Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 2 ° wolkig

Navigation:
Google+
Mehr als 1000 Teilnehmer bei Kundgebung der Gewerkschaften – 30 Kitas zu

Tarifverhandlungen Mehr als 1000 Teilnehmer bei Kundgebung der Gewerkschaften – 30 Kitas zu

Großer Warnstreiktag am Mittwoch in Dresden: Nach den Angaben der Stadt waren am Morgen mindestens 30 Kitas geschlossen. Aber auch Mitarbeiter anderer Behörden beteiligten sich. Oliver Greie, Landesbezirkschef der Gerwerkschaft Verdi, bezeichnet das Handeln der Arbeitgeber als „absolute Sauerei“.

Voriger Artikel
Handlungsbedarf für schnelleren Wohnungsbau in Dresden
Nächster Artikel
Junge Männer in Dresden legen los

Gewerkschaftsdemo in Dresden: „Wir sind es wert“.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Erherbliche Auswirkungen durch den Streik in Dresdner Kitas: Die Stadt gab am Mittwochmorgen 30 Kitas an, die geschlossen waren. Darunter beispielsweise Kindertagesstätten in Cotta auf der Bünaustraße oder in Leuben auf der Dieselstraße. Auch die Kita in Loschwitz auf der Eschdorfer Straße war geschlossen. 58 Kindertagestätten gab die Stadt als geöffnet an. Für die übrigen Horte, Kinderkrippen und Kindergärten der insgesamt 183 städtischen Einrichtungen galten eingeschränkte Öffnungszeiten oder es konnte nur eine eingeschränkte Zahl von Kindern aufgenommen werden. Die Stadtverwaltung informierte im Internet und an einem Servicetelefon über die Streikauswirkungen in den Kindereinrichtungen. Mehr als 1000 Beschäftigte aus Verwaltungen von Kommunen und des Bundes verschafften ihren Forderungen in der Dresdner Innenstadt lautstark Nachdruck.

e7babfd8-0c7b-11e6-8096-5f309d174b37

Großer Warnstreiktag am Mittwoch in Dresden: Nach den Angaben der Stadt waren am Morgen mindestens 30 Kitas geschlossen. Aber auch Mitarbeiter anderer Behörden beteiligten sich.

Zur Bildergalerie

Die Gewerkschaft Verdi hatte für Mittwoch die Erzieher in Kitas, aber auch Mitarbeiter in Verwaltungen und Behörden von Kommunen und dem Bund zum Warnstreik aufgerufen und bereits im Vorfeld mit einer großen Beteiligung gerechnet. Unter anderem waren die Job-Center in Dresden und Pirna beteiligt und die EnergieVerbund-Arena in Dresden sollte am Mittwoch geschlossen bleiben, weil auch der Sportstättenbetrieb bestreikt werden soll.

Mit den größten Auswirkungen wurde für den Kita-Bereich gerechnet. Wie es auf DNN-Anfrage beim Stadtelternrat hieß, sind die Eltern vielfach von der Situation „genervt“ und hoffen auf eine schnelle Lösung.

Verdi-Landeschef: Absolute Sauerei der Arbeitgeber

Ab 6 Uhr war das Streiklokal der Gewerkschaften im Volkshaus am Schützenplatz geöffnet. Gegen 10 Uhr begann eine Kundgebung mit mehr als 1000 Beschäftigten des öffentlichen Dienstes aus Dresden sowie Mittel- und Ostsachsen. Mit Trillerpfeifen, Tröten und Rasseln machten sie ihrem Unmut lautstark Luft. Mehrfach waren Sprechchöre „Wir sind es wert“ zu hören. Verdi-Landesbezirksleiter Oliver Greie zeigte sich begeistert, „vom letzten großen Nadelstich vor der dritten Verhandlungsrunde“ mit den Arbeitgebern. Die Gespräche beginnen heute in Potsdam. Greie wies die Politikerschelte an den Streikaktionen der letzten Tage zurück. „Wer ein so schlechtes Angebot vorlegt, der muss mit unseren Streiks rechnen.“ Nach der Rechnung der Gewerkschafter bleibt aufgrund der Laufzeit ab Juni unter dem Strich statt einer drei-prozentigen Erhöhung für zwei Jahre nur ein Plus von 1,8 Prozent und damit bei einer Inflationsrate von wahrscheinlich 2,1 Prozent in der gleichen Zeit ein Reallohn-Minus. Der Verdi-Chef verwies auf die Lohnsteigerungen in anderen Branchen. Im Bereich der IG Metall seien die Löhne seit 2000 um 43,5 Prozent gestiegen, bei der IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) seien es sogar 44,5 Prozent gewesen. Verdi und die Erziehungsgewerkschaft GEW hätten im gleichen Zeitraum für die Mitarbeiter im öffentlichen Dienst 33,2 Prozent Einkommenszuwachs erkämpft. „Wir haben also Nachholbedarf“, sagte Greie unter dem tosenden Applaus der Beschäftigten. „Eine absolute Sauerei ist es, wenn uns die Arbeitgeber dann in den Verhandlungen sagen, wir wollen an eure Altersversorgung ran“, fügte Greie hinzu.

