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Messer in den Kopf gerammt – Angolaner wegen versuchten Totschlags vor Gericht

Landgericht Dresden Messer in den Kopf gerammt – Angolaner wegen versuchten Totschlags vor Gericht

Robert K. muss am 29. Oktober vergangenen Jahres mehrere Schutzengel gehabt haben. Er hatte sich wie so oft mit Kumpels auf ein Bier vorm Tante Emma Laden auf dem Bischofsweg getroffen. Man trank und schwatze. Bis es Streit gab. Wenig später lag Robert K. auf einem Operationstisch in der Uni-Klinik.

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Symbolfoto

Quelle: dpa

Dresden. Robert K. muss am 29. Oktober vergangenen Jahres mehrere Schutzengel gehabt haben. Er hatte sich wie so oft mit Kumpels auf ein Bier vorm Tante Emma Laden auf dem Bischofsweg getroffen. Man trank und schwatze – alles wie immer. Bis ein flüchtiger Bekannter auftauchte – dann gab es Streit und wenig später lag Robert K. auf einem Operationstisch in der Uni-Klinik. Silvio S. hatte ihm ein Messer neun Zentimeter tief knapp über dem linken Auge in den Kopf gerammt. Die Klinge blieb in der Wunde stecken und brach ab. Der Täter flüchtete, konnte aber am nächsten Tag festgenommen werden. Wegen versuchten Totschlags steht Silvio S. seit Mittwoch vor der Schwurgerichtskammer des Dresdner Landgerichts. Zu dem Tatvorwurf wollte sich der Angolaner nicht äußern.

„Ich kenne ihn flüchtig, er läuft oft durch die Neustadt und fragt nach Zigaretten, Marihuana oder Alkohol. Ich habe ihm manchmal was abgegeben, manchmal nicht – er hat da nie Stress gemacht“, erklärte Robert K. An jenem Abend habe der Angeklagte aber das „Nein“ der Gruppe nicht akzeptiert und genervt. „Er fing an zu schubsen, verpasste mir eine Ohrfeige, ich ihm auch eine, dann trennten uns die Kumpels und er ging.“

Für Robert K. war die Sache damit erledigt, für Silvio S. nicht, der kam zurück, was das Opfer nicht sehen konnte, da er mit dem Rücken zu ihm stand. „Plötzlich fasste er mir an die Schulter, drehte mich um und schlug zu. Ich blutete stark und merkte, dass etwas in meinem Kopf steckte. Zuerst dachte ich eine Scherbe von einer Bierflasche. Ich habe mich hingesetzt und die Halsschlagader abgedrückt.“

So richtig erklären kann sich der 34-Jährige den Angriff auf ihn nicht. Er sei mit Silvio S. ganz gut ausgekommen. Allerdings hätten andere Afrikaner ihm erzählt, dass der Angolaner gelegentlich sehr aggressiv sei und sie ihn deshalb meiden würden. Bei der Messerattacke hat Silvio S. kein Wort gesagt, ist er sich sicher. Andere Zeugen hatten bei der Polizei von einer weiteren Provokation des Angeklagten erzählt. Allerdings war keiner so richtig nüchtern. Robert K. zum Beispiel hatte über zwei Promille intus – ich bin Alkoholiker, erklärte er freimütig, acht bis zehn Bier täglich sind die Norm.

Er und Silvio S. begegneten sich übrigens später kurz wieder – in der JVA, wo der Angeklagte nach seiner Festnahme landete und das Opfer eine Ersatzfreiheitsstrafe absaß. Prozess wird fortgesetzt.

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Von Monika Löffler

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