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Mieter fordern Gutachten für Bauvorhaben Freiberger Straße in Dresden

Mieter fordern Gutachten für Bauvorhaben Freiberger Straße in Dresden

Das Bauvorhaben der USD Immobilien GmbH im Karré Freiberger/Ermischstraße sorgt weiter für Verdruss bei den Anwohnern. Die USD will für 18 Millionen Euro drei Hochhäuser sanieren und dazwischen Neubauten errichten.

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So soll der Bereich um die Hochhäuser Freiberger Straße 2-6 einmal aussehen. Zwischen den Hochhäusern sind Neubauten geplant.Visualisierung: Börner & Partner

Entstehen sollen insgesamt 240 Wohneinheiten sowie 80 bis 90 Stellplätze - das jedoch ärgert einige Mieter der Sächsischen Wohnungsgenossenschaft (SWGD) in der benachbarten Ermischstraße.

Angefacht worden war der Unmut durch die bereits erfolgte vorbereitende Fällung von rund 30 Bäumen auf den Grünflächen zwischen den Hochhäusern. Dem Einwand der USD, man werde ja ersatzweise 14 neue Bäume pflanzen, stehen die Bürger wie dem Projekt insgesamt skeptisch gegenüber. "Wo sollen die denn hin? Laut Bauplänen ist doch auf dem Gelände gar kein Platz mehr für so viele neue Bäume", argwöhnte ein Mieter auf einer von der SWGD einberufenen Bürgerversammlung am vergangenen Dienstag.

Doch die Liste der Kritikpunkte ist weitaus länger. Insbesondere diejenigen, die bislang von ihren Balkonen ins Grüne blickten, fühlen sich durch die geplanten Neubauten gestört: verstellte Sicht, zu wenig Grün, Kaminqualm, wegfallende Parkplätze, monatelanger Baulärm. "Sehen Sie es doch mal so: Die Neubauten bieten Ihnen als Anwohner doch auch einen Lärmschutz gegen den Verkehr auf der ausgebauten Freiberger Straße", versuchte USD-Projektleiter Jürgen Nufer die Wogen zu glätten - erntete dafür allerdings nur den Spott der Bürger.

Die wollen sich mit dem übergestülpten Mammut-Projekt nicht abfinden und fahren schwere Geschütze auf. "Das Gebiet rings um den Postplatz gilt als eines derjenigen mit der höchsten Überhitzung im ganzen Stadtgebiet. Und nun wird noch mehr Freifläche zugebaut, Bäume werden gefällt", so ein Anwohner. "Wir fordern ein Gutachten, das die Behauptung des Bauträgers prüft, das Bauvorhaben sei ökologisch unbedenklich." Viele der Betroffenen wohnen bereits 50 Jahre und länger am Ort und fühlen sich in ihrer Lebensqualität eingeschränkt.

Die USD beruft sich auf die aus ihrer Sicht einwandfreie Rechtslage: "Wir haben das Vorhaben ordnungsgemäß bei der Stadt beantragt, und der Antrag ist genehmigt worden", so Nufer. Die Kritiken sind für ihn Einzelmeinungen, die man nichtsdestotrotz "sehr ernst" nehme. Die Mehrzahl der Anwohner billige die Baupläne. Diejenigen, die dennoch aufbegehren, will Nufer mit Kompromissbereitschaft besänftigen: "Wir haben uns bislang immer mit den Nachbarn geeinigt. Wenn hier ein Durchgang oder da ein paar neue Bänke gewünscht sind, dann realisieren wir das gern." Und auch die SWGD setzt auf Zuckerbrot: Generell sei es denkbar, die eigenen Mieter so gut es geht vor Baulärm und Dreck zu schützen. So würden etwa Rollläden oder Balkonverglasungen geprüft.

Den Anwohnerunmut beseitigt sie damit aber nur teilweise. "Was uns ärgert, ist, dass wir erst von dem Bauvorhaben erfuhren, als die Bautafel angebracht wurde, das hätte viel eher erfolgen müssen", so die Mieter. Und auch danach hätten Bauherr und Genossenschaft erst auf permanentes Drängen der Anwohner hin Gesprächsbereitschaft gezeigt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 05.04.2012

Jane Jannke

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