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Medizinische Fakultät Dresden beschreitet mit „Was hab‘ ich“-Team neue Wege

Medizinische Fakultät Dresden beschreitet mit „Was hab‘ ich“-Team neue Wege

„Keine sichere path. Bedeutung eines langstreckig akzentueirten Canalis zentralis des cervicalen und auch abschnittsweise thorcalen Myelons ohne Reizreaktion der unmittelbaren/m Umgebung“ Verstanden? Nicht? Wer nicht gerade Arzt oder Krankenpfleger ist, für dies nicht mehr als eine Anreihung von Buchstaben und Worten.

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Quelle: dpa

Die Situation is wohl jedem bekannt: Man ist beim Arzt, bekommt seine Diagnose mitgeteilt und ist am Ende nicht schlauer als vorher.

Das von Studenten der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus initiierte Internet-Portal „Was hab‘ ich“ schafft genau an diesem Punkt Abhilfe. Medizinische Befunde können seit 2011 dort eingereicht werden und werden kostenlos in verständliche Sprache „übersetzt“. Aus einer internen Erhebung des Uniklinikums ging hervor, dass rund 80 Prozent aller Beschwerden auf Kommunikationsstörungen zurückzuführen sind.

„Medizinstudenten werden logischerweise zu allererst mit den lateinischen Begriffen bekannt gemacht. Das hat den Nachteil, dass die Ärzte oft nicht mit ihren Patienten auf Augenhöhe kommunizieren können“, erklärt Prof. Dr. med. Antje Bergmann. Die 2011 ins Leben gerufene Plattform hat die Idee, Patienten zu mündigen und mit Wissen auszustatten. Seit Beginn der Online-Ratgeberplattform sind insgesamt 20000 Befunde im System übersetzt worden. Etwa 200 aktive Studenten sind derzeit tätig.

Um künftige Mediziner schon jetzt für Patientengespräche fit zu machen, beschreitet die Medizinische Fakultät mit dem „Wash hab‘ ich“-Team einen neuen Weg in die Mediziner-Ausbildung: Ab diesem Wintersemester wird in Dresden das deutschlandweit einmalige Wahlpflichtfach „Was hab‘ ich“ angeboten. Insgesamt 20 Studierende ab dem 8. Fachsemester werden pro Gruppe aufgenommen. „Unsere Zielgruppe, Studierende ab dem achten Semester, haben wir ganz gezielt gewählt, da die Studenten zu diesem Zeitpunkt schon genug fachliches Wissen vorhanden ist. Denn wer erklären will, muss auch selbst verstehen“, betont Anja Bittner, Mitbegründerin des Portals „Was hab‘ ich“ und heute Geschäftsführerin der gemeinnützigen GmbH.

„Lebensnahe Arzt-Patient-Kommunikation ist wichtig, damit Patienten über ihre Erkrankungen informiert sind und mit dem Arzt gemeinsam Behandlungsentscheidungen treffen können“, betont Bittner. In einem Workshop und fünf Online-Übungen können die Studenten zielgerichtet und mit individueller Betreuung durch Tutoren an ihrer eigenen Kommunikation arbeiten – und das mit freier Zeiteinteilung sowie freier Themenauswahl. Gelernt wird an echten Fällen. Nachhaltigkeit wird an diesem Punkt groß geschrieben: Nach erfolgreichem Abschluss des Kurses können die angehenden Mediziner selbstverständlich aktiv im Netz bleiben.

Das Wahlfach wird auf Seiten er Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus von Prof. Dr. med. Antje Bergmann, Professorin für Allgemeinmedizin, betreut und in den Räumen des Medizinischen Interprofessionellen Trainingszentrum (MITZ) angeboten. Professor Bergmann sieht in dem neuen Wahlpflichtfach eine perfekte Ergänzung des Studiums. „Unsere Nachwuchsmediziner sollen verstärkt und von Anfang an lernen, auf Augenhöhe zu kommunizieren. Denn nur wer weiß, was er hat, kann sagen was er will, nur wer genau weiß, was ihm wirklich fehlt, kann sagen was er braucht“.

Ermöglicht wurde das neue Lehrangebot dank der Unterstützung der Stiftung Hochschulmedizin Dresden. Das Konzept soll künftig auch bundesweit an andere medizinische Fakultäten übertragen werden. „Wir wollen Dresden zum Zentrum der Kommunikation machen“, erklärt Prof. Michael Meurer von der Stiftung Hochschulmedizinmedizin Dresden.

Juliane Weigt

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