Krebs: Dresdner Forscher wollen mit Superlaser Atomkerne auf Trab bringen

Mit Protonen gegen Krebs: Dresdner Forscher wollen mit Superlaser Atomkerne auf Trab bringen

Um innovative Therapien wie superlaserbeschleunigte Protonen und gendesignte Metastasen-Suchsysteme gegen Krebs zum klinischen Praxiseinsatz zu führen, gründet das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) am 1. Januar 2013 ein neues Institut für Radioonkologie.

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Die Visualisierung (Quelle: AI Films) zeigt den Einsatz hochbeschleunigter Atomkerne beim Kampf gegen Hirntumore.

Von Heiko Weckbrodt

Das kündigte HZDR-Direktor Prof. Roland Sauerbrey an. Das Institut werde unter der Leitung von Prof. Michael Baumann stehen und auf dem Gelände des Universitätsklinikums Dresden angesiedelt sein.

Die Forscher und Mediziner wollen dort zum Beispiel erproben, wie man Protonen mit einem Superlaser nahe bis zur Lichtgeschwindigkeit beschleunigen und dann damit hochpräzise beispielsweise Hirntumore bekämpfen kann, ohne das umliegende gesunde Nervengewebe zu schädigen. Solche Protonenstrahlen stehen bisher nur in der Nähe riesiger Ringbeschleuniger zur Verfügung. Durch den im HZDR ertüftelten Einsatz von Superlasern könnten derartige Anlagen auf Zimmergröße schrumpfen und erheblich billiger werden, so dass sich jedes größere Klinikum einen Beschleuniger für die schweren Elementarteilchen aus dem Atomkern leisten könnte.

Derzeit bauen die Physiker in Rossendorf mit dem auf 500 Terawatt (Billionen Watt) hochgetriebenen "Draco"-Laser ein erstes Versuchsmodell dafür auf dem HZDR-Gelände am Dresdner Stadtrand auf. 2013/14 soll in Rossendorf mit "Penelope" ein Superlaser mit über einem Petawatt (Billiarde Watt) Leistung folgen. Bewährt sich die Technologie, wird danach ein Schwestermodell für die Protonentherapie auf dem Gelände der Uniklinik installiert.

Eine weitere interessante Therapie-Methode, an der die Rossendorfer derzeit mit beachtlichen Starterfolgen forschen, ist der Entwurf mikroskopisch kleiner Botensysteme, die per künstlichem DNA-Entwurf so designt sind, dass sie sich nur an Metastasen andocken. Dort setzen sie dann gezielt radioaktive Strahlung frei, um nur die Tumor-Streuzellen zu zerstören, nicht aber gesunde Zellen - bisher für die Medizin ein nahezu unlösbares Problem.

"Das neue Institut für Radioonkologie bringt die Krebsforschung in Dresden weiter voran", hofft Prof. Sauerbrey. Indem man die Kooperation von Helmholtz-Grundlagenforschern und Uni-Medizinern nun institutionalisiere, entstehe "eine besonders schlagkräftige Forschungsstruktur", ergänzt Prof. Baumann. Insgesamt beschäftigt das HZDR schon jetzt rund 1000 Forscher und andere Mitarbeiter, etwa zehn Prozent mehr als im Vorjahr.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 21.12.2012

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