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Meuterei beim Dresdner Tafel e.V.

Abwahl geplant Meuterei beim Dresdner Tafel e.V.

Tafelchef Andreas Schönherr kommt einfach nicht zur Ruhe. Erst vor wenigen Wochen wurde er unter anderem auch von CDU-Stadträten dafür kritisiert, dass er die Zusammenarbeit mit einem Verein aus dem Umfeld von Pegida verweigerte (DNN berichteten). Jetzt gibt es Ärger mit einzelnen Vereinsmitgliedern und ehrenamtlichen Mitarbeitern.

Andreas Schönherr ist der Chef der Dresdner Tafel.

Quelle: DNN/Archiv

Dresden. Tafelchef Andreas Schönherr kommt einfach nicht zur Ruhe. Erst vor wenigen Wochen wurde er unter anderem auch von CDU-Stadträten dafür kritisiert, dass er die Zusammenarbeit mit einem Verein aus dem Umfeld von Pegida verweigerte (DNN berichteten). Jetzt gibt es Ärger mit einzelnen Vereinsmitgliedern und ehrenamtlichen Mitarbeitern. Eine rund 20 Personen große Gruppe will den Geschäftsführer in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung abwählen. Eine der Opponenten hat Schönherr jetzt vor die Tür gesetzt. Sechs Mitstreiter beendeten aus Solidarität ebenfalls ihr Engagement im Verein. Die Mitgliederversammlung am 23. November wird in jedem Fall stattfinden.

Der Stein des Anstoßes: Schönherr hat neue Veranstaltungen in der Tafel etabliert. Bei der sogenannten „Late Night Tafel“ werden Lebensmittel nicht nur an Bedürftige, sondern beispielsweise auch an Studenten mit niedrigem Einkommen verteilt – kulturelles Rahmenprogramm mit elektronischer Musik inklusive. Am Sonntagnachmittag gibt es eine vergleichbare Veranstaltung für Familien. „Wir verteilen bei diesen Veranstaltungen am Ende der Woche vor allem Gemüse und Backwaren, die sonst sowieso weggeschmissen werden. Dieses Angebot wird beispielsweise von Studenten, die vegan leben, aber auch von jungen Flüchtlingen gerne angenommen. Dabei finden wir immer wieder neue Menschen, die sich ehrenamtlich in der Tafel engagieren wollen. Ich stehe voll hinter diesem Konzept“, stellt Schönherr klar. Ihm ginge es auch darum, die Inklusion voran zu treiben und Menschen aus verschiedenen Schichten zusammenzubringen.

Ute Neubert, die geschassten ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen, erhebt schwere Vorwürfe gegen den Tafelchef. „Wir haben gesehen, dass Waren beiseite geschafft werden, die eigentlich Bedürftigen zur Verfügung gestellt werden müssten“, sagt die Frau, die sich in den vergangenen drei Jahren in der Tafel engagierte, und nun ein Hausverbot bekommen hat. Neubert kann darüber hinaus nicht verstehen, dass die Lebensmittel, etwa am Sonntagnachmittag, teils sogar ohne Prüfung der Bedürftigkeit herausgegeben werden. Auch diese Praxis bestätigt Schönherr: „Es stimmt das wir an besagten Tagen keine Prüfung der Hilfsbereitschaft durchführen. Das passt einfach nicht zu Konzept der Veranstaltung.“ In jedem Fall könnte diese Vorgehensweise dem Geschäftsführer Probleme einbringen. Der Bundesverband Deutsche Tafel e.V. prüft nach eigenen Angaben den Vorgang, will sich aber bisher nicht zur Sache äußern.

Schönherr selber verteidigt den Rauswurf von Ute Neubert. „Ich sehe mich in diesem Fall als Stimme der allgemeinen Befindlichkeit. Die von mir angestoßene Entwicklung wird von den meisten begrüßt. Andere wünschen sich die alten Zeiten zurück“, sagt der Tafelchef. Bei den Kritikern handle es sich um eine kleine Gruppe, die nicht repräsentativ für die Mehrheit der Mitarbeiter und Helfer sei. „Ich kann nicht einmal etwas zu den Kritikpunkten sagen, da mit mir weder persönlich noch in entsprechenden Versammlungen das Gespräch gesucht wurde“, sagt Schönherr. Wer sich nicht an die demokratischen Spielregeln halte und hinter dem Rücken anderer Gerüchte verbreite, müsse eben mit einem Ausschluss rechnen.

Von Hauke Heuer

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