GEW-Landeschefin: Befristungen schaden dem öffentlichen Dienst

Uschi Kruse, GEW-Landeschefin in Sachsen, sprach sich unter anderem die Vielzahl befristeter Verträge im öffentlichen Dienst aus. „Wir stehen in Konkurrenz mit anderen Arbeitgebern, wer da Befristungen bietet, stellt sich ganz hinten an.“ Das bisherige Angebot der Arbeitgeber habe nichts mit Respekt gegenüber den Mitarbeitern und nichts mit Wertschätzung zu tun. „Ich hoffe, dass wir nicht noch zu einem Erzwingungsstreik kommen müssen“, fügte Kruse hinzu.

Nahverkehr oder Kliniken wurden am Mittwoch in der Region Dresden nicht bestreikt. Die größten Auswirkungen gab es bei den Streiks in Kindergrippen, Kindergärten und Horten. 30 Einrichtungen waren nach den Angaben der Stadt am Morgen geschlossen, 58 regulär geöffnet. In den übrigen der insgesamt 183 Kitas waren die Öffnungszeiten eingeschränkt oder die Zahl der betreuten Kinder.

Bei den betroffenen Eltern war die Stimmung im Vorfeld durchwachsen, vor allem nach den mehrtägigen Streiks im vergangenen Jahr. Streik sei zwar ein legitimes Mittel und angesichts der Rekordsteuereinnahmen die Forderung nach höherem Gehalt „meiner Ansicht nach nicht ungerechtfertigt“, erklärte der Sprecher des Stadtelternrats, Sascha König-Apel gegenüber DNN. Dass die Kitas erneute in den Arbeitskampf hineingezogen würden, sei jedoch „ärgerlich“. „Wir hoffen sehr, dass es beim Warnstreik bleibt und es nicht wieder zu einem Erzwingungsstreik ausartet, denn den würden wird diesmal definitiv als unangemessen einschätzen“, sagte König-Apel. Die meisten Eltern seien aufgrund des letztjährigen Streikmarathons „genervt“. In diesem Jahr sei bei einer Ausweitung kaum wieder mit soviel Verständnis wie im letzten Jahr zu rechnen. Es bedeute immer wieder einen großen Aufwand, für Ersatzbetreuung zu sorgen. Viele Eltern müssten ihren raren Urlaub dafür einsetzen. Der Sprecher verwies auf Einrichtungen, die Verständnis für die Eltern zeigten und teilweise öffnen wollen. „Die Eltern erwarten eine schnelle Einigung“, fügte König-Apel hinzu.

Das bleibt abzuwarten. Unmittelbar vor der heute in Potsdam beginnenden zweitägigen Verhandlungsrunde dominiert noch das Waffenrasseln die Debatte.

Waffenrasseln vor dritter Verhandlungsrunde

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat die massiven Verdi-Streiks an Flughäfen und in anderen Bereichen des öffentlichen Dienstes als „völlig unangemessen“ kritisiert. Er zielte dabei auch auf Arbeitsniederlegungen an Kliniken in Berlin.

Oliver Greie sagte in Dresden: „Die Mitarbeiter werden ab nächste Woche im Zweifel wieder zu flächendeckenden Streiks bereitstehen.“

Von Ingolf Pleil

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr

  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.