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Mehrzahl der sächsischen Studenten wünscht sich Diplom zurück

Mehrzahl der sächsischen Studenten wünscht sich Diplom zurück

Die Mehrzahl der Studenten in Sachsen wünscht sich eine Rückkehr zum Diplom. Das geht aus den Ergebnissen der zweiten Sächsischen Studierendenbefragung hervor, deren Ergebnisse am Freitag in Dresden vorgestellt werden.

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Viele Studenten in Sachsen wünschen sich das Diplom zurück.

Quelle: Stephan Lohse

Hätten sie die Wahl, würden sich 59 Prozent der Studenten für einen Diplomabschluss entscheiden. Nur 16 Prozent bevorzugen den vorherrschenden Bachelor. Grund dafür sich vor allem Ängste um Anerkennung und Akzeptanz der neuen Studiengänge.

Trotzdem zeigte sich Sachsens Wissenschaftsministerin Sabine von Schorlemer (parteilos) zufrieden mit den Ergebnissen. Denn grundsätzlich seien die Studenten mit ihrem Studium im Freistaat zufrieden. 59 Prozent bejahten das. Nur 16 Prozent sind unzufrieden. Die Qualität der Lehre beurteilten gar 73 Prozent der Befragten mit gut oder sehr gut. Im Vergleich zur ersten Umfrage 2005 sind die Zufriedenheitswerte damit gestiegen – trotz Bachelor-Reform.

Die Ministerin verneinte zudem, dass die Belastung für die Studierenden mit der Umstellung auf Bachelor und Master gestiegen sei. Der Leistungsdruck sei hoch, das sei er aber schon zu Diplom-Zeiten gewesen. Der Finanzdruck auf die Studenten sei im Vergleich zu 2005 sogar gesunken. Persönliche und Orientierungsprobleme wurden hingegen etwas häufiger genannt.

Das bedeute, die pauschale Kritik an der Reform sei unzutreffend, sagte Karl Lenz, Prorektor für Universitätsplanung an der TU Dresden und verantwortlich für die Studie. Die Umstellung auf die neuen Studiengänge habe weder zu mehr Streß noch zu schlechteren Studiengängen geführt.

Allerdings zeigt sich: Die Reform führt zu Problemen bei Auslandssemestern. Zwar sei die Zahl der Studenten mit Auslandserfahrung im Vergleich zu 2005 gestiegen. Die Zahlen zeigen aber auch, dass Bachelor-Studenten wesentlich seltener ein Semester weggehen als Diplom-, Lehramts- oder gar Magister-Studenten. Grund dafür ist die kurze Studienzeit. Die meisten Studenten sammeln erst nach dem sechsten Fachsemester Erfahrungen in der Fremde. Durch die kurze Studiendauer von meist nur sechs Semestern haben Bachelor-Studenten schlicht weniger Gelegenheit dafür. Während mehr als 22 Prozent der Diplom-Studierenden ins Ausland gehen, sind es beim Bachelor nur 17 Prozent.

Es gibt aber auch positive Zahlen: Laut den Studierenden sind die Dozenten an den Universitäten und Fachhochschulen gut vorbereitet, effizient und gut strukturiert. Mit der Motivation ihrer Lehrkräfte, dem Feedback nach Prüfungen und vor allem der didaktischen Vermittlung des Lehrstoffes zeigten sich die Studenten hingegen weniger zufrieden.

Nur 41 Prozent der Befragten sagten, ihre Dozenten und Professoren könnten den Lehrstoff gut oder sogar sehr gut vermitteln. „Die Hochschulen sind hier gefordert“, sagte Lenz. Mit dem hochschuldidaktischen Zentrum in Leipzig sei hier aber der richtige Weg eingeschlagen, ergänzt Schorlemer. Nachholbedarf sieht sie zudem bei der Vereinbarkeit von Studium und Kind. 26 Prozent zeigten sich hier unzufrieden. „Die Beratung ist noch ausbaubar“, sagte die Ministerin. Die Unis müssten noch kinderfreundlicher agieren.

Für die Studie wurden zwischen März und Juni 2012 rund 5500 Studenten aller Sächsischen Uni und Fachhochschulen, nicht aber der Kunsthochschulen, befragt. Die Ergebnisse seien repräsentativ, könnten allerdings nicht auf einzelne Studiengänge heruntergebrochen werden. Auch nach Hochschulen differenziert die Studie nicht, so Karl Lenz. Man wolle bewusst keine Konkurrenz unter den Einrichtungen schüren, zudem seien die Ergebnisse aufgrund der unterschiedlichen Rahmenbedingungen verzerrt. Für ihre interne Auswertung würden die Hochschulen ihre Daten aber erhalten.

Stephan Lohse

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