Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 2 ° wolkig

Navigation:
Google+
Mit Diebesgut auf dem Klo eingeschlafen

Haft für Seriendieb Mit Diebesgut auf dem Klo eingeschlafen

Roman R. ist 35 Jahre alt. Fast zehn Jahre davon, so sagt er selbst, hat er im Gefängnis gesessen. Richter Marcus Maier kam beim Nachzählen auf etwas über achts Jahre – aber bei dem ständigen „raus und rein“ des Mannes, kann man schon mal den Überblick verlieren.

Voriger Artikel
Nächster Geländer-Irrsinn in Dresden
Nächster Artikel
Havarie-Frachter Albis als Attraktion für Schaulustige


Quelle: dpa

Dresden. Roman R. ist 35 Jahre alt. Fast zehn Jahre davon, so sagt er selbst, hat er im Gefängnis gesessen. Richter Marcus Maier kam beim Nachzählen auf etwas über achts Jahre – aber bei dem ständigen „raus und rein“ des Mannes, kann man schon mal den Überblick verlieren. Über 30 mal hat Roman R. bundesweit die Gerichte beschäftigt, Gestern wieder einmal das Dresdner Amtsgericht. Im Laufe der Jahre hat er sich quer durchs Strafgesetzbuch gearbeitet. Häufigste Vorwürfe: Diebstahl und Drogendelikte. Der Angeklagte hat keinen Job, konsumiert aber seit Jahren Heroin. Das Geld dafür organisierte er sich durch Diebstähle und dabei wurde er immer wieder erwischt. Ein „Meisterdieb“ war er wohl nicht.

So ging am 20. Juli vergangenen Jahres kurz vor 23 Uhr die Alarmanlage bei Kaufland auf der Borsbergstraße los. Als die Polizei anrückte, entdeckte sie Roman R. mit drei Flaschen Champagner und einigen Packungen Kaugummi. Zunächst ging man davon aus, dass sich der Angeklagt nach Ladenschluss absichtlich einschließen ließ, um dann ungestört auf Diebestour gehen zu können. Stimmt nicht, sagte er gestern. Der Angeklagte hatte den Champagner zwar geklaut, allerdings schon während der Öffnungszeit. Bevor er den Markt verließ, machte er einen Zwischenstopp auf der Toilette. Die Chance nutzte er auch, um „was“ zu rauchen. Offenbar war er davon so benebelt, dass er auf dem Klo einschlief. Als er wach wurde, war er mutterseelenallein. „Keiner hat mich gesucht, keiner hat mich geweckt“, beschwerte er sich. Da hat er nicht ganz unrecht, dem Personal hätte der ungebetenen Übernachtungsgast eigentlich auffallen müssen. Vor dem Markt wartete, ohne von dem Diebstahl zu wissen, seine Mama. Er hatte sie zuvor gebeten, ihn abzuholen. Um sie nicht warten zu lassen, sei er dann hin und her gelaufen, in der Hoffnung, dass er dadurch Alarm auslöst und ihn dort jemand dort rausholt, erzählte er. Sein Wunsch wurde ihm erfüllt. Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man drüber lachen.

Angeklagt waren zudem weitere Diebstähle und eine Fahrerflucht vorgeworfen worden. Einen Monat vorher hatte er ohne Fahrerlaubnis aber völlig zugedröhnt an einer Tankstelle umsonst getankt. Beim Wegfahren bekam er die Kurve nicht, fuhr einen Audi zu Schrott und haute ab.

Dabei hat der Mann schon bessere Zeiten erlebt. Er hatte in Kasachstan, wo er aufwuchs, das Abi gemacht und ein Studium begonnen. Als die Familie 1997 nach Deutschland zog, hatte er keinen Bock mehr auf Studium oder Arbeit, nahm Drogen, geriet auf die kriminelle Bahn und landete immer wieder in Haft. Das muss er jetzt wieder hin.Gestern wurde er zu einem Jahr und vier Monaten verurteilt. Und es warteten noch weitere Anklagen.

Von Monika Löffler

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr

  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.