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Millionen für die Werbetrommel

Dresden will mehr Geld für Stadtmarketing investieren Millionen für die Werbetrommel

Die Tourismusbranche beklagt seit Jahren ein chronisch unterfinanziertes Stadtmarketing in Dresden. Wenn es nach Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) geht, ist damit Schluss: Er will das Budget der Dresden Marketing GmbH um eine Million Euro pro Jahr erhöhen.

Neue Impulse für den Tourismus: Der Kulturpalast wird 2017 eröffnet.

Quelle: Archiv

Dresden. Die Landeshauptstadt Dresden will die Mittel für das Stadtmarketing in den nächsten beiden Jahren deutlich aufstocken. Das erklärte Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) gegenüber den DNN. „Wir wollen unsere Vorzüge, Projekte und Veranstaltungen noch besser bewerben. Das kostet Geld, was wir der Dresden Marketing GmbH auch zur Verfügung stellen wollen.“ Laut Hilbert soll die DMG, die die Werbetrommel für Dresden rührt, in den Jahren 2017 und 2018 jeweils eine Million Euro mehr erhalten.

Das wäre eine deutliche Aufstockung des DMG-Etat, der im Moment bei rund 3,5 Millionen Euro pro Jahr liegt. Die zusätzlichen Mittel sollen auch dazu dienen, die beiden großen Kulturprojekte überregional zu vermarkten, so Hilbert. Das Kraftwerk Mitte wird im Dezember eröffnet, der Kulturpalast im April 2017. „Davon erhoffen wir uns neue Impulse für den Tourismus und zeigen, dass wir uns nicht nur auf den Freistaat Sachsen mit seinen Kultureinrichtungen verlassen. Wir werden auch selbst tätig.“

Sollte der Stadtrat der Erhöhung zustimmen, würde die Stadt eine zentrale Forderung der Hotellerie und des Tourismusverbandes Dresden (TVD) erfüllen. Dresden habe die zweithöchste Bettensteuer in Deutschland, aber den kleinsten Etat für Stadtmarketing, hatte TVD-Vorsitzender Johannes Lohmeyer mehrfach kritisiert.

Die Zahl der Touristen ist seit dem vergangenen Jahr rückläufig. Nach den aktuell vorliegenden Zahlen der DMG hat sich der Trend nach einem Aufschwung im ersten Quartal im April und Mai dieses Jahres fortgesetzt (DNN berichteten). Das Ausbleiben von Gästen aus dem Inland ist für die negative Bilanz hauptsächlich verantwortlich.

Hilbert erklärte, er sehe auch bei der Bettensteuer Bedarf für Nachbesserungen. Das betreffe weniger die Frage der Höhe als vielmehr Vereinfachungen bei der Erhebung. So soll die Steuer so gestaltet werden, dass sie in den Hotels automatisch auf den Zimmerpreis gebucht werden kann. Die Verwaltung prüfe auch Möglichkeiten, ein Anreizsystem für Touristen zu schaffen. „Wir wollen eine Vergünstigungskarte für die Gäste unserer Stadt einführen, die zu ermäßigten Eintrittspreisen in städtische Kultureinrichtungen berechtigt.“ Die Stadt verspreche sich davon noch mehr Besucher in ihren Einrichtungen, so der OB.

Torsten Schulze, wirtschaftpolitischer Sprecher der Grünen im Stadtrat, erklärte, der Vorschlag des OB klinge nicht schlecht. „Wir müssen aber prüfen, was genau mit dem zusätzlichen Geld geschehen soll. Die Mittel sollten der DMG nicht pauschal zur Verfügung gestellt werden, sondern für konkrete Maßnahmen, Vorhaben und Themen“, forderte er.

Jan Donhauser, Vorsitzender der CDU-Stadtratsfraktion, begrüßte die Ankündigung: „Das wäre sicherlich eine sinnvolle Maßnahme. Daraus könnte man etwas Gutes für Dresden machen.“ Die CDU habe schon für den Doppelhaushalt 2015/2016 eine deutliche Erhöhung des DMG-Budgets vorgeschlagen, so Donhauser.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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