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Mehr Geldverbrenner als Nanozentrum: Dresden muss mit Millionenspritze NanoZ retten

Mehr Geldverbrenner als Nanozentrum: Dresden muss mit Millionenspritze NanoZ retten

Das Nanoelektronik-Zentrum (NanoZ) in den alten ZMD-Gebäuden in Klotzsche hat sich für die Stadt als Mehrheitseigner als Serie teurer Misserfolge erwiesen: Statt eines mit Laboren und Hightech-Firmen gefüllten und selbsttragenden Technologiezentrums ist daraus ein Zuschussgeschäft geworden.

Um eine Pleite abzuwenden, muss die Stadt nun fast eine Million Euro als - vorerst zinsloses - Darlehen für die Liquidität der "Nanoelektronik-Zentrum Dresden GmbH" nachschieben.

"Unsere Gesellschaften sind grundsätzlich sehr eng mit Eigenkapital ausgestattet - dies ist in anderen Städten anders", erklärte Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert (FDP). "Daher werden größere Ausschläge zwischen Planung und Realisierung nur schwer verkraftet. Diese Liquiditätslücke müssen wir als Gesellschafter nun temporär schließen. Aber wir werden auch unsere internen Prüfprozesse anpassen, um nicht wieder in eine solche Situation zu kommen."

Verzögerungen, Geldprobleme und fehlgeschlagene Konzepte begleiten das NanoZ seit Anfang an: 2007 beschloss der Stadtrat, ein Nanoelektronikzentrum einzurichten. Damit wollte Hilbert Ausgründungen aus den nahen Fraunhofer-Instituten und die Ansiedlung von Elektronikfirmen fördern.

Die Stadt kaufte für 4,4 Millionen Euro die alten DDR-Gebäude des ZMD an der Maria-Reiche-Straße. Ursprünglich war eine Gesamtinvestition von 22 Millionen Euro vorgesehen, die zu erheblichen Teilen aus Fördergelder gedeckt werden sollten. Damit sollte die städtische Tochter "Nanoelektronik-Zentrum Dresden GmbH" die Gebäude in Schuss bringen, um sie rasch an Hightech-Firmen weiter zu vermieten. Doch das Land genehmigte nur 7,4 Millionen Euro Fördermittel, das Gesamtprojekt wurde auf 13,3 Millionen Euro zusammengestrichen, der Baustart verzögerte sich bis 2010. Damit fielen fest eingerechnete Mieteinnahmen für zwei Jahre weg. Auch das Konzept, an Hightech-Mieter unsanierte Räume zum Eigenausbau zu vermieten, ging nicht auf. Der Vermietungsstand liegt mit nur 70 Prozent weit unter den Erwartungen.

Eigentlich sollte sich das NanoZ in diesem Jahr aus eigenen Einnahmen finanzieren, doch davon ist es noch weit entfernt. Rund viereinhalb Millionen Euro Kapitaleinlagen der Stadt sind inzwischen durch angehäufte Verluste und Investitionen verbrannt. Die NanoZ-Hausbank verweigert weitere Kredite. Nun braucht die Betreibergesellschaft 397 000 Euro, um Baufirmen bezahlen zu können, weitere 586 000 Euro, um die Häuser 1 und 3 in einen vermietungsfähigen Zustand zu bringen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 27.06.2014

Heiko Weckbrodt

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