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Mindestlohn: Sachsens Gastgewerbe fordert Nachbesserungen

Mindestlohn: Sachsens Gastgewerbe fordert Nachbesserungen

Der Mindestlohn von 8,50 Euro lässt auch hiesige Gastronomen zittern. Der sächsische Hotel- und Gaststättenverband Dehoga befürchtet einen Lohnkostenanstieg von 25 bis 30 Prozent und damit vor allem auf dem Lande das Aus für zahlreiche Unternehmen.

Sachsens Dehoga-Präsident Helmut Apitzsch sieht beim Gesetzentwurf der Berliner Koalition vor allem die Belange der Neuen Länder vernachlässigt. Hier lägen die Einstiegsgehälter deutlich niedriger als im Westen Deutschlands, wo 8,50 Euro bereits an der Tagesordnung seien.

Viele Gastronomen in Sachsen hingegen sehen bei 8,50 Euro bereits ihre Schmerzgrenze erreicht, so Apitzsch. Mit diesem Stundensatz wäre eine ungelernte Aushilfe in etwa gleich eingestuft wie ein ausgebildeter Koch. Nachwuchssorgen seien programmiert, wenn junge Leute - statt Lehrlingsgehalt zu beziehen - zu besseren Konditionen jobben könnten. Damit würde das Qualifikationsniveau weiter sinken. "Der Mindestlohn ist eine versteckte Steuererhöhung und hebelt die Tarifautonomie aus", schimpfte er gestern in Dresden. Er hoffe, dass die Probleme der ostdeutschen Gastwirte und Hoteliers nicht erst über eine Verfassungsbeschwerde geklärt werden müssen.

Silke Vogt, Inhaberin des Cafés und Restaurants Piccolo in Schwarzenberg, sieht mit dem Mindestlohn kaum noch reale Möglichkeiten, den Anstieg der Lohnkosten in ihrem Unternehmen zu kompensieren. Dieter Schröter vom Parkhotel Bad Schandau wies darauf hin, dass die steigenden Personalkosten von Gastronomie und Zulieferern auf die Preise umgelegt werden müssen. Da jedoch in den neuen Ländern deutlich weniger Spielraum für Preiserhöhungen bestehe, blieben die Unternehmer auf den Kostensteigerungen sitzen. Das schmälere die ohnehin schwachen Renditen weiter.

Der Gesetzesentwurf zum Mindestlohn hatte im April das Kabinett passiert und soll im Juli vom Bundestag verabschiedet werden. Die sächsischen Bedenken habe man bereits an den Bundesverband geleitet, um sie in die Beratungen der Gremien des Bundestags einzubringen, sagte Apitzsch.

Um die Belastung der Unternehmen aufzufangen, kam gestern der Vorschlag, die Mehrwertsteuer für Gastronomen auf sieben Prozent zu senken. Außerdem sollen Feiertags- und Provisionszuschläge beim Mindestlohn berücksichtigt werden. In jedem Fall aber soll nicht erst 2020, sondern sollte bereits 2017 geprüft werden, welche Folgen die Novelle hat.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.06.2014

Claudia Hönicke

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