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Millionen-Förderung für TU Dresden soll Prognosen ungenauer machen

Millionen-Förderung für TU Dresden soll Prognosen ungenauer machen

Wissenschaftler der TU Dresden erhalten eine Millionen-Förderung für die Forschung an "Unschärfen". Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) stellt für das Projekt 11,3 Millionen Euro bereit.

"Wir forschen sozusagen an ungenaueren Prognosen", erklärte Professor Michael Kaliske vom Institut für Statik und Dynamik der Tragwerke an der TU Dresden. Was paradox klingt, hat einen ernsten Hintergrund. Eine "genaue" Zahl kann zwar Vertrauen schaffen und Sicherheit suggerieren, vor allem wenn es um die Errichtung von Brücken oder ähnlichen Strukturen geht. Bei Bauteilen, Maschinen und anderen Anlagen ist es ganz ähnlich. Beim Entwurf am Computer werden möglichst genaue Daten über das endgültige Produkt angestrebt, die Realität weicht später davon ab. Da verhalten sich die Materialien einer Brücke doch etwas anders, ist die Durchbiegung größer als in der möglichst exakten Prognose vorhergesagt - für jeden Parameter gibt es immer eine bestimmte Spannbreite. Das zeigt sich ganz deutlich beim Wetterbericht etwa in der ARD. Die Grafik für die Lufttemperatur in den nächsten Tagen mit immer größer werdenden Graubereichen für die möglichen Schwankungen verdeutliche jedem Zuschauer, dass eine Unschärfe in der Prognose vorhanden ist, auch wenn über die Verteilung der Werte im Graubereich keine Information vorliegt, so Kaliske.

Auch im Ingenieurwesen klafft bei der baulichen Umsetzung eines Plans meist eine Lücke zwischen dem computersimulierten Entwurf und dem tatsächlichen Bauwerk. Und hier setzen die Forscher an. Je besser sich diese Schwankungsbreiten vorhersagen lassen, um so besser kann schon ein Entwurf darauf ausgerichtet werden. Bei einer Brücke kann mit der Gestaltung auf die Spannbreite im Verhalten des Materials reagiert werden. "Damit lassen sich robustere Bauwerke errichten", erklärt Kaliske. Mit den unscharfen Daten wird die Prognose am Ende realitätsnäher.

Kaliskes Institut koordiniert das interdisziplinäre Projekt. Für insgesamt 20 Teilprojekte können bundesweit Forscher jetzt Anträge stellen. 2016 soll das "Schwerpunktprogramm SPP 1886 zu Unschärfemodellierungen" seine Arbeit aufnehmen. Es läuft dann voraussichtlich über sechs Jahre.

Die DFG hat zudem den von Prof. Dirk Burghardt vom TU-Institut für Kartographie beantragte SPP 1894 "Volunteered Geographic Information: Interpretation, Visualisierung und Social Computing" genehmigt. Dafür waren für 15 Teilprojekte für sechs Jahre 9,3 Millionen Euro beantragt. Kern des Programms ist die Fragestellung, wie Visualisierungsmethoden zur Erschließung von geografischen Daten beitragen, die im Zeitalter sozialer Netzwerke und Web 2.0 Plattformen und Sensortechnologien von Nutzern selbst erzeugt werden. Diese Daten böten vielfältige Anwendungsmöglichkeiten z.B. in den Bereichen Umwelt, Gesundheit oder Verkehr, aber auch für die Entwicklung kommerzieller Produkte und Dienstleistungen, hieß es.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 09.04.2015

Ingolf Pleil

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