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Medizintouristen: Immer mehr lassen sich in Dresden und Leipzig operieren

Herz-Eingriffe und Tumor-Behandlungen Medizintouristen: Immer mehr lassen sich in Dresden und Leipzig operieren

Hightech-Medizin und exzellent ausgebildete Ärzte: Immer mehr Patienten aus dem Ausland kommen nach Sachsen, um sich behandeln zu lassen. Das geht aus Analysen des Statistischen Landesamtes und der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg hervor.

Quelle: dpa

Dresden.  Hightech-Medizin und exzellent ausgebildete Ärzte: Immer mehr Patienten aus dem Ausland kommen nach Sachsen, um sich behandeln zu lassen. Das geht aus Analysen des Statistischen Landesamtes und der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg hervor. Danach hat sich die Zahl der Medizintouristen in den vergangenen zehn Jahren in Deutschland verdoppelt, in Sachsen sogar verdreifacht.

2014 schnitt der Freistaat im Vergleich zum Jahr davor mit rund einem Drittel plus am besten im Bundesländer-Ranking ab, so Jens Juszczak, Leiter des Forschungsbereichs Medizintourismus an der Hochschule. Die Zahl der Patienten stieg laut Statistischem Landesamt von 1546 auf 2029. Angaben für 2015 liegen noch nicht vor. Hinter Sachsen verbuchten Brandenburg (plus 28 Prozent) und Berlin (plus 20 Prozent) die höchsten Zuwachsraten. Thüringen liegt vor Bremen auf dem vorletzten Rang im Länderranking. In absoluten Zahlen bleiben jedoch Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg die ersten Adressen beim Medizintourismus nach Deutschland.

Sachsen ist vor allem bei Polen, Tschechen und Russen beliebt. Das Dresdner Universitätsklinikum Carl Gustav Carus teilte mit, dass in den vergangenen drei Jahren rund 1000 Patienten über das International Office im Uniklinikum behandelt wurden – ein Viertel davon stationär. „75 Prozent der Patienten kamen 2015 aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion“, so Sprecher Felix Koopmann. Nachgefragt würde vor allem die Behandlung verschiedenster Tumorerkrankungen.

Am Leipziger Herzzentrum wurden im vergangenen Jahr 280 Patienten, die aus dem Ausland kamen oder eine europäische Versicherung besaßen, behandelt. Das waren mehr als doppelt soviel wie in den beiden Jahren zuvor, so Sprecherin Juliane Dylus. Auch am Leipziger Uniklinikum werden viele ausländische Patienten behandelt, bestätigt Sprecherin Helena Reinhardt, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Mehr als die Hälfte komme wegen einer Krebsbehandlung der Großteil aus Russland, Irland und dem Sudan. In der Messestadt entsteht derzeit mit dem Klinikum am Augustusplatz sogar eine Einrichtung, die sich ausschließlich dem Medizintourismus widmen will. Voraussichtlich 2018 soll es in Betrieb gehen.

Dagegen hat sich das Klinikum Chemnitz nach eigenen Angaben ganz aus dem Markt mit den Medizintouristen zurückgezogen. Grund: mangelnde Rentabilität. „Entscheidend ist eine gute Verkehrsanbindung. Deshalb profitieren die Kliniken in Leipzig und Dresden von ihren Flughäfen“, erläutert Juszczak. Deutschlandweit kamen 2014 eine Viertelmillion Patienten aus 177 Ländern. Dies entspricht einem Zuwachs von 4,4 Prozent im Vergleich zum Jahr davor. Die meisten – rund 25 000 – kamen trotz der EU-Sanktionen aus Russland. Allerdings ging ihre Zahl im Vergleich zum Vorjahr bereits um 7,5 Prozent zurück. Eine Ursache dafür war auch der Verfall des Rubels.

Für die Kliniken bringt diese Klientel einen willkommenen Zusatzerlös. Auf 1,2 Milliarden Euro pro Jahr wird das Geschäft mit den Medizintouristen in Deutschland geschätzt. Mittelbar partizipieren daran beispielsweise auch Hotellerie, Gast- und Transportgewerbe.

Von Roland Herold

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