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Masern breiten sich in Dresden aus

Masern breiten sich in Dresden aus

In Dresden sind in diesem Jahr bereits fünf Menschen an Masern erkrankt. Damit ist die Zahl der Krankheitsfälle gegenüber dem Vorjahr um 100 Prozent gestiegen.

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Kinder mögen die Impfungen meistens nicht. Trotzdem kann die Vorsorge lebensrettend sein. Masern verläuft in zwei Phasen. Zunächst mutet die Infektionskrankheit wie eine Grippe an. Erst später zeigen sich die typischen Flecken auf der Haut.

Quelle: Robin Loznak/dpa-Archiv

Von Katrin Tominski

Das teilte das Dresdner Gesundheitsamt auf DNN-Anfrage mit.

Die bundesweite Entwicklung macht damit auch vor der Landeshauptstadt nicht halt. Vor wenigen Wochen hatte das sächsische Sozialministerium bereits vor einem massiven Anstieg von hochansteckenden Masernerkrankungen gewarnt. Allein in diesem Jahr wurden landesweit 53 Infektionen gemeldet, im Bundesgebiet sind bislang 1646 Menschen erkrankt. In München sprechen Experten gar von einer Epidemie. Allein 220 Fälle sind nach Angaben des dortigen Gesundheitsreferats von April bis Anfang Juni registriert worden, verglichen mit sieben im Vorjahr.

"Die Ansteckungsrate bei Masern liegt nahezu bei 100 Prozent", sagte Jens Heinemann, Leiter des Gesundheitsamtes Dresden. Masern sind eine hochansteckende Infektionskrankheit, die besonders bei Kleinkindern zu schwerwiegenden Folgeschäden und sogar zum Tod führen kann. Begleitet werden kann die Virusinfektion von schweren Lungenentzündungen und Durchfallerkrankungen. Besonders gefährlich sind Hirnentzündungen, die neurologische Schäden hinterlassen können. Hinzu kommen Komplikationen, beispielsweise die "subakute sklerosierende Panenzephalitis" (SSPE), die erst fünf bis zehn Jahre nach der eigentlichen Krankheit ausbrechen und zum Tod führen können.

Der Grund für den Ausbruch der Masernerkrankungen liegt laut den Erkenntnissen des Sozialministeriums auch in einer zunehmenden Impfmüdigkeit begründet. Manche Eltern lassen ihre Kinder vor Überzeugung nicht impfen. Das sei hochgradig gefährlich, sagte ein Sprecher.

Alle Erkrankten in Dresden sind nach Angaben des Gesundheitsamtes nicht geimpft gewesen. "Je schlechter die Impfrate, desto größer ist die Gefahr, dass Kinder und Erwachsene an Masern erkranken", erklärte Jörg Wendisch, Leiter der Impfstelle des Gesundheitsamtes Dresden. Aus diesem Grund seien die Vorsorgeimpfungen unbedingt empfohlen. "Damit steigt nicht nur der individuelle, sondern auch der gemeinschaftliche Schutz", erklärte Wendisch. Oft häuften die Krankheiten auch innerhalb von Familien. Eine besondere Gefahr ergebe sich unter Geschwistern, wenn die Masern auf einen Säugling im ersten Lebensjahr übertragen werden können.

Die Sächsische Impfkommission empfiehlt die erste Masernimpfung im 13. Lebensmonat. Besucht das Kind schon vorher eine Kita, sei es auch möglich, schon ab dem neunten Lebensmonat zu impfen. Vorher seien die Säuglinge noch durch den sogenannten Nestschutz - die Antikörper der Mutter - geschützt.

In Dresden sind laut Gesundheitsamt zur Schuleingangsuntersuchung etwa 70 Prozent aller Kinder komplett - also mit beiden empfohlenen Dosen - geimpft. Etwa fünf Prozent der Kinder sind überhaupt nicht immunisiert. "Ich hoffe, dass die Impfmüdigkeit nicht weiter zunimmt", sagte Gesundheitsamtschef Heinemann.

Dass sich die Krankheit unter ungeimpften Kindern leichter ausbreite, zeige auch die Tatsache, dass einzelne Kitas besonders betroffen sind, erklärte Impfstellenleiter Wendisch. Er empfiehlt auch den Eltern, ihren Vorsorge zu überprüfen. Als nicht geschützt gelten alle Menschen, die jünger als Jahrgang 1958 sind und keine zwei Masernimpfungen haben. Wer seinen Impfausweis verloren oder verlegt haben sollte, könne über einen Antikörpersuchtest herausfinden, inwieweit er gegen Masern und andere Krankheiten immun ist.

Der Kita-Eigenbetrieb der Stadt Dresden zeigt sich neutral: "Wir wissen, dass es die unterschiedlichen Handhabungen gibt", sagte Fachbereichsleiterin Karin Schmidt. Die Konflikte würden aber nicht in den Kitas ausgetragen. "Alle Eltern könnten selbst entscheiden, ob sie impfen möchten."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.10.2013

Katrin Tominski

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