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Mehr Dresdner auf Sozialhilfe angewiesen

Mehr Dresdner auf Sozialhilfe angewiesen

Hatte sich nach der Hartz-IV-Arbeitsmarktreform vor acht Jahren die klassische Sozialhilfe zunächst zu einem Randphänomen entwickelt, nimmt die Zahl der Dresdner, die auf diese städtische Stütze angewiesen sind, nun wieder spürbar zu.

Von Heiko Weckbrodt

Zählte die Kommune Ende 2011 genau 927 Sozialhilfe-Empfänger, waren es Ende 2012 immerhin 1153, wie Sozialbürgermeister Martin Seidel (parteilos) auf DNN-Anfrage mitteilte. Dies entspricht immerhin einem Anstieg um ein Viertel.

Allerdings ist wohl eher nicht damit zu rechnen, dass sich diese Entwicklung im selben Tempo wie bisher fortsetzen wird. Denn das Sozialamt im Rathaus sieht die "sprunghaft gestiegene Zahl der Leistungsempfänger" vor allem durch allerlei Einmaleffekte begründet.

So seien in jüngster Zeit relativ viele Langzeitarbeitslose, die ihr Geld bisher vom Hartz-Jobcenter bezogen, nun in die Zuständigkeit der kommunalen Behörden gewechselt. Diese Dresdner beendeten ihre Berufsleben wegen psychischer Erkrankungen oder aus anderen Gründen vorzeitig, können nun aber von ihrer Rente allein nicht leben.

Auch wurden durch die jüngsten Wohngeldreformen, bei denen die Heizung aus dem Wohngeldzuschuss herausgelöst wurde, mehr Menschen teilweise von Sozialhilfe abhängig. Zudem hatte die Stadt auf Druck der Gerichte in jüngster Zeit die Wohngeldzuschüsse ("Kosten der Unterkunft") an Hartz-IV-Empfänger erhöht. An diesem Existenzminimum orientieren sich aber wiederum die Sozialhilfesätze, was heißt, dass nun auch mehr Dresdner mit geringen Einkommen Anspruch auf wenigstens etwas städtische Stütze haben. Hinzu kommen demografische Faktoren: Der Einwohnerzuwachs in Dresden hat eben auch dazu geführt, dass es nun mehr Arme in der Stadt gibt.

Ungeachtet des recht starken Zuwachses bleibt die Gruppe der Sozialhilfe-Empfänger in Dresden absolut gesehen freilich relativ klein, wenn man beispielsweise den Vergleich zu den rund 50 800 Dresdnern zieht, die auf Hartz-Stütze angewiesen sind.

Nicht ganz so stark wie in der Sozialhilfe, aber dennoch spürbar ist im Übrigen auch der Kreis der armen Rentner - soweit sie denn offiziell erfasst sind - gewachsen: Noch Ende 2011 bezogen 1771 Dresdner eine Grundsicherung im Alter, eine Art Sozialhilfe für jene Senioren, die so wenig Rente bekommen, dass sie allein damit nicht über die Runden kommen. Ein Jahr später waren es bereits 1957 Betroffene, was einem Zuwachs um 10,5 Prozent gleichkommt.

"Die Zahlen steigen stärker als im vergangenen Jahr", räumte Bürgermeister Seidel ein. Er sieht die Ursache für die zunehmende Altersarmut vor allem in den "veränderten Erwerbsbiografien", sprich: Jetzt kommen mehr und mehr Dresdner ins Rentenalter, die nach der politischen Wende jahrelang arbeitslos waren und deshalb nicht mehr auf die früher üblichen Berufsjahre für die Rentenberechnung kommen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 12.02.2013

Heiko Weckbrodt

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