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Mauersegler in Not: Mitarbeiter der Wildvogelauffangstation in Kaditz arbeiten in Schichten

Mauersegler in Not: Mitarbeiter der Wildvogelauffangstation in Kaditz arbeiten in Schichten

"39 Grad im Schatten - die aktuelle Hitzewelle bringt auch Sachsens Vogelwelt an ihre Grenzen. Überhitzte Jungtiere und erschöpfte Eltern leiden unter Wassermangel und unter den extremen Temperaturen", meldet der Naturschutzbund Sachsen.

"Es regnet Mauersegler von den Dächern! Aufgrund der Hitze heizen sich die Nester unter den Dächern bis zu 100°C auf. Die Tiere suchen verzweifelt nach Abkühlung und fallen dabei heraus. Ohne menschliche Hilfe sind sie nun dem sicheren Tod geweiht, da die Eltern ihre Jungtiere außerhalb ihres Nestes nicht weiterfüttern", wird Nabu-Mitglied Karsten Peterlein von der Wildvogelhilfe Leipzig zitiert.

Auch in Dresden-Kaditz herrscht derzeit Hochbetrieb. "Seit dem 1. Juli sind bei uns schon über 100 Mauersegler abgegeben worden", berichtet Mirabell Weidensdorfer. Die junge Frau arbeitet mit anderen jungen Leuten im Rahmen des Freiwilligen Ökologischen Jahres in der Wildvogelauffangstation des Umweltzentrums, die von Steffen und Saskia Keller betreut wird. Bei den meisten Mauerseglern handelt es sich um Jungtiere, die noch nicht ganz flügge sind. "Die ganz Kleinen schaffen es gar nicht aus dem Nest", weiß Mirabell.

Sie und ihre Mitstreiter arbeiten derzeit in Schichten, um das enorme Arbeitspensum zu bewältigen. Denn für die Vogelfreunde ist es erklärtes Ziel, jeden Piepser zu retten. Bis jetzt ist das auch gelungen. Vorsichtig wird in regelmäßigen Abständen der Schnabel mit Wasser benetzt, dem Traubenzucker, Elektrolyte und Vitamine zugesetzt sind. Die Flüssigkeit wird nicht direkt in den Schnabel geträufelt, weil die Gefahr zu hoch ist, dass es in die Luftröhre gelangt. "Vier bis fünf Mal am Tag wird jedes Vögelchen mit 15 Heimchen oder mehr gefüttert", so Mirabell. Und das ist nicht so einfach wie man glaubt, denn "die kleinen Mauersegler sind schwierige Patienten". Während Spatzen- und Amselkinder zum Beispiel die leckeren Happen auch schon mal von der Pinzette nehmen, muss die Nahrung bei den Mauerseglern tief in den Rachen gesteckt werden. Da kommen die Vogelschützer zusätzlich ins Schwitzen, denn freiwillig machen die kleinen Vögelchen den Schnabel eher nicht auf.

"Für 67 Mauersegler haben wir schon Adoptiveltern gefunden", freut sich Mirabell. Die Jungtiere wurden in Klotzsche in die Nester anderer Mauersegler gelegt. "Das ist kein Problem, man kann die Nester auf vier Jungtiere auffüllen. Die Adoptiveltern versorgen die Vögel mit", weiß man in der Wildvogelauffangstation. Die Mauersegler-Nistplätze haben die Mitarbeiter vor einigen Jahren selbst angebracht - an der Nordseite von Gebäuden, wo es nicht ganz so heiß wird. Weitere Mauerseglerkinder kamen bei Vogelspezialisten zur Pflege. So ist wieder Platz für weitere Notfälle.

Wildvogelauffangstation auf dem Gelände der Stadtentwässerung Dresden GmbH (Kläranlage), Scharfenberger Str. 152; Vögel-Notfall-Hotline: Tel.: 0172/6 45 43 12, werktags ab 8.30 Uhr, feiertags 9-12 Uhr

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.07.2015

Catrin Steinbach

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