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Miniatur-Schrittmacherverspricht Vorteile für Herzpatienten

Miniatur-Schrittmacherverspricht Vorteile für Herzpatienten

26 Millimeter Länge, ein Durchmesser von 6,7 Millimetern und ein Gewicht von gerade einmal 1,75 Gramm - etwa so groß wie eine Vitaminkapsel ist der kleinste Herzschrittmacher der Welt.

Die sogenannte Kardiokapsel wurde am vergangenen Freitag am Herzzentrum Dresden zum ersten Mal in den neuen Bundesländern eingesetzt.

Hannelore Golembiewski hat sich als erste Herz-Rhythmus-Patientin in Ostdeutschland in die Hände von Dr. Christopher Piorkowski, dem Leiter der Abteilung für Invasive Elektrophysiologie am Herzzentrum Dresden, begeben. Die 83-Jährige leidet seit einem Jahr an Herzrhythmusstörungen. Mit einem Katheter wurde die Kapsel direkt durch eine Vene vom Bein aus in ihr Herz eingebracht. Kleine Titanärmchen sorgen dafür, dass der Schrittmacher an der Herzwand verankert wird. Muss der Arzt den Schrittmacher wieder entfernen oder neu positionieren, kann er die Ärmchen wieder lösen.

Die Kardiokapsel ist nur etwa ein Zehntel so groß wie bisherige Herzschrittmacher. Die herkömmlichen Impulsgeber werden unterhalb des Schlüsselbeins in eine Gewebetasche gebettet. Eine Elektrode wird in das Herz geführt und an den Schrittmacher angeschlossen. Diese leitet den elektronischen Impuls vom Schrittmacher zum Herzen und sendet die Aktivität des Organs zurück an den Schrittmacher, um einen regelmäßigen Herzschlag zu unterstützen.

Bei Patienten wie Hannelore Golembiewski wählen Ärzte vorzugsweise als Behandlungsmethode eine Medikamententherapie. Das Herz der 83-Jährigen würde in diesem Falle allerdings zu langsam schlagen. Der neue implantierte Winzling hilft dem Organ, nicht aus dem Takt zu kommen. Er stimuliert mit elektrischen Impulsen die Herztätigkeit.

Die Kardiokapsel verspricht den Patienten einige Vorteile: Nicht nur der Schnitt und die dadurch entstehende Narbe bleiben erspart - das Gerät funktioniert darüber hinaus ganz ohne Elektroden im Herzen. Diese bergen für den Patienten höhere Risiken wie beispielsweise bakterielle Entzündungen, Schmerzen im Arm oder Unannehmlichkeiten wie sichtbare Fremdkörper unter der Haut. Statt über Elektroden gibt der neue Mini-Schrittmacher elektrische Impulse zur Stimulierung der Herztätigkeit direkt über einen Pol an der Spitze ab. Die Batterie soll laut Hersteller Medtronic eine Lebensdauer von ungefähr zehn Jahren haben.

Doch nicht für alle Patienten ist die Kardiokapsel geeignet. Das Gerät kommt nur für Menschen mit Herz-Rhythmus-Störungen in Frage, die einen Einkammerschrittmacher benötigen. In die Entwicklung des Zweikammersystems werden Dr. Piorkowski und sein Team des Dresdner Herzzentrums in Zukunft einbezogen.

Künftig sind laut Karin Hanig, Sprecherin des Herzzentrums, noch zwei weitere solcher Implantationen geplant.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 01.07.2015

Juliane Weigt

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