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Millionen teurer Laser von Briten für Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf

Millionen teurer Laser von Briten für Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf

Das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) bekommt von zehn britischen Universitäten einen Hochleistungs-Laser im Wert von acht Millionen Euro. Das hat die Oxford University den Dresdnern mitgeteilt.

Sie leitet den Zusammenschluss, der sich mit dem Laser an einem Speziallabor der Rossendorfer in Schleswig-Holstein beteiligen will. Dieses "Extremlabor" soll an einem besonders leistungsstarken Röntgenlaser entstehen, der zur Zeit in Norddeutschland gebaut wird. Geplant ist, die Forschungsarbeit dort 2018 zu starten, sagte HZDR-Sprecherin Christine Bohnet gestern auf DNN-Anfrage.

Das Rossendorfer Projekt ist mit insgesamt 45,3 Millionen Euro veranschlagt. Dort können Forscher künftig den Strahl des 3,4 Kilometer langen Super-Lasers anzapfen. Mit Hilfe weiterer Laser wollen sie dann Materie untersuchen und erforschen. Das britische Gerät soll dabei längere Lichtpulse mit besonders viel Energie liefern und so hohen Druck erzeugen. Es wird durch ein Dresdner Gerät ergänzt, das extrem kurze Lichtpulse mit sehr hoher Leistung erzeugt und so hohe Temperaturen schafft. Die Forscher gehen davon aus, dass so Materie in noch nicht bekannter Form erschaffen und untersucht werden kann, zum Beispiel im Plasmazustand wie auf fernen Sternen.

"Das ist für uns ein sehr ermutigendes Zeichen", bewertete Bohnet gestern die Finanzierungszusage aus Oxford. Parallel dazu beantragen die Rossen- dorfer bei der Helmholtz-Gemeinschaft 20,5 Millionen Euro für ihren Teil der Forschungsinvestition. Dazu gehören unter anderem der zweite Laser und die Laboreinrichtung in Schleswig-Holstein. Den Rest der Gesamtsumme kostet unter anderem das Engagement von rund 100 weiteren Beteiligten aus 20 Ländern.

Das Nutzerkonsortium für das HZDR-Labor wurde bereits vor zwei Jahren gegründet. Es umfasst all jene Forschergruppen, die Interesse daran haben, den 1,6 Milliarden Euro teuren Super-Laser in Norddeutschland im Labor der Rossendorfer zu untersuchen. Laut HZDR handelt es sich dabei um 80 Gruppen von mehr als 60 Instituten aus 16 Nationen. Es umfasst mehr als 350 Wissenschaftler und 300 Doktoranden.

Leiter des Projekts ist der Dresdner Physikprofessor Thomas Cowan. Das geplante Labor "erlaubt uns eine Wissenschaft und Experimente, die bisher nicht realisierbar waren", ordnet er die Investition in Schleswig-Holstein ein. So könne dort zum Beispiel auch Vakuum untersucht werden. Er glaubt: "Die Experimente werden sehr begehrt und teuer sein."

Die Laseranlage in Norddeutschland wird seit 2009 gebaut. Sie reicht vom Hamburger Nordwesten bis zur Stadt Schenefeld in Schleswig-Holstein und verläuft dabei zumeist unterirdisch. In Schenefeld ist unter anderem das HZDR-Extremlabor geplant.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.06.2014

C. Springer

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