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Masern-Epidemie heizt Diskussion um Impfpflicht an – Zwei Dresdner Mütter diskutieren

Masern-Epidemie heizt Diskussion um Impfpflicht an – Zwei Dresdner Mütter diskutieren

Die Masern-Epidemie in Berlin sorgt bundesweit für Diskussionen über eine Einführung der Impfpflicht. Auch in Dresden diskutieren Eltern und Erzieher. Seit Jahresbeginn sind in Berlin schon 441 Fälle gemeldet wurden.

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Quelle: dpa

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr erwägt eine Impfpflicht gegen Masern. Die sächsische Landesärztekammer spricht sich in einer Erklärung dafür aus, eine Regelung zu erlassen, nur noch Kinder in Kitas und Schulen aufzunehmen, die über den empfohlenen Impfschutz verfügen. Bislang gibt es in Deutschland keine Impfpflicht.

Die Landesärztekammer spricht davon, dass die Bereitschaft sich impfen zu lassen, jedes Jahr weiter sinkt. Die Ärzte warnen vor einer Impfmüdigkeit. In einer Erklärung fordert die sächsische Sozialministerin Christine Clauß die Eltern dazu auf, auf einen zweifachen Impfschutz vor Masern auf achten. Die erste Impfung empfiehlt das Sozialministerium ab dem 13. Lebensmonat, die zweite ab dem 6. Lebenjahr.

Nach Angaben der Stadt Dresden gab es 2013 bislang zwei Fälle von Masern und einen Fall von Röteln. 2012 gab es in Dresden keinen Masern-Fall. Mit Windpocken haben sich in diesem Jahr bereits 436 Personen infiziert. Zum Vergleich im Jahr 2012 gab es 401 Fälle und 2011 323 Infizierte.

„Als meine Tochter im Januar 2012 geboren wurde, habe ich mich erstmals wirklich ernsthaft mit dem Thema Impfen auseinander gesetzt. Ich habe es als große Verantwortung empfunden, diese Entscheidung für mein Kind fällen zu müssen“, erzählt Sabine Tischler. Relativ schnell habe aber ihre Entscheidung festgestanden, ihr Kind laut dem Plan der Ständigen Impfkommisision (Stiko) impfen zu lassen. „Meiner Meinung nach überwiegen die Risiken der Krankheiten ganz klar gegenüber der Risiken der Impfschäden“, so die Mutter einer 17 Monate alten Tochter. Bei Masern etwa treten bei 30 Prozent der Fälle Komplikationen wie Hirnhaut- oder Lungenentzündung auf, berichtet Sabine Tischler. Außerdem könne sie es nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren, dass ihr ungeimpftes Kind andere oder gar Schwangere anstecken könnte. „Infiziert sich eine schwangere Frau mit Röteln kann das für ihr Baby lebensgefährlich werden oder Fehlbildungen auslösen.“

Ebenso lange haben sich auch Julia Schmunzler und ihr Mann mit der Thematik auseinandergesetzt und dann ihre eigene Entscheidung für sich und ihre 21 Monate alte Tochter getroffen. „Mein Mann und ich sind keine kompletten Impfgegner. Wir waren auf der Suche nach einem alternativen Impfplan. Für uns war klar, dass wir dem Immunsystem unserer Tochter mindestens bis zum ersten Geburtstag die Chance geben wollen, sich ungestört, also frei von chemischen Fremdeinflüssen wie sie in den Impfstoffen enthalten sind, zu entwickeln. Ihre Tochter sei gesund, 7 Monate voll gestillt und ging in den ersten 12 Monaten nicht in die Kita, so sah sie keine Notwendigkeit zum Impfen. „Inzwischen bin ich mit unserem zweiten Kind schwanger und jetzt haben wir unsere Kleine gegen ausgewählte Krankheiten immunisieren lassen. So verbessert sich der Nestschutz für das kleine Geschwisterchen, das auch im ersten Lebensjahr ungeimpft bleiben soll.“ Entschieden hat sich die Familie nun für die Impfungen gegen Tetanus, Keuchhusten und Diphtherie ebenso gegen HIB. Sollte die kleine Tochter bis zur Pubertät nicht an Röteln und Mumps erkrankt sein, will Julia Schmunzler die Impfungen nachholen.

Eine Impfpflicht gibt es für die Aufnahmen in Dresdens Kitas und Schulen bislang nicht. „In Deutschland, der Schweiz und Österreich gibt es derzeit keine gesetzlich verankerte Impfpflicht für den Menschen, nur sogenannte Impfempfehlungen“, so Ralph Schreiber Sprecher des Sozialministeriums auf Anfrage. Viele Kitas, darunter die von den freien Trägern Diakonie Sachsen und Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) betrieben werden, verlangen bei Kita-Eintritt ein sogenanntes „Kita-Tauglichkeitszeugnis“. In diesem Zeugnis wird auch der Impfstatus des Kindes durch den Kinderarzt abgefragt, bestätigt Susanne Jetter von der Diakonie. Ist der Impfschutz nicht gegeben, steht der Aufnahme des Kindes in die Einrichtung aber dennoch nichts im Wege, so Jetter.

Julia Vollmer

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