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Milliardenfund im Dresdner Zwinger – Finanzminister Unland freut sich über Sanierung des Wallpavillons

Milliardenfund im Dresdner Zwinger – Finanzminister Unland freut sich über Sanierung des Wallpavillons

Ein Finanzminister im Glück: „So viel Geld hab ich noch nie in bar in der Hand gehabt!“ Dutzende Banknoten mit Millionenbeträgen hält Georg Unland (CDU) zwischen den Fingern.

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Milliarden für Sachsens Staatshaushalt? Nein - Banknoten aus einer Zeitkapsel aus der Inflationszeit der 1920er Jahre.

Quelle: Tanja Tröger

Allerdings: „Die Scheine fühlen sich sehr klamm an.“ Kein Wunder, handelt es sich doch nicht um Euro-Geldnoten, sondern um Papiergeld aus der Inflationszeit in den 1920er Jahren. Unland hat es aus einer Zeitkapsel geangelt, die bei den gerade begonnenen Sanierungsarbeiten am Wallpavillon gefunden wurde.

Der Pavillon an der Nordwestseite des Zwingers wird seit Februar 2015 umfassend restauriert: Fassade, Dach, Saal und Fenster werden auf Vordermann gebracht, die Sandsteinfiguren entsalzt, das Vestibül und die Treppenaufgänge saniert. Knapp 4,5 Millionen Euro stellt der Freistaat Sachsen dafür zur Verfügung. Bis Ende 2017 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Insgesamt sind von 1991 bis 2014 rund 63 Millionen Euro in die Sanierung des Zwingers geflossen, teilte das Finanzministerium mit.

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Markierungen wie "v" für vorn verraten den Bauleuten, wie sie die beiden Halbkugeln wieder zusammensetzen müssen.

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Deshalb durfte auch der Finanzminister als Erster den Inhalt der zwei gefundenen Zeitkapseln erkunden. Eine lag – das wussten die Bauleute schon vorher – in der Weltkugel, die der Herkules auf dem Wallpavillon auf seinen Schultern trägt, die andere entdeckten sie völlig unerwartet am rückseitigen Giebel des Gebäudes. Die alte Kupferhülse stammt aus dem Jahre 1925, als der Giebel schon einmal erneuert wurde. Entsprechend der Tradition fanden sich neben zeitgenössischem Geld – eben jenen Inflations-Scheinen – auch Briefmarken, Zwinger-Lotterie-Scheine und Zeitungsausschnitte aus den 20er Jahren in der Schatulle. Der „Begleitbrief“ erzählt von „unbeschreiblichen Schwierigkeiten bei der Geldbeschaffung“: „Manch eine der fleißigen Hände ist nicht auf ihre Kosten gekommen.“

Der Inhalt der zweiten Zeitkapsel hingegen ließ Unland eher schmunzeln. „Das ist ja ein bisschen dürftig, was da drin ist“, sagte er. Die Kupferhülse aus dem Jahr 1963 enthält einen Brief der Beteiligten, verfasst in Versalien-Schönschrift, insgesamt 55 Pfennig in Alu-Münzen und eine Visitenkarte der „Aktuellen Kamera“: „Wir hielten den historischen Augenblick im Film fest“ steht auf deren Rückseite.

Zwei Herren jedoch waren keineswegs enttäuscht, sondern sehr glücklich: Steinbildhauer Manfred Wagner und Filmemacher Ernst Hirsch waren 1963 als junge Männer dabei, als die Zeitkapsel in Herkules’ Weltkugel gelegt wurde – der eine als Mitarbeiter des VEB Elbenaturstein, der andere mit der 16-Millimeter-Kamera. Es sei wunderbar, dass sie nun 50 Jahre später auch die Öffnung der Kapsel miterleben könnten, so Hirsch.

Der Inhalt der historischen Zeitkapseln wird nun getrocknet, dokumentiert und anschließend zusammen mit aktuellen Tageszeitungen, einem Münzsatz und Planungsunterlagen in eine neue, größere Kupferbox gesteckt. Die verschwindet für die nächsten Jahrzehnte wieder in Herkules’ Weltkugel. „Möge das Werk der Restaurierung eine erfolgreiche Vollendung finden“, steht in der Begleiturkunde.

Tanja Tröger

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