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Mehr minderjährige Flüchtlinge

Mehr minderjährige Flüchtlinge

Parallel zur Entwicklung bei den Asylbewerberzahlen rechnet die Stadt auch mit einer wachsenden Zahl an unbegleiteten ausländischen Minderjährigen, die in Dresden ankommen. Die Verwaltung sucht nach Plätzen bei freien Trägern.

Quelle: dpa

Dresden. Parallel zur Entwicklung bei den Asylbewerberzahlen rechnet die Stadtverwaltung auch mit einer wachsenden Zahl an unbegleiteten ausländischen Minderjährigen (uaM), die in Dresden ankommen. Genaue Prognosen seien aber schwierig, erklärte Jugendamtsleiter Claus Lippemann jetzt vor dem Jugendhilfeausschuss.

Die Kinder und Jugendlichen, die ohne Begleitung von Erwachsenen nach Deutschland kommen, werden seit 1. November nach dem gleichen an der Einwohnerzahl orientierten Schlüssel verteilt wie die Asylbewerber. Im Gegensatz zu den erwachsenen Flüchtlingen können die Kinder und Jugendlichen erst mit 18 Jahren einen Asylantrag stellen. Zuvor sind sie vor Abschiebung sicher und erhalten laut Gesetz die gleichen Jugendhilfe-Angebote wie deutsche Kinder. Die Kosten werden vom Land erstattet.

Die Stadtverwaltung strebt bei der Unterbringung gemeinsame Lösungen für einheimische und ausländische Minderjährige an, um damit auch einen Beitrag zur Integration zu leisten. Für diese sogenannten stationären Angebote der Jugendhilfe hofft die Verwaltung weiterhin auf Angebote der in diesem Bereich schon engagierten freien Träger. Dresden will zudem drei oder vier Objekte als Unterkunft ausbauen, die dann an freie Träger übergeben werden. Das können beispielsweise Häuser sein, die sich nicht mehr als Kindertagesstätte eignen. Vor allem strebt die Verwaltung aber möglichst kleine Quartiere an. Wie bei solchen Angeboten der Jugendhilfe üblich, gebe es eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung durch qualifiziertes Personal.

Bislang war jene Stadt für die Unterbringung der Jugendlichen zuständig, in der sie sich als erstes gemeldet haben. Das waren vor allem München, Frankfurt oder Hamburg. Mit der neuen Regelung seit Anfang des Monats soll sich der Aufwand gleichmäßiger auf die Jugendämter in ganz Deutschland verteilen. Jugendamtsleiter Lippmann rechnet damit, dass im kommenden Jahr etwa 400 bis 500 unbegleitete Minderjährige in Dresden ankommen könnten. Dieser Prognose legt er die offiziellen Schätzungen des Freistaats zugrunde, der gegenwärtig von 2600 bis 2700 minderjährigen Personen ausgeht. Aktuell sind etwas mehr als 100 junge Leute in der Obhut der Landeshauptstadt, die meisten sind 14, 15 Jahre alt oder älter.

Ausschussmitglied Patrick Schreiber (CDU) machte eine andere Rechnung auf. Bei einer Million Flüchtlingen in Deutschland sei von etwa acht Prozent unbegleiteten Minderjährigen auszugehen. Sachsen müsse daher mit 4080 und Dresden mit 530 Kindern und Jugendlichen rechnen. Dafür reiche das Platzangebot bislang nicht. Carsten Schöne, Vertreter vom Paritätischen Wohlfahrtsverband im Ausschuss, hielt dem entgegen, die Träger, weder die Stadt als öffentlicher noch die freien, könnten es sich leisten, übermäßige Kapazitäten vorzuhalten, die nicht ausgelastet sind.

Das Jugendamt hat verschiedene Aufgaben in Fachstellen gebündelt. So können beispielsweise interessierte Dresdner, die sich als Gastfamilien engagieren wollen, im Jugendamt Kathrin Ramme unter 4884674 oder uam@dresden.de ansprechen.

Ingolf Pleil

Ingolf Pleil

